Orcha,Madhya Pradesh,India,Indien

...dann Orchha

------------ Orchha --------------------------------

Orcha liegt auf einer Felseninsel am Ufer des Flusses Betwa.
Von 1531 bis 1738 war es die Hauptstadt der kriegerischen Bundela-Rajputen.

Das bedeutendste Bauwerk ist das symmetrische Jahangiri Mahal.
Dieser Palast wurde von Bir Sing Deo zur Erinnerung an den Besuch des Mogulherrsches Jahangir im 17.Jh. erbaut.
Es heißt, daß Jahangiris Vater, der große Herrscher Akbar, den Hofhistoriker Abul Fazl zum Prinzen Salim (später Jahangir) geschickt hat und ihm schreckliche Konsequenzen angekündigt habe, falls er sich nicht bessere.
Bir Singh Deo tötete jedoch den Hofhistoriker, um den rebellischen Prinzen zufriedenzustellen.
Als Salim Kaiser wurde, stieg Bir Singh Deo zum Herrscher von Orchha auf.

Seine Bauwerke stellen eine reichhaltige Mischung aus verschiedenen architektonischen Stilen dar, vom Mogul-Baustil bis zur Jainarchitektur, die durchsetzt von persischen und europäischen Einflüssen sind.
Auf der einen Seite entstand die Stadt, auf der anderen das mächtige symmetrische Fort Jahangir Mahal. Beide wurden im 17. Jh. durch eine Brücke verbunden, die als eine Meisterleistung des Brückenbaus jener Zeit gilt.

Als der Hof nach Tikamgarh zog, gab man Orchha auf. Übrig blieben Paläste und Pavillions, die kaum instant gehalten werden.

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Das Frühstück im Hotel war so schlecht wie der gesamte Aufenthalt in diesem Hotel.
Beim Auschecken lasse ich mich doch tatsächlich verleiten -trotz meiner Unzufriedenheit mit diesem Hotel- meine mühsam geschriebenen 10 Postkarten an der Rezeption abzugeben.
In verschiedenen Hotels der Welt haben wir es genau so schon gehandhabt und ich nahm an, daß die Karten wie versprochen abgeschickt werden.
(Im Nachhinein weiß ich es besser...keine der Postkarten haben jemals den Empfänger erreicht...)

Unser nächstes Ziel, Orchha, liegt etwa 120 km südlich von Gwalior. Der Weg dorthin ist nicht wirklich aufregend.

Impressionen von unterwegs....


Als wir im Hotel einchecken geht es nicht nur freundlich indisch zu...nein, die Anlage ist ein Traum.
Unser Zimmer ist riesig und hat einen wunderbar friedlich wirkenden Ausblick.

Bis zur Besichtigung der hiesigen Highlights haben wir noch etwas Zeit. Erst erkunden wir die Anlage. Vom Dach des Hauses ist eine riesige Fläche zu sehen, die sicherlich für Großveranstaltungen o.ä. genutzt wird. Von hier oben hat man nun auch den Ausblick auf einige Bauten am Rande der Stadt.

Nach so viel "Anstrengung" nehmen wir erst einmal einen Masala Chai ein auf einem der Plattformen im Hof.

Das tut einfach nur gut...

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Anschließend geht's mit dem Auto in's Städtchen.
Wir besichtigen den Jahangiri Mahal, der wichtigsten Sehenswürdigkeit von Orchha.

Ich gebe zu, die Leidenschaft und das Interesse für diese Bauten nimmt mit jedem neuen Tempel ab.
Es ist einfach zu viel an aufeinanderfogenden Informationen.
Wir spazieren durch die Räume des Palastes...und ich denke nur, daß ich zu Hause einfach mal eine Matrix erstellen muß, um über alle genannten Marajas, Mogule, Rajputen und deren Verbündete einen Überblick zu bekommen. Natürlich gilt das gleiche für die Götter Indiens...

Am schönsten sind deshalb die Aussichten von Dächern auf die gesamte Gegend.
Erinnert mich an Bilder, die ich von Bagan gesehen habe...überall Tempel oder Überreste solcher Bauten...naja, wenigstens ein bisschen ähnlich ist das schon.
Und ich beschließe es nicht aus den Augen zu verlieren, sobald sich die Lage in Myanmar beruhigt hat, eine Reise dorthin zu planen. Denn eigentlich sollte es ja im März 2008 nach Myanmar gehen. Durch die Unruhen im Herbst 2007 habe ich schnell die Gunst der Stunde genutzt und Indien zu meinem Favorit gemacht.



Dann geht's zum Lakshmi Narayan Tempel.
Dieser erinnert an eine offene Bahnhofshalle. Davor und im inneren sitzen Menschen auf dem Boden...
Indische Touristen oder Einwohner? Keine Ahnung.
Die Deckenmalereien sind sehr schön allerdings im bedauernswerten Zustand...



Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig am Fluß Betwa zu sein, um hier den Sonnenuntergang zu beobachten.

Direkt am Ufer befinden sich 14 Kenotaphe (Scheingräber) oder Chattris (Ehrengräber) ehemaliger Herrscher von Orcha inmitten verwilderter Gärten.
Diese Ehrenmale sind überwuchert und vernachlässigt...für einen spektakulären Sonnenuntergang ist es eine schöne Kulisse.



Genau wie das Hotel ist auch das Hotelrestaurant ein Gehimtipp.
Mittlerweile kennen wir schon unsere Lieblingsgerichte.
Wir bestellen für uns 2 ganze 4 Gerichte aber ohne "Sättigungsbeilagen" wie Reis oder Kartoffeln.
Das Einzige was wir zusätzlich bestellen ist Naan, frischgebackener Naan...





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