Von Broome nach Perth

Der letzte Morgen in Broome - der letzte Tag in den Kimberleys.

Das letzte Frühstück hier im Garten des Hotels.
Ach es tut uns jetzt schon leid hier abzufahren.
Nicht nur die Speisen, sondern auch die Sicht und das gesamte Flair sind kaum zu toppen.

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Gleich nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und checken aus.
Ein latecheck-out ist nicht drin.
Aber wir dürfen die Anlage noch bis Mittag nutzen.
Das große Gepäck verstauen wir im Auto. Die Wertsachen, also das Handgepäck bleibt am Mann.
Auf einer Liege machen wir es uns gemütlich.
Rainer liest Zeitung und sortiert schon mal alle Kassenbelege und Rechnungen unseres Urlaubs. Und ich schreibe ganz analog - Urlaubskarten.

Der Kontrollblick auf das Wetter in Perth macht echt Freude.
Im letzten Jahr erlebten wir ja eine totale Pleite am Ende unseres Urlaubs. Perth begrüßte uns mit schlechtem Wetter.

Mittags verlassen wir das Gelände und fahren zum Airport.
Die Autoabgabe läuft ganz entspannt ab: Wir stellen das Auto ab und werfen die Schlüssel in eine Holzbox am Aviscounter.
Keiner begutachtet das Auto. Keiner bestätigt, dass wir es überhaupt abgegeben haben.
Hm. Merkwürdig.

Der Airport von Broome ist sehr übersichtlich.
Die lange Schlange am Counter ist unsere.
Es dauert eine gefühlte Ewigkeit bis wir unser Gepäck loswerden können. Eingecheckt habe ich gestern schon. Dabei habe ich die Plätze auf der linken Seite in Flugrichtung reserviert. Irgendwie mag ich während dem Flug auf die australische Landschaft zu schauen. Auch wenn sie oftmals karg aussieht.
Außerdem habe ich die Flieger an den Vortagen beobachtet und habe gehofft auf der "richtigen" Seite zu sitzen. Nämlich so, dass wir den Blick auf die Roebuck Bay haben.

Im Warteraum nehmen wir Abschied von Kimberley mit Matso's Mango Beer.
Schön war die Zeit in den Kimberleys und in der Wildnis der Gibb River Road.

Der Airport Broome erinnert ein wenig an den Airport in Kona/Hawai'i.
Alles ganz luftig gestaltet.
Und alles sehr easy. Da wartet das Flugpersonal neben den Fluggästen.

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Selbst zum Einstieg spazieren wir in aller Ruhe über die Wiese.

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Die Boeing 737-800 ist bis auf den letzten Platz ausgebucht.
Es gibt eine Verzögerung. Warum auch immer.
Dann legen wir endlich los. Wie es aussieht sitzen wir doch auf der "falschen" Seite und werden nicht die Bucht sehen können.

Wir rollen bis zum Startpunkt...
Dann bleiben wir stehen.

Und nun?
Wir rollen wieder in die entgegengesetzte Richtung. An das andere Ende der Rollbahn.

Der Pilot sagt etwas. Wir können es nicht verstehen.
In solchen Momenten frage ich mich jedes Mal, ob ein Flugzeugbauer jemals hier in der Holzklasse gesessen und versucht hat diese Plärrgeräusche zu verstehen. Das ist einfach unmöglich!
Egal.

Denn ich sehe, was passiert ist: der Wind hat gedreht und wir fliegen in die Richtung, bei der wir beim Start schöööön erst über den Cable Beach fliegen und dann über die Roebuck Bay.
Na bitte. Geht doch

Wir drehen eine feine Runde.
Und fliegen sogar so weit, dass ich knapp noch die wunderschönen "Muster" südlich des James Price Points sehen kann.
Dann überfliegen wir noch die Coconut Wells Lagoon.
Auch die Anlage des Mangrove Hotels können wir erkennen.

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Der Flug ist eigentlich ereignislos.
Wenn ich von "ereignislos" spreche, dann meine ich immer: es gab gar keine Turbulenzen.
Und selbst wenn es auf diesem welche gegeben hätte, der Anblick auf die Erde aus zehn tausend Metern ist phänomenal und außergewöhnlich.

Rote Flachebenen durchzogen mit ausgetrockneten Flussläufen, die wie Adern oder wie Wurzelwerk aussehen. Diese Strecke sind wir im Sommer 2016 schon gefahren.
Da kann man sich alles sehr gut vorstellen, wie es da unten aussieht.

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Dann folgen diese Tümpel, in denen Bakterien gezüchtet werden. Manchmal mehr. Manchmal weniger.
Und manchmal wirkt es wie ein Orientteppich.

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Nach zwei Drittel der Flugzeit folgt ein Wolkenteppich und man sieht gar nix mehr.
Erst kurz vor der Landung in Perth reißt der Wolkenteppich auf.
Ein paar Weinplantagen sind zu sehen. Und ein Wasserfall.

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Kurze Zeit später landen wir in Perth.

Obwohl ich Perth nicht zur schönsten Stadt Australiens zähle, freue ich mich auf die kommenden Tage.
Und so ein Begrüßungsstatement an der Wand trägt natürlich dazu bei.

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Vom Counter des Autovermieters bis zum Parkplatz, auf dem unser Auto steht, sollen es nur 200 Meter sein. Wir benötigen fast zwanzig Minuten bis dahin. Denn Teile des Airports sind Baustelle. Und man wird zwischen Planen irgendwo langgeführt.

Als wir das Gebäude verlassen, ist es zudem schweinekalt!
Ja spätestens hier bedauere ich die Momente, an denen es mir im Norden noch zu warm war.

Unser Mietwagen für die nächsten Tage ist ein klitzekleiner Stadtflitzer namens: Hyundai i10

Bis zum Hotel sind es laut Google nur 13.7 Kilometer. Aber auch Perth kennt eine Rushhour.
Und genau in dieser Zeit sind wir gelandet.

Im Metro Hotel waren wir schon im letzten Jahr und waren recht zufrieden.
Es ist ein einfaches Hotel mit recht großem Zimmer inklusive Balkon.
Deshalb haben wir uns auch in diesem Jahr für dieses Hotel entschieden.
Wir bekommen ein Zimmer in der neunten Etage. Natürlich ist die Skyline auf Perth das absolute Highlight.

Lange bleiben wir nicht im Zimmer.
Vom Balkon aus mache ich noch ein paar Aufnahmen von der beleuchteten Skyline - denn mittlerweile ist die Sonne auch schon untergegangen.

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Nach der ersten Freude über die Aussicht und vor allem über das perfekte Wetter - denn letztes Jahr haben wir zur gleichen Zeit ein Unwetter, Regen und Sturm erlebt - soll es zum Dinner gehen.
Ins "Städtchen" wollen wir aber nicht fahren.
Schon vor der Reise habe ich mir das The Boatshed Restaurant als empfehlenswert ausgeguckt.
Das befindet sich in South Perth, da wo wir auch wohnen, direkt am Swan River.
Es wirkt sehr edel.
Allerdings sind wir beide nicht wirklich so gut gekleidet.
Broome-style eben.
Und obwohl wir keine Reservierung haben, findet man im gut besuchten, mit ebenso gut gekleideten Gästen, einen Tisch für uns. Erst irgendwo und dann direkt am Fenster.
Besser geht es nicht!

Die Speisen sind edel - die Preise eher normal und überhaupt nicht so, wie man es bei diesem Ambiente erwarten würde.
Am teuersten ist allerdings der Wein.
Wie auch immer.
Ein rundum toller und sehr gelungener Start in den letzten Abschnitt unseres Australienurlaubs.

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Gegen 9pm sind wir fertig mit dinieren.
Absolut zufrieden eben.

Auf dem Parkplatz kommt jedoch das böse Erwachen:
Das Fenster des Beifahrers ist zerstört!
Eingebrochen sind sie.
Wow. Überall hätte ich damit gerechnet aber nicht hier in Australien!
Da stehen wir etwas verdutzt und können es nicht fassen.

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Im Restaurant bitten wir um Hilfe. Man ruft für uns bei der Polizei an und wir melden den Schaden.
Ich frage währenddessen nach einem Besen zum Auskehren der Scherben vom Sitz im Auto.
Man gibt mir nicht nur einen Besen, den wir morgen zurückbringen könnten, sondern auch noch zwei Handtücher, damit wir uns beim Sitzen nicht verletzen.
Ist das nicht aufmerksam?

So ziemlich bedeppert und fassungslos fahren wir nun zum Airport.
Es ist saukalt im Auto.
Die Heizung schafft es nicht das Innere zu erwärmen.

Am Counter von Europcar sitzt immer noch die gleiche Mitarbeiterin.
Die scheint aus dem Mußtopp gefallen zu sein.
Erst begreift sie nicht, wieso wir ein neues Auto haben wollen, obwohl wir heute schon ein Auto ausgeliehen haben. Dann endlich begreift sie die Situation und versteht, dass wir tatsächlich ein Ersatzauto benötigen. Und zwar heute noch!
Aber so einfach, wie wir es uns vorstellen, geht es natürlich nicht.
Sie muss es selbst sehen. Vorfahren dürfen wir aber nicht.
Also wandert die Gutste in aller Ruhe zum Parkplatz von Europcar und sieht sich das persönlich an.
Und das dauert natürlich!
Wir erhalten dann fast das gleiche Auto.
Damit sind wir auch zufrieden.

Im Hotel angekommen, sind wir immer noch perplex.
Wir sind froh, dass im Auto nichts von uns drin war. Wenn wir bedenken, was wir sonst im Auto auf dem Rücksitz liegen hatten. Nicht selten haben wir beim Besuch von Restaurants die große Kamera und auch mal die Drohne liegen gehabt.
Wir waren so unbedarft!
Mit einem Autoeinbruch hätten wir hier nicht gerechnet.
Irgendwie hat dieser Vorfall Westaustralien entzaubert.
Diebe und Verbrecher gibt es eben überall. Ausnahmslos!
Gern hätten wir auf diesen Vorfall verzichten können.
Andererseits hat uns dieser Einbruch die Augen geöffnet und uns sensibilisiert. Glück im Unglück eben.