Kumbalgarh,Rajastan,India,Indien

...unterwegs von Jodhpur über Ranakpur nach Kumbhalgarh


Nach dem Frühstück geht es etwa 200 km gen Süden über Ranakpur nach Kumbhalgarh. 200 Kilometer in Deutschland zu fahren ist ja nichts Aufregendes und füllt nicht einmal den gesamten Vormittag aus.
Anders in Indien...
Zu allererst "kämpfen" wir uns wieder hupend aus dem Ort.
Wie immer ist es sehr interessant, das Leben auf der Straße zu beobachten. Überall wird gebaut. Die Straßen in Indien haben, jedenfalls was wir bisher gesehen haben, keine Standspur und so gut wie nie Leitplanken. Der Asphalt zwischen den Orten ist gut bis bröckelig. Oft sogar besser als im Ort selbst.

Unterwegs und im Stau stehend schauen wir einer Hochzeitszeremonie zu. Und zum ersten Mal wird unser Auto von bettelnden Kindern umsäumt. Sie sehen eine leere Wasserflasche im Auto liegen und zeigen darauf. Nur gut, daß wir so etwas nicht alleine erleben müssen. Unser Fahrer ruft den Kindern etwas zu und sie entfernen sich vom Auto.

Impressionen von unterwegs....


Ich bin froh, daß unser Fahrer immer mit offenen Augen durch die Gegend fährt und uns auch mal etwas zeigt, was nicht auf unserem Plan aufgeführt ist.
Und so parken wir am Straßenrand, um auf einem Hof zu zusehen, wie Sesam zu Öl auf primitivste Art und Weise verarbeitet wird.



Mittag gibt es im "Harmony Restaurant". Mitten im Nowhere. An einem kleinen begrasten Hang ist eine Art offenes Zelt mit einigen Tischen aufgestellt, sogar mit weißen Tischdecken.
Ja, es ist ein "no hospital" Restaurant.
Wir sind die einzigen Gäste und laden selbstverständlich unseren Fahrer ein...aber nein, er ziert sich, mit uns an einem Tisch zu essen.
Das Essen ist wie bisher auch extrem lecker. Es ist ganz selten, daß in den Speisen ein Fitzelchen Fleisch zu finden ist. Und obwohl wir eigentlich typische Fleischesser sind, hat es uns daran noch kein einziges Mal gefehlt.

Neben Kühen und Kamelen, mit denen wir die Straße teilen müssen, kreuzen Pfaue unsere Straße. Leider ist mir bis jetzt noch nicht einmal gelungen einen balzenden Pfau aufzunehemen....



Nächstes Highlight:

------------ Ranakpur --------------------------------

Der Tempelkomplex von Ranakpur ist ein Jain-Temple, wurde im 15.Jh. nach 60 jähriger Bauzeit fertig gestellt und besteht vollkommen aus weißem Marmor. Er befindet sich abgeschieden in einem bewaldeten Tal der Aravalli Berge.
1444 Marmorsäulen stützen die 29 Dächer der Tempelhallen. Keine Säule gleicht der Anderen. Im Inneren erinnert es an einen gotischen Bau.
Die Kultfigur im Inneren wird mit vier Gesichtern dargestellt. Diese stehen für die 4 Himmelsrichtungen und damit für die Macht des Kosmos.
Die Skulpturen an den Säulen sind extrem detaillgenau und sind aus einem Stück gemeisselt. Abweichend von den üblichen Jain Tempel ist der Bau quadratisch mit vier Eingängen. Das zum Überblick.

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Am Eingang des Tempelkomplexes werden wir nicht, wie gewohnt, von einem Guide begrüßt, sondern einem Tempelpriester. Dieser übernimmt die Führung, betet für uns und unser Wohlergehen an einem der vielen Altare...



Am frühen Abend erreichen wir das Aodhi-Hotel in Kumbhalgarh.
Kumbhalgarh habe ich auf unsere Wunschliste setzen lassen, da ich unbedingt diesen Rankpur Tempel sehen wollte. Aufgrund der doch sehr knappen Zeit unserer Reise, ist nur der Besuch der Festung zeitlich möglich geworden.

Das Aodhi-Hotel ist eine Resortanlage und liegt mitten im Waldgebiet.
Wir bekommen eine Art Villa zugewiesen, die richtig gemütlich eingerichtet ist.



Auf dem Plan steht heute nur noch eine kurze Stippvisite zur Festungsanlage, nicht aber in das Innere der Festung. Glücklicherweise hören wir im Foyer von anderen Touristen, daß das Highlight am Abend die für eine halbe Stunde beleuchtete Kumbhalgarh-Festung ist.
Ok. Wir machen uns auf die Suche nach unserem Fahrer, der wie immer in einem der Nebengebäude des Hotels untergebracht ist.
Er fährt uns zum Fort.
Wir stromern auf der gewaltigen und scheinbar unendlich langen Mauer, machen Fotos und fahren anschließend zu einem entfernten Aussichtspunkt, um von hier die gesamte Anlage sehen zu können.
Als die Lichter auf der Festung ausgeschaltet werden, ist es absolut schwarz. Einige gut Vorbereitete haben Taschenlampen dabei, so finden wir zu unseren Autos.



Das Restaurant ist voll mit westlichen Reisenden und wenig einladend.

Wir bestellen Kingfisher Bier, lassen uns das auf's Zimmer bringen und genießen den Abend.
Der Zimmerservice funktioniert wunderbar und versorgt uns mit Nachschub...
Das ist doch Urlaub.







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