Taj Mahal,Agra,Uttar Pradesh,India,Indien

Taj Mahal...das wohl bekannteste Bauwerk der Erde

Das Bild des Taj Mahal kennt praktisch jedes Kind.
Und natürlich, wenn wir schon mal "in der Nähe" sind, wollen auch wir es mit den eigenen Augen sehen.
Gut, wir haben keine Überraschung erwartet, schließlich ist es es das Wahrzeichen Indiens schlechthin.

Ok. Aber bevor es nach Agra geht, essen wir ganz feudal Frühstück.
Wie auch gestern "beobachtet" uns der Buttler, andere Bedienstete füllen den Tisch mit westlichem Frühstück, das wir gestern mit der Chefin besprochen hatten.
Es ist wie in einem Film über die Könige der Welt. Aber es kommt einem so kalt und unwirklich vor. Jede Toastscheibe ist einzeln auf einen Toastscheibenhalter fixiert ... der Tee schmeckt köstlich, die "overeasy-Eier" sind perfekt.
Nur etwas Wärme fehlt ... kann hier nicht einer singen oder wenigstens Musik laufen lassen???
Man hört alles sogar das Auftragen der Marmelade.


Unser Fahrer ist wie immer gut gelaunt.
Er hat im Nebengemach übernachtet.

Nun geht es nach Agra.
Wir wollen jetzt endlich dieses Taj Mahal sehen!
In Reisebrichten und Reisführern habe ich immer gelesen, daß das Taj Mahal in Wirklichkeit viel kleiner aussieht, als man sich das vorstellt und viel schöner, als man es erahnt.

Die Straßen sind grottenschlecht und in einem Zustand, wie wir sie auf unserer gesamten Reise bisher noch nicht hatten. Fast verwunderlich. Hat doch der Ort durch das Taj Mahal einen extremen Zustrom an Touristen aus Indien und der gesamten Welt und damit Einnahmen in reichlicher Höhe, um die Straßen wenigstens zu befestigen.

------------ Taj Mahal --------------------------------

mumtazDas Taj Mahal ist das meistbesuchte Bauwerk Indiens.
Errichtet wurde es von Akbars Enkel Shah Jahan.
Das "Denkmal der Liebe" ist ein Mausoleum und Monument an seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal, die im Alter von 38 Jahren bei der Geburt ihres 14.Kindes gestorben ist. Obwohl er noch weitere 72 Gattinnen hatte, beriet er nur mit seiner Lieblingsfrau über wichtige politische Entscheidungen.
Für die Errichtung benötigte man 22 Jahre. 1653 ist es fertiggestellt worden.
Die Kosten für den Bau waren so groß, daß sein eigener Sohn Aurangzeb ihn vom Thron stürzte und ihn im Agra Fort (Rotes Fort) für die letzten acht Jahre seines Lebens gefangen hielt.
Das Taj Mahal wurde zum Inbegriff unvergänglicher Liebe. Jedoch ist weniger bekannt, daß Shah Jahan noch weitere 72 Gattinen hatte.

Interessant ist auch, daß die damaligen Herrscher ihre Moscheen und Tempel nicht aus den privaten Vermögen bezahlt haben. So ist das Taj Mahal durch Einnahme von Sondersteuern aus den umliegenden Dörfern finanziert worden.

shah jahan Der ursprüngliche Titel des Mausoleums war Rauza-i-Munavara, "Beleuchtetes Grab". So ist anzunehmen, daß erst die Europäer den Name Taj Mahal eingeführt haben, in Anlehnung an den Namen der Verstorbenen.
Der benötigte weiße Marmor wurde aus Makrana nach Agra gebracht. Jedoch ist nur der kleinste Teil aus reinem Marmor erbaut. Das Fundament ist aus Bruchsteinen und der Korpus ist aus gebrannten Ziegeln, die mit Marmor verkleidet wurden.

Nach dem Tod Aurangzebs, dem Sohn Jahans, verkam die Anlage und verwahrloste. Mitte der 30er Jahre des 19.Jh. plante der englische Generalgouverneur die Zerlegung des Mausoleums und die Verlegung nach England.
Als Pilotprojekt diente das Red Fort, dessen Teile nach England gebracht wurden, dort aber keine Abnehmer fand. Somit sah er sich gezwungen sein Projekt, das Taj Mahal zu verramschen, abzubrechen.

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Das ursprüngliche Tor zum Eingang in die Gartenanlage bestand aus reinem Silber. Doch nach dem Fall der Mogulherrschafft wurden viele wertvolle Gegenstände von Jats, einem lokalen Hindustamm, erbeutet. Heute ist das Tor ein Ersatz und besteht aus Kupfer.

Der Haupteingang hatte damals die Aufgabe nicht nur die Grabanlage und die unermeßlichen Wertgegenstände zu schützen, sondern die "profane Welt" von der spirituellen Welt zu trennen.
Auf dem Tor befinden sich Kalligraphien mit 13 Versen des Koran. Um die Symmetrie einhalten zu können, verändert sich die Größe proportional zu der Entfernung des Betrachters.


DAS ist der erste Anblick, den man hat, wenn man durch das Eingangstor schreitet.
Hier stehen unvorstellbar viele Menschen und versuchen die Faszination auf Video bzw. auf der Speicherkarte der Kamera festzuhalten.
Es ist noch kurz vor Mittag und so sind wir sicherlich zu der Zeit da, zu der die meisten Touristen hier sind.
Momentan scheint es unmöglich zu sein, an die Stelle zu kommen, an der man die vollkommene Symmetrie des Baus inklusive des Wassergrabens aufnehmen kann.
Aber wir haben ja nichts anderes vor ... und so entschließen wir uns, erst einen Rundgang zu machen, um dann die Gruft und die Nebengebäude zu sehen.
Vom Eingang wirkt das Taj Mahal ziemlich klein. Erst der Vergleich mit der Größe der Menschen die schon am Haupthaus sind, läßt einen die wahre Größe erahnen.

Noch ein paar Fakten:
Der Hauptbau steht auf einer 100x100m großen Sockelplattform. An deren vier Ecken befinden sich je ein 41m hohes Minarett.
Der Übergang von der quadratischen Plattform über den achteckigen Körper des Taj bis zur runden Kuppel soll den Übergang von der irdischen Welt (Quadrat) zum Himmel (rund) symbolisieren.




Hinter dem Taj Mahal blickt man auf das fast ausgetrocknete Delta des Yamuna.
Es ist ein Nebenfluß des Ganges und entspringt im Himalaya, fließt durch Delhi und durch Agra bevor er in Allahabad in den Ganges mündet.
Von hier kann man das Red Fort sehen, wo Shah Jahan die letzten Jahre seines Lebens in Gefangenschaft verbracht hat.



Links und rechts des Taj Mahals stehen zwei identische Moscheen mit roten Sandsteinfassaden. Die Kuppeln sind wiederum aus weißen Marmor.



Ja und selbstverständlich darf ein Foto von der berühmten Marmorplattform, von der sich schon viele bekannte Persönlichkeiten fotografieren lassen haben, in unserem Album nicht fehlen. Seit jedoch Lady Di allein auf dieser Bank aufgenommen wurde, sprechen hier alle von der "Lady Di Bank".



Ein Abschlußblick und ein Versuch die Symmetrie des Taj Mahal abzubilden.



Anschließend geht es zum...

------------ Agra Fort --------------------------------

Das Fort ist umschlossen vom 20m hohen und 12m dicken Mauern.
Auch der Bau des Agra Fort ist von Mogul Akbar in Auftrag gegeben worden.
Für die Fertigstellung benötigte man mehr als ein Jahrhundert. Demzufolge haben verschiedene Machthaber ihren Stil einfließen lassen.
Akbar, der in Fragen der Religion sehr tolerant war, vereinte hier christliche, hinduistische und islamische Baustile sowie Elemente des Jainismus. Der weitere Ausbau durch die nachfolgenden Herrscher zeigt jedoch deutlich islamische Züge.
Der Enkel Akbar's, Shah Jahan, der Errichter des Taj Mahal, ließ alle von Akbar aus weichem Sandstein errichteten Gebäude abreißen und aus Marmor ersetzen. Ein unvorstellbarer Luxus hielt Einzug. Die Marmorplatten wurden mit Goldmalereien, Einlegearbeiten mit Halbedelsteinen verschönert...offene Flächen und Höfe wurden mit Sonnensegeln aus weißgoldener Seide überspannt, die Böden mit Seidenteppichen ausgelegt und aus den Brunnen sprudelte Rosenwasser.
Das Fort selbst war zeitweise eine eigene Stadt.
Der Sohn von Shah Jahan hat wiederum seinen Vater wegen Verschwendungssucht, u.a. beim Bau des Taj Mahal, vom Thron abgesetzt und unter Hausarrest gestellt.
Von hier hatte Jahan jederzeit den Blickkontakt zum Taj Mahal, das knapp einen Kilometer von hier entfernt ist.
Shah Jahan verbrachte die letzten 8 Jahre seines Lebens hier auf dem Agra Fort.

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Das Anwesen ist riesengroß und keine der beschriebenen Schätze kann man hier sehen. Gut man kann sich das vielleicht vorstellen. Und so ist der Besuch auf diesem Fort nur mäßig interessant. Einzig und allein sehenswert ist der Anblick des Taj Mahal von dieser Stelle mit dem Hintergrundwissen der Geschichte über die Tragik Jahans.



Der Ausblick Jahan's zum Taj Mahal...



Den Rest des Tages verbringen wir als einzige Gäste auf "unserem" Anwesen.
Auf der Veranda, die total verstaubt ist ... aber was soll's ... überall in den Räumen liegen Decken, die nutzen wir als Unterlagen.
Ein Buttler bringt uns Tee in die obere Etage und wir lesen noch etwas über die Geschichten des alten Indien.


Die Einfahrt zum Palast...


Dann wollen wir den Ort Dholpur erkunden, doch werden wir nach einigen Minuten von geschätzten 50 Kindern und Erwachsenen umringt. Und es werden immer mehr Menschen, die uns folgen. Nicht daß sie betteln. Nein. Sie schauen uns staunend an wie 2 Marsmännchen. Wir fühlen uns wie Prominente, die von ihren Fans verfolgt werden. Ok. Das ist uns auch nicht ganz geheuer.
Wir gehen zurück in den Garten des Palastes.
Die Gartenanlage ist groß genug zum Spazieren und endlich kriege ich auch noch einen Pfau in seiner vollen Schönheit vor die Linse:







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