Udaipur,Rajastan,India,Indien

Kumbhalgarh Fort und Udaipur ...

Das Wetter meint es nicht gut mit uns:
es ist sehr neblig, dafür aber warm.
Wir nehmen unser Frühstück auf der Terasse des Hotels ein. Die Aussicht ist wunderschön... noch besser wäre sie, wenn man einen besseren Weitblick hätte.
Zum Abschluß gibt es noch Aufnahmen von unserer bescheidenen "Hütte":


Dann folgt das Auschecken und die angesagte Besichtigung der Festung.
Am Eingang erwartet uns schon der Guide für die Festung.


------------ Kumbhalgarh --------------------------------

Das gigantische Fort Kumbhalgarh liegt in 1050m Höhe und wurde Mitte des 15.Jh. von Mahana Kumbha errichtet.
Wegen seiner besonderen Lage galt das Fort als uneinnehmbar. Man konnte von hier kilometerweit die Umgebung beobachten. Ende des 16.Jh. wurde es von islamischen Eroberern nur einmal erstürmt.
Die umlaufende 36 km lange Außenmauer ist so breit, daß sechs Reiter nebeneinander reiten konnten. Sieben Tore führen zum Eingang der Anlage.
Im letzten Jh. wurden Teile der Anlage renoviert. Jedoch sind fast alle Innenräume leer. Im Fort gibt es nur einige bewohnte Häuser.

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Wir besichtigen nur einen Teil des inneren Ringes der Anlage.
Man sieht ein paar Wandmalereien bzw. Fliesenarbeiten. Nichts Aufregendes.
Beeindruckend jedoch ist die Aussicht auf das zerklüftete Umland. Hier befindet sich das Kumbhalgarh-Reservat, wo u.a. der indische Wolf und Panther ihr zu Hause haben sollen. Leider haben wir solch' eine Tour nicht gebucht.


Unser Guide erzählt uns, daß die Anlage u.a. für Dreharbeiten indischer Filme genutzt wird.
Außerdem sind Grundstücke vergeben/verkauft worden, auf denen Familien ihre Häuser bauen können.



Mittags starten wir zu unserem etwa 100 km südlich gelegenem Ziel: Udaipur.
Die Fahrt dorthin ist weniger erwähnenswert.
Unser heutiges Hotel ist wieder ein Haveli, das Karohi Haveli. Es befindet sich am Rand des Piccola Sees. Das Zimmer hat wieder ein vorgelagertes ca. 1,2m breites Sitzfenster, von dem man auf einen Teil des Sees und den Palast schauen kann.
Es sind für uns keine weiteren Aktivitäten vorgesehen. Wir machen uns also auf und erkunden erst unser Haveli und dann diesen quirligen Ort.


Blick vom Dach des Karohi Haveli

Normalerweise würde ich jetzt sagen: "ich brauche jetzt einen Kaffee"...komisch, hier vermisse ich den Kaffee gar nicht. Hier trinken wir immer Masala Chai. Wir spazieren auf die westliche Seite der Stadt und beobachten Straßenbauarbeiten, die mit primitivsten Hilfsmitteln ausgeführt werden. Wir schauen in Geschäfte rein, die das ortsübliche Handwerk -Miniaturmalereien auf Stoff- anpreisen.


...bis wir im westlich anmutenden Hotel namens "Oberoi Udaivillas" (Oberoi ist eine gehobene Hotelkette Indiens) landen. Wir sind die einzigen Gäste hier, jedenfalls auf der Terrasse. Hier genießen wir einen überteuerten Tee und genießen die Aussicht auf den Shiv Nivas Palace und den Taj Lake Palace.



Dann geht's zurück in die Altstadt. Meine nächste Hürde ist nun das Überqueren der Fußgängerbrücke...ich schicke erst einmal Rainer vor... bevor ich vorbei gehe...
Zwar habe ich mich schon an den Anblick der überall rumliegenden Kühe gewöhnt, aber wenn diese so unverhofft einfach aufstehen... da habe ich vor der Gesamtgröße doch ein wenig Respekt.


Von der Brücke hat man einen noch besseren Blick auf See und Schloss...
Der Wasserstand des See's ist außergewöhnlich niedrig...und hier schwimmen nicht nur Algen...
Nun gut...WIR müssen ja hier nicht baden...und stinken tut's auch nicht.


Dann beobachten wir, was ich schon immer sehen wollte und es mir nicht vorstellen konnte, wie erst Wäsche gewaschen wird und dann waschen sich die Frauen selbst im See.
Das macht mich letztendlich etwas stutzig, denn bisher habe ich weder Frauen mit dreckigen oder befleckten Sari's gesehen noch habe ich jemals die Luft anhalten müssen, weil jemand stinkt.


Von diesem Ghat sieht man auch schön unser Haveli. Das gelbe Haus hat auf dem Dach ein Rooftop-Restaurant, wo wir heute Abend essen gehen werden.
Die Straßen in der Altstadt sind extrem eng...das amüsiert höchstens die Touristen, nicht jedoch die Einwohner. Ich habe eher den Eindruck, die gucken was wir so interessant finden, um es zu fotografieren.
Dennoch sind wir beeindruckt, wie gut so ein Stau, der meist durch eine mitten auf der Straße liegende Kuh entsteht, "aufgedröselt" wird. Letztendlich kommen die unterschiedlich motorisierten und nicht motorisierten Transportmittel und die dazwischenlaufenden Passanten ziemlich friedlich aus.



Auf den Straßen herrscht purer Trubel. Gerade als wir den Jagadish Temple besuchen, beginnt eine Pooja. Nichtgläubige sind immer willkommen nur ist Fotografieren strikt verboten. Ich bin froh darüber, daß wir zu richtigen Zeit am richtigen Ort sind.
Dieser Tempel wurde im Auftrag von Maharaja Jagat Singh um 1651 gebaut und ist Lord Vishnu gewidmet.

Udaipur gehört zu den Orten, die von sehr vielen Reiseveranstaltern angesteuert werden. Und so sind die Straßen auf dieser Seite der Stadt überfüllt von Menschen...links und rechts säumen Andenkenläden und Restaurants die Straßen. Auf diesen künstlich erzeugten Trubel können wir verzichten und laufen wieder auf "unsere" Seite.

Die langsam untergehende Sonne färbt den Himmel und das Wasser in einen rosa-lila Ton.



Im Rooftop-Restaurant gleich neben unserem Haveli lassen wir es uns wieder einmal gut schmecken und genießen den Blick auf die untergehende Sonne.





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