• Indus Valley & Leh  
    Tag 3

Highlights des Tages

Route of the Day

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Die heutige Route im Überblick ...

Zangdok Palri Gompa

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Ein kleines, neues aber wenig bekanntes Kloster in Choglamsar ...

Spituk Gompa

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Ein Kloster im traditionell tibetisch gebauten Stil. Vollkommen verwinkelt mit direktem Blick auf den Indus River ...

Leh & Main Bazaar

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Einst Kreuzung vieler Karawanenwege - Jetzt Hauptstadt von Ladakh ...

Shanti Stupa

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Ein Exemplar aus der Sammlung der weltweit gebauten Friedespagoden ...

Scenic Road

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Eine "unnamed" und hoffentlich noch lange unbebaute Scenic Road die ihren Namen verdient ...

Best of Leh und Umgebung

Am Morgen des dritten Tages wird der Fortschritt im Verlauf meiner Akklimatisierung offensichtlich:
Bis zum Haupthaus komme ich ohne eine einzige Pause einlegen zu müssen!
Außerdem konnte ich während dem Gehen noch einige Worte mit Rainer wechseln.
Ich bin begeistert!
Only for the records: Rainer kann das schon seit gestern 😶

The Indus River Camp, Choglamsar, Leh, Ladakh, Himalaya, Indien, born4travel.de

Das morgendliche Wetter ist mittelprächtig. Doch laut Wetter-App sollen sich die Wolken bald auflösen.

# Heutige Route

Kurz nach 11 Uhr verlassen wir das Camp, um Leh und die nähere Umgebung zu erkunden.
Ich werde heute ohne Helm unterwegs sein. Mit diesem Integralhelm komme ich einfach nicht zurecht. Zu eng und zu klobig. Einen halboffenen Helm in Frauengröße hatte man nicht auf Lager. In Ladakh besteht auch keine Helmpflicht für den Sozius. Ich vertraue einfach auf Rainers Fahrkünste und auf die umsichtige Fahrweise der Ladakhis. Außerdem sind wir hier eh nur in gemäßigten Geschwindigkeiten unterwegs.

Auf dem heutigen Plan stehen: Spituk Gompa, der Main Bazaar in Leh und die Shanti Stupa. Aber auch alles, was sich noch so unterwegs ergibt.

Die Route für den Tag im Überblick:
Gefahrene Strecke: etwa 70 Kilometer

Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Die nahegelegene Brücke zwischen dem Südteil von Choglamsar (hier befindet sich das Indus River Camp) und dem Nordteil wird gerade rekonstruiert. Wir nehmen also den Weg, den wir am ersten Tag auf dem Weg vom Airport genommen haben.
Der Umweg ist beträchtlich und kostet uns etwa 20 Minuten.
Nun gut. Die Strecke kennen wir als Selbstfahrer noch nicht. Und deshalb ist jede neue Strecke eine neue Erfahrung. Denn noch immer kriege ich - vor allem als Sozius 😅 - Schnappatmung beim Passieren entgegenkommender Fahrzeuge unter diesen engen Bedingungen. Aber wie ich schon schrieb: Die Ladakhis fahren sehr umsichtig und hier passt man irgendwie immer durch.

Ein paar Impressionen aus der zweiten Reihe:

Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Leh by Motorbike,Ziegelherstellung in Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Ziegelherstellung auf Ladakhisch: Aus dem Schlamm, der von den Bergen rutscht bzw. angeschwemmt wird, werden mit primitiven Formen mächtige Quader geformt und dann in der Sonne getrocknet. In dieser Kombination entstehen Ziegel, die die Häuser bei winterlichen Temperaturen bis zu minus 30°C warm halten und im Sommer kühl halten sollen.

Brückenüberquerung:
Gut, dass bei diesem Gegenverkehr für uns noch dieser Meter übrig bleibt...

Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Indus River, Choglamsar,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Indus River, Choglamsar,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Als wir endlich die Leh-Manali Road erreichen, die Straße die uns Richtung Leh führen soll, sehe ich rechterhand ein Schild: Thiksey Monastery! Und tatsächlich ist das entsprechende Kloster zu sehen.
Das kann für uns nur eins heißen: Dieser Umweg ist einfach zu lang. Den sollten wir nicht wieder fahren! Das ist einfach Zeitverschwendung!

Die Fahrt auf dieser recht modernen und breiten Straße ist trubelig. Aber niemals fühlt man sich gefährdet. Ist eben ganz anders als unser "Gartenweg" - namens Choglamsar-Stakna Road, den wir gestern gefahren sind.
Rechterhand tangieren wir die Shey Monastery.

Leh-Manali-Hwy east of Leh, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Indus River, Choglamsar,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Shey Monastery,Leh-Manali-Hwy east of Leh, Choglamsar,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Gern würden wir hier mit dem Motorrad hochfahren. Wie wir das schon bei anderen Klöstern gemacht haben. Doch das soll hier verboten sein. Ein entsprechendes Schild ist zwar nicht zu sehen, aber ein Mann ruft uns zu. Ob er uns nur eine Taxifahrt verkaufen wollte, das wissen wir nicht. Uns ist der Gang nach oben zu anstrengend. Jedenfalls für die Zeit der Akklimatisierung. Wir verschieben den Besuch auf einen Tag in der nächsten Woche.
Wir wenden und fahren weiter.

Choglamsar ist ein durch den Indus River geteilter Vorort von Leh. Im Nordteil gibt es eine Art Zentrum. Jedenfalls hat es Stadtcharakter.
Im Netz findet man Choglamsar nur in Verbindung mit dem in den 1970er Jahren durch Kashmir errichteten Lager für Flüchtlinge aus Tibet. Auch gibt es hier ein großes SOS-Kinderdorf.
Rechterhand sehe ich im Vorbeifahren diesen wunderschönen Bau, den wir vom Indus River Camp sehen können. Wir kehren also um und versuchen den Zugang zu finden. Das ist gar nicht so einfach. Als der bewohnte Teil passiert ist, bleiben wir stehen.
Hinter uns beginnt eine fast steppenartige Landschaft. Und mitten im vor uns liegenden Wohngebiet befindet sich die Zangdok Palri Monastery vor dieser monströsen Kulisse. Eben dieser goldglänzende Bau den wir gestern schon fotografiert haben.

Zangdok Palri Monastery,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Mittels maps.me können wir uns lokalisieren. Der Zugang ist irgendwo mittendrin. Wir fahren die Straße zur Hälfte zurück und stechen in einen Seitenweg ein. In der Hoffnung, die richtige Zufahrt getroffen zu haben.
Die Fahrt entpuppt sich als abenteuerlich. Aber genau das macht Spaß. Wir fahren wie in einem riesigen Labyrinth. Aber immer das Kloster im Blick.

# Zangdok Palri Monastery

Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Das Kloster thront, wie gewohnt, auf einem Fels.
Es sieht sehr gepflegt und neu aus.
Im Innenbereich ist man mit der Restauration von Wandmalereien beschäftigt. Es sieht aus, als ob die zwei Künstler alles frei Hand auftragen.

Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Zangdok Palri Monastery (auch Zang-Dog Palri geschrieben) ist der "Himmlischer Wohnsitz des Guru Padma Sambhav". Eingeweiht durch den 14. Dalai Lama am 29.July 2012 persönlich. Guru Padma Sambhav gilt als Erfinder der tibetischen Schrift und Verfasser der ersten literarischen Werke.
Viel mehr Informationen sind nicht zu bekommen.
Gravuren auf einem silbernen Schild weisen auf diese Informationen hin.
Mehr ist nicht beschrieben.
Wir beobachten ein älteres Paar. Die Gebetsmühle stets in der Hand und in Bewegung gehalten.

Die einzigartige Lage lässt eine hervorragende Sicht auf das Indus Valley zu.
Ein feiner Ort um runter zukommen. Um zu entspannen und den Gedanken freien Lauf zu lassen.
Und natürlich um Fotos zu machen. Und, als ob ich durch das Fotografieren diesen einmaligen Zeitpunkt hier einfach konservieren könnte, löse ich den Drücker abwechselnd am Smart-phone und am Fotoapparat aus. Es entstehen viel zu viele Fotos. Aber ich kann nicht anders.

Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Indus Valley in Richtung Südosten gesehen

Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Indus Valley in Richtung Leh gesehen

Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Ja - von hier kann man selbstverständlich auch das Indus River Camp sehen

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Die Sicht ist zwar nicht perfekt. Aber gut genug um von hier aus die Shanti Stupa, die sich westlich von Leh befindet, zu erkennen.

Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Gerade als ich die Hauptebene des Klosters verlassen will, tippt mir eine Frau auf die Schulter. Sie deutet mir an, dass ich mitkommen soll. Ich bin etwas verwundert und erwarte, dass sie mir etwas verkaufen will. Aber nein. Sie rückt ihr Kopftuch zurecht positioniert sich auf dem Stuhl in ihrer Küche und deutet mir an, dass ich sie fotografieren soll.

Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Wieder einmal ein Kloster, das touristisch vollkommen unbeachtet bleibt.
Zugegeben: Ohne Motorrad wären wir auch nicht hierhergekommen. Sicherlich gibt es einen Bus von Leh nach Choglamsar. Danach aber wäre eine kleine Wanderung notwendig. Das ist wohl eher etwas für Reisende mit einem viel längerem Aufenthalt in Ladakh.

Hier noch ein Foto für diejenigen, die lieber zu Fuß laufen wollen 😎

Zangdok Palri Monastery in Choglamsar, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Die Spituk Monastery oder Gompa, ist unser nächstes Ziel.
Wir entscheiden uns nicht für die schnellste Verbindung sondern für die, die hoffentlich mehr Überraschungen bereithält. Nämlich über die Spituk-Choglamsar Road. Dabei sagt die Entfernung nichts aus. Knappe 10 Kilometer sind es bis zum nächsten Kloster. Aber wir brauchen eine knappe Dreiviertelstunde.

Impressionen von der Fahrt:

impressions-choglamsar,Spituk-Choglamsar Road, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Spituk-Choglamsar Road, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Spituk-Choglamsar Road, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Mittlerweile macht auch die Sonne was sie soll. Nämlich scheinen.
Die Gompa erreichen wir vom Süden her.
Unnötig zu erwähnen, dass auch dieses Kloster auf einem Felsen thront und der Zugang nur über eine steile Straße zu erreichen ist. Doch den meisten Teil des Weges können wir mit dem Motorrad fahren.
Es ist übrigens das Kloster, an dem wir beim Anflug auf Leh ganz nahe "vorbeigeschrammt" sind.

# Spituk Monastery

Höhe: 3.271 Meter

Die Spituk Gompa, auch Pethup Gompa genannt, liegt - was sonst - auf einer Bergkuppe. Es ist das zentrale Kloster des Gelbmützen-Ordens.

Spituk Monastery, Gompa,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
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Gelb- & Rotmützen
Der tibetische Buddhismus wird in vier lamaistische Schulen unterteilt: Nyingmapa-, Sakyapa- , Kagyüpa- und Gelugpa-Schule.
Die Gelugpa-Schule wird aufgrund der gelben Kopfbedeckung als Gelbmützen-Schule bezeichnet. Alle anderen Schulen als Rotmützen-Schule.

Spituk Gompa wurde im 11. Jahrhundert von Od-De gegründet und ist momentan Heimat von etwa 100 Mönchen. Das Wort "Spitok" bedeutet übrigens vorbildlich.

Es gibt eine völlig neue Gompa innerhalb des Klosters. Die alte Gompa wurde restauriert. Weiter oben auf dem Hügel befindet sich ein Raum, in der sich die riesige Statue der Göttin befindet. Doch ihr Gesicht wird nur während des Festivals, also einmal im Jahr, freigelegt. Das findet am 17. und 19. Tag des 11. Bodhi-Monats statt. Dann feiern die Mönchsorden der Gelukpa das Spituk-Festival, das auch als Gustor bekannt ist.
Während des Festivals tragen die Lamas die Masken religiöser Gottheiten und führen die Tänze auf, bei denen es normalerweise um Gut und Böse und mythologische Geschichten im Zusammenhang mit dem Buddhismus geht.
Das zur Info.

Mittlerweile sind wir Spezis und haben das System erkannt 🤣
Es gibt immer je einen Zugang für die Liebhaber des Treppensteigens und für die Gehfaulen:

Spituk Monastery, Gompa,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
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Das Kloster ist verwinkelt und etwas verwirrend zu erkunden.
Es ist ganz im tibetisch-buddhistischem Stil angelegt und anders als die, die wir bisher besucht haben.
Mehrere Ebenen muss man erklimmen. Teilweise mit Innenhöfen.
Und das kann dauern. Jedenfalls wenn ich für mich sprechen darf. Als Entschuldigung schiebe ich mal meine Muskulatur vor, die zu wenig Sauerstoff bekommt. An meiner Kondition kann es nicht liegen.

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Blick vom Kloster Richtung Indus River

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Natürlich kann man von hier auch den Khardung La sehen.

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Die Spituk Gompa bietet einen beeindruckenden Blick auf das Indus Valley und auf die Stadt Leh.
Schaut man allerdings Richtung Leh, drängt sich der Flughafen Lehs ins Bild. Der ist beeindruckend, vor allem wenn man sich die Start- und Landebahn genau ansieht. Die hat an der linken Flanke eine Erhöhung und ist leicht nach oben gebogen. Hat wohl den Zweck einer Startrampe.

Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Nun geht es vorbei am Kushok Bakula Rimpochee Airport - Leh zum touristischen Mittelpunkt Lehs. Zum Main Bazaar.

Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

# Leh & Main Bazaar

Höhe: 3.525 Meter

Leh ist die Hauptstadt sowie das Witschafts- und Verwaltungszentrum Ladakh's. Hier befindet sich auch der einzige Flughafen, der auch von zivilen Airlines genutzt werden kann.
Leh liegt in einem Seitental des Indus. Die einstige fruchtbare und wasserreiche Oase war Kreuzung und Schnittpunkt vieler Karawanenwege. Es war Treffpunkt und Marktplatz vieler Händler aus Kashmir, Tibet, Yarkand und Baltistan. Hier wurden Paschmina, Teppiche, Schneeleopardenfelle, Brokatstoffe, Salz und Tee gehandelt. Später, etwa um 1600 wurde es zur königlichen Residenz.
Heute wirkt die Stadt sehr quirlig. Überall wird gebaut und scheinbar erweitert.

Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
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Im sogenannten Zentrum befindet sich der Main Bazaar.
Hier ist wohl das touristische Megacenter.
Ich habe so gar keine Lust auf diese "Attraktion". Doch Rainer meint: Wir müssen es wenigstens gesehen haben.
Am südlichen Ende der Fußgängerzone stellen wir unser Motorrad ab. Hier stehen auch all die anderen Motorräder. Den Helm und die Handschuhe? Die hängen wir über das Lenkrad. So hat man es uns geraten. "In Ladakh klaut man nicht" wurde uns vom Verleiher des Motorrads gesagt. Wir sind da etwas verunsichert. Doch das scheint hier tatsächlich üblich zu sein. Denn auch an den anderen Lenkern hängen die Helme samt Handschuhen.

Die Fußgängerzone erinnert mich an die in Kathmandu. Andenkenläden, Paschmina-Shops, Reisebüros, Schmuckläden reihen sich aneinander. Positiv fällt auf, dass man beim Vorbeischlendern oder beim Blick ins Schaufenster nicht gleich angesprochen wird oder gar belagert wird. In aller Ruhe kann man schlendern und schauen.
Nun ja. In Shopping-Stimmung bin ich dennoch nicht. Mir ist die Zeit zu schade. Vielleicht am Ende des Urlaubs.

Main Bazaar,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
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Am Ende der Fußgängerzone angekommen, reicht unsere Kraft noch um ins Namza, einem von Nico empfohlenen Restaurant zu gehen. Es liegt in einer etwas ruhigeren Seitenstraße. Den Eingang können wir nicht wirklich als Eingang in das Restaurant identifizieren. Im Schaufenster sitzen zwei Damen und man sieht so etwas wie eine Boutique. Die beiden winken uns zu. Sicherlich haben sie schon erkannt, dass wir das Restaurant suchen.
Das Restaurant befindet sich im Innenhof. Wobei die Boutique auch zum Namza gehört. Na warum auch nicht.
Der Anblick der Terrasse lässt uns beide fast vergessen, dass wir im quirligen Leh sind. Das nenne ich mal eine Oase. Wir bleiben natürlich gleich auf der Terrasse sitzen. Mit Blick auf den Garten, wo Gemüse und Kräuter angebaut werden.
Wieder einmal sind wir ganz alleine hier. Die Bedienung ist super nett und die Speisen einfach köstlich. Zu schade, dass wir keinen wirklichen Hunger haben.
Am Ende kosten uns die Speisen 700 INR, das sind nicht einmal 10 Euro.

Namza Restaurant, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Namza Restaurant, Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Von hier aus, sollte es nicht mehr weit sein bis zu unserem letzten Punkt auf der heutigen To-Do-List: Der Shanti Stupa.
Rainer holt nun das Motorrad, während ich People Watchig an der Straße mache.

Ach ja. Und den Helm samt Handschuhen bringt Rainer auch noch mit.

Der Weg zur Stupa führt uns mitten durch den recht grünen Stadtteil Lehs. Hier stehen die vielen Guest Houses und Hotels, die ich bei der Vorbereitung auf die Reise begutachtet habe. Und jetzt, da ich hier vorbeifahre, bin ich froh, dass wir nicht in Leh wohnen. Sondern am Indus River mit dieser Wahnsinns-Ansicht auf die Bergketten.

# Shanti Stupa

Höhe: 3.648 Meter

Die Shanti Stupa befindet sich westlich von Leh, in Chanspa, einem Vorort von Leh.

Shanti Stupa,Peace Pagoda,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Die Shanti Stupa gehört zu den so genannten Friedenspagoden (Peace Pagoda). Es soll ein Denkmal sein, das Frieden unter Menschen aller Rassen und Glaubensrichtungen in den Mittelpunkt stellt und ihnen hilft, sich auf der Suche nach dem Weltfrieden zu vereinen.
Nach einem Treffen mit Mahatma Gandhi im Jahr 1933 beschloss Nichidatsu Fujii (1885–1985), ein buddhistischer Mönch aus Japan und Gründer des Nipponzan-Myōhōji-Buddhismus sein Leben der Förderung der Gewaltlosigkeit zu widmen. 1947 begann er mit dem Bau von Friedenspagoden als Heiligtümer des Weltfriedens.

Diese Stupa wurde unter seiner Leitung von japanischen Mönchen des Nipponzan-Myōhōji-Buddhismus und ladakhischen Buddhisten erbaut.

Shanti Stupa,Peace Pagoda,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
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Die exponierte Lage ist neben der religiösen Bedeutung der Hauptgrund, dass es zu einer der Top-Attraktionen für Touristen geworden ist. Es ist übrigens die erste Attraktion auf unserer Reise, die zu den Touri-Highlights gehört. Es sind viele, überwiegend indische Besucher hier.

Man kann die Stupa über eine Straße mit einem Fahrzeug erreichen oder zu Fuß über etwa 500 Stufen. Unnötig zu erwähnen auf welche Weise wir die Stupa erreicht haben.

Oben angekommen ist mein deutsches Vokabular beschämend. Mehr als "gigantisch" fällt mir nicht ein. Auch die Aussicht ist grandios. Für uns als Aussicht-Freaks, die in Hotels immer Zimmer in den oberen Etagen haben müssen, ist das hier unser Ding. Nun haben wir am heutigen Tag das Valley von drei verschiedenen Erhebungen betrachtet. Man könnte sagen: Wir haben jetzt den Überblick und können uns gut in dieser Gegend orientieren.

Shanti Stupa,Peace Pagoda,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Hier sieht man ein wenig das Ende des Treppenaufganges.
Erstaunlicherweise sind gar nicht so wenig Besucher auf diesem Weg nach oben unterwegs.

Shanti Stupa,Peace Pagoda,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
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Nun geht es zurück zum Camp.
Dieses Mal nehmen wir gleich den kürzeren Weg über die südlich vom Indus River liegende Straße.
Als wir die Freifläche am Airport erreichen, kommt ein extrem starker Wind auf. Nun wird zum ersten Mal das Fahren auf dem Motorrad etwas ungemütlich. Der Wind pfeift unerbittlich ins Gesicht. Echt unangenehm.
Erst als wir die Spituk Gompa passieren sind wir tief genug, um windgeschützt zu sein.

# Unnamed Scenic Road

Die namenlose Straße zweigt von der Leh-Manali Road ab. Gleich wenn man die Spituk Gompa linkerhand passiert hat. Sie führt uns durch ein kleines Wohngebiet.
Hier, an der Hinterseite des Spituk-Gompa-Berges befinden sich weitere Stupas und buntbemalte Felsen.
Hier findet das ganz normale Dorfleben statt.

Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Der weitere Straßenverlauf führt uns über eine kurze Brücke, die den Indus River überquert.
Die Straße selbst hat die gewohnte Breite von etwa zweieinhalb bis maximal drei Metern. Und es ist jedes Mal ein Hingucker - jedenfalls als Fahrer, der in Deutschland seine Mindestaura für sein Auto beansprucht - wie "smoothly" man die Situation beim Tangieren löst.
Leider erwische ich für meine Dokumentation nur zwei aneinander vorbeifahrende Klein-PKWs. Doch auf dem Foto mit dem LKW sieht man die wahre Dimension.

Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Hinter der Brücke beginnt sie nun, die Unnamed Scenic Road.
Als erstes fällt einem diese interessant geformte Abbruchkante auf. Die habe ich schon beim Anflug auf Leh aus dem Flugzeug entdeckt. Ganz gleichmäßig ist sie. Wie mit einer Baumaschine erzeugt.

Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Die Straße führt nun gen Osten. Immer entlang des Indus River.
Teilweise ist sie in einem grottenschlechten Zustand. Andere Teile wiederum sind wunderbar asphaltiert. 2019 hat diese Straße also noch keinen Namen. Das wird sich sicherlich bald ändern. Denn hier entsteht gerade eine neue und moderne Hotelanlage. Ich hoffe nur, dass man es bei der einen Anlage belässt und der touristische Ladakh-Boom nicht in Bauwut umschlägt.

Warum ich diese Straße zu einem unserer Highlights dieses Tages zähle wird schnell klar:
Die Aussicht auf das Indus Valley mit all seinen Attraktionen ist phänomenal!
Da ist diese Spituk Gompa, wie sie sich an und um den Felsen schmiegt, die Oase Leh, ganz in Grün gehüllt. Von dieser Uferseite gesehen, wird klar, warum Leh zum Kreuzungspunkt aller Karawanenstraßen wurde, warum sie zum Dreh- und Angelpunkt aller Handelsreisenden wurde. Warum sich die Menschen hier niederließen.

Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Welche Bedeutung diese zwei europäisch wirkenden Türme wohl haben, haben wir bis zum Ende unseres Urlaubs nicht auflösen können.
Sind es Wachtürme?
Wenn ja - dann sind sie ja viel zu offensichtlich, freistehend und angreifbar.
Und wieso in dieser Form?
Das passt so gar nicht nach Ladakh 🤔

Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Das Licht am späten Nachmittag ist ideal für den Blick ins Tal.
Diese enge Kehre ist ein hervorragender Lookout-Point.
Das Wasser des Indus ist ein Segen für die Region. Bewässerung und damit verbundene Landwirtschaft ist kein Problem. Sonderbar, wenn einem bewusst wird, dass wir uns gerade in einer Höhe von 3.200 und 3.500 Metern Höhe befinden. Endet doch die europäische Vegetationsgrenze des Baumbewuchses bei etwa 1.500 bis maximal 2.000 Metern.

Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Und endlich einmal ein Vergleichsobjekt:
Der LKW sieht doch auch wie ein Matchboxauto - oder etwa nicht?

Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de
Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Bevor wir Choglamsar erreichen, hier noch meine Sammlung dieser bunten und stets mindestens zwei Meter hohen Gebetsmühlen, die überall am Straßenrand zu sehen sind. Eigentlich waren es auf der Strecke, hier südlich des Indus viel mehr. Doch nur die habe ich rechtzeitig während der Fahrt aufnehmen können.

Unnamed Scenic Road south of Indus River,Leh by Motorbike, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Unser Camp erreichen wir halb Sieben.
Die Sonne steht schon sehr tief. Die untergehende Sonne färbt diese einmalige Landschaft wieder in zauberhafte Farben. Wir stellen unser Motorrad ab und würden am liebsten diese Momente, die wir gestern und heute erlebt haben, einfrieren. Es hat uns gute Dienste geleistet und wir konnten auf diese Weise viel von der Umgebung hier sehen, dabei aber auf unsere Akklimatisierung und unsere Gesundheit achten.

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Nach dem Abendbrot ist's wieder Zeit fürs Briefing. Die Absprache für die nächsten drei Tage. Nico erläutert den groben Umriss, was wir uns anschauen sollten. Ich, die diese Gegend rein theoretisch schon bereist hat, werfe noch meine Wünsche ein.
Gemeinsam erarbeiten wir einen Plan und kritzeln die primitive DIN A4-Karte mit Hinweisen voll.
Mir bereitet die Reise in das Nubra Valley jedoch ziemlichen Respekt. Zum einen habe ich Bedenken wegen der zu überschreitenden Höhe, etwas Schiss vor der Straße, die immer am Hang verläuft und die meisten Bedenken habe ich bei der Planung für den Tag 2 im Nubra Valley. Da soll es nach Turtuk gehen, dem letzten Ort vor der Pakistanischen Grenze. Nico versichert uns, dass es sicher sei und keinerlei Gefahr für uns darstellt. Doch schon die Erwähnung des Wortes Pakistan löst in mir Unbehagen auf. Haben wir doch einundeinhalb Stunden Verspätung auf dem Flug nach Delhi in Kauf genommen, nur um nicht über Pakistan fliegen zu müssen.
Nun ja. In diesen Situationen beneide ich Rainers Gelassenheit. Aber er ist ja auch nur Mitreisender und hat heute noch so keinen genauen Überblick, was uns auf dieser Reise erwarten wird.

Im Zelt packen wir noch unsere Koffer zusammen und erst halb Zwölf liege ich im Bett.
Glücklicherweise wird Rainer (wieder einmal 😉) später fertig. So entdeckt er die Spinne auf der Bettdecke. Normalerweise würde ich in diesem Moment das gesamte Indus Valley schreiend aufwecken. Doch nicht nur ich, sondern auch die Spinne ist fertig mit dem Tag und hatte offensichtlich auch gerade einen Moment der Sauerstoffarmut. Sie lässt sich ganz entspannt ins Freie befördern ✌🏻