Khajuraho,Madhya Pradesh,India,Indien

Khajuraho

Die Anlage ist großartig...und so viel Kultur und Geschichte erfordert auch mal Entspannung.
Zum 2.Mal während unserem Urlaub verlängern wir den Aufenthalt hier im Hotel um einige Stunden.

Wir genießen die Sonne und den Pool...und erst gegen Mittag fahren wir zu unserem nächsten Ziel: Khajuraho.
Es wird die letzte Fahrt mit unserem Fahrer, der nur ausnahmsweise so gebucht worden ist. Normalerweise ist er nur in Rajastan unterwegs.
Also gibt es noch ein Abschlußfoto zur Erinnerung.


Hier wieder einmal Aufnahmen von unterwegs...
Es ist keine Landesgrenze...wir müssen jedoch löhnen, um weiter fahren zu dürfen.


Wir verabschieden uns von unserem Fahrer und checken in Khajuraho in das Clarks Bundela ein. Es ist ein westlich anmutendes Hotel, vergleichbar mit einem Courtyard oder Best Western Plus. Beim Checkin wird schon klar: hier weilen ziemlich viele Touristen...nicht nur westtliche sondern auch aus Indien selbst.
Wir befürchten schon, daß es wie in Regency Gwalior wird...aber nein.
Die Zimmer sind hübsch und sauber. Auf dem Innenhof gibt es einen riesigen Pool.
Das Hotel bietet die Möglichkeit eine Yogastunde zu buchen.
Yoga mit 'nem Inder???...das will ich haben. Rainer ist zwar nicht begeistert aber interessiert. Also buchen wir eine Stunde für den nächsten Morgen.

Dann endlich lernen wir den neuen Guide kennen und starten unsere Tour.



------------ Khajuraho --------------------------------

Khajuraho war zwischen 950 und 1120 die Hauptstadt der Chandella Dynastie, einem Rasputenclan, die im 10./12.Jh. die führende Macht Nordindiens war.
Sie waren die Erschaffer der heutigen Hauptattraktion des Ortes, den Tempeln von Khajuraho.
Nach dem Untergang der Dynastie im 12. Jahrhundert wurden die Tempel sich selbst überlassen. Khajuraho wurde politisch, militärisch und wirtschaftlich bedeutungslos. Außerhalb des Interesses blieb es in der Zeit der Zerstörungen durch die Muslems unentdeckt und damit erhalten.

1819 entdeckte ein britischer Landvermesser die vergessenen Tempel im Urwald.
Seine Aufzeichnungen waren jedoch teilweise schlecht zu entziffern und so machte sich erst etwa 20 Jahre später ein Captain T.S.Burt auf die Suche der genauen Lage der Tempel.
Nach seiner Besichtigung des Ortes äußerte er, daß "der Bildhauer seinem Objekt zeitweise mehr Detailgenauigkeit zukommen ließ als nötig war.... und einige der Skulpturen "extrem anstößig" seien.

Seit 1986 gehört die Anlage zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Tempelanlage ist in drei Gruppen aufgeteilt: in die Ost-, Süd- und die Westgruppe. Ursprünglich sollen es etwa 85 Tempel gewesen sein. Die wichtigste ist die Westgruppe, in der auch der Lakshman und Vishwanath Tempel stehen. Die meisten Tempel haben den Ursprung im Hinduismus und Jainismus.

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Wir beginnen die Tour mit der östliche Tempelgruppe.
Erst den Parsvanath Tempel, einen Jain Tempel, der uns schon mit seinen Tafeln mit erotischen Szenen den ersten Eindruck bietet, was da wohl noch kommen mag.
Als Nächstes geht's zum Adinath Tempel.
Wir folgen aufmerksam den Ausführungen des Guides aber wie immer, kann man nur zuhören aber merken kann man sich das nicht.

Das Highlight sind dann die Tempel der westlichen Gruppe mit der größten Ansammlung von Tafeln mit Sexstellungen des Kamasutra.
Ganz offensichtlich gibt es hier nicht viel zu erklären, denn nach ein paar einleitenden Worten läßt er uns alleine und empfielt uns, bis zum Sonnenuntergang hier zu bleiben.
Hm.
Ja und wie kommen wir wieder zurück???...Er meint, wir sollen einfach am Tor nach ihm fragen.
Mit fragenden Gesichtern bleiben auch wir zurück...

Indien gehört bis heute zu den Ländern mit einer sehr konservativen Moralvorstellung. Sexualität vor der Hochzeit ist verboten und immer noch sind Ehen in bis zu 75% der Fälle von den Eltern arrangiert.
Das war wohl nicht immer so. Jedenfalls nicht im 10.-12.Jh. Die Außenseiten der Tempel sind voller Platten mit Figuren, die alle mögliche Stellungen aus dem Kamasutra zeigen.
Ich schaue mir die Stellungen an und muß feststellen, daß 2x/Woche 90 Minuten Yoga nicht ausreichen, um so gelenkig zu sein.

Obwohl nur zehn Prozent der rund 2000 Figuren an den 22 (je nach Literatur bis zu 25) erhaltenen Tempeln erotische Szenen darstellen (der Rest sind Situationen des täglichen Lebens mit kämpfenden Männern, Elefanten, Fabelwesen und Göttern), sind die meisten Besucher an den Orten, an denen unendliche viele im Liebesakt verschmolzene Mithuna Figuren dargestellt werden.

Der Park ist schön, doch nun nicht so schön, daß wir noch ewig auf den Sonnenuntergang warten. Wir haben alle Figuren gesehen und begutachtet, aber nun kann es wieder zurück gehen.
Am Ausgang suchen wir nach unserem Guide und ja, andere Fahrer suchen ihn... finden ihn aber auch nicht. Das geht eine ganze Weile so, bis wir uns schon entscheiden mit dem Taxi zum Hotel zu fahren.
Dann kommt er doch noch.
Auf dem Hinweg habe ich ja schon meinen Wunsch geäußert, daß ich noch eine Statue von Durgha, der Feuergöttin kaufen will. Er versprach, mit uns auf einen entsprechenden Markt zu fahren. Doch mittlerweile ist es duster und die meisten Händler haben nur noch irgendetwas im Angebot aber keine Durgha.
Hm.
Als es dunkel ist, erreichen wir das Hotel.

Das Abendbrot nehmen wir im Hotel ein. Hier ist eine à la carte Bestellung nicht möglich. Wir nehmen also an einem Büffet teil. Es war nicht schlecht - aber das hier hat nichts mit dem Indisch zu tun, das wir bisher hatten. Leider!





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