Lake Piccola,Udaipur,Rajastan,India,Indien

------------ Udaipur --------------------------------

Der Maharana Udai Singh gründete die nach ihm benannte Stadt Udaipur im Jahr 1559. Fortan war sie Hauptstadt von Mewar.
Udai Singh war Anführer des ältesten rajputischen Geschlechts. Seine Dynastie kann bis zum Jahr 566 zurückverfolgt werden.
Nach verlorenen Schlachten und damit dem Verlust ihrer Unabhängigkeit Anfang des 17.Jh., brachten friedliche Zeiten die Bautätigkeit voran sowie den Einzug von Kunst und Kultur.
In dieser Zeit wurde der City Palast wiederum erweitert, aber auch der Jagdish-Tempel erbaut (1651).
Verschiedene Herrschergenerationen, Zerstörung und Verwüstung der Stadt sowie der Wiederaufbau spiegelt sich in der Architektur der Stadt wider, der letztendlich vom Rajputenstil geprägt ist.

Die Lage Udaipurs, mit einer Kombination des größten Palast Rajastans gelegen am Lake Pichola inmitten einer Berglandschaft, verlieh dem Ort den Namen "Venedig des Ostens".
Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört neben dem Stadtpalast, die Sommerresidenz Jag Nivas sowie der Jagdish Tempel.
Der City Palace sowie der Lake Palace (Jag Nivas) sind beliebte Filmlocations. Zahlreiche Bollywood-Filme aber auch James Bonds Octopussy wurden hier gedreht.

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Das Frühstück gibt es auf dem überdachten Dachrestaurant des Havelis.
Es ist eher ein kontinentales Frühstück. Das Flair, durch die weiß gefliesten Wände, wirkt eher kalt.

grüne Wiese auf der Terasse im Hotel... ...und außerhalb des Hotels


Vor dem Haveli steht schon unser heutige Guide bereit. Er spricht ein recht gutes vor allem ein sehr verständliches Deutsch.

Zu allererst geht es in den City Palast, ein Konglomerat aus 11 Palästen... Momentan wird es als Hotel, Museum und Royale Residenz genutzt.
Und nein, wir sind nicht die Einzigen. Heerscharen von nationalen und internationalen Touristen haben genau die gleiche Idee. Teile des Palastes sind sogar wegen Dreharbeiten abgesperrt. Und so schieben wir uns durch den Palast...bewundern die Räumlichkeiten der früheren Herrscher mit und ohne Möbel. Ab und zu werden wir zu Außengängen geführt, von denen man einen wundervollen Blick auf den Piccola See hat.
(Übrigens gibt es verschiedene Schreibweisen für den Namen des Sees: Piccola oder Pichola. Ich habe mich für Piccola entschieden).
Die Menge an Informationen ist überwältigend und interessant, aber wer bitte soll sich das alles merken? Ich mache hier und da Aufnahmen und merke mir: Es ist schön, das hier gesehen zu haben. Indische Kultur ist interessant, aber ohne Vorbildung in indischer Geschichte fällt es schwer, alles zu verstehen.


Wandmalereien innerhalb und außerhalb des Palastes:



Anschließend geht es wieder mit dem Auto durch den undurchdringlichen Straßendschungel. Das zu beobachten, macht uns am meisten Spaß....das Gewimmel...das Gehupe der Autos und Mopeds. Da werden ganze Autoteile auf dem Moped transportiert.

Da gibt es nur eine eindeutige Feststellung:"...this is India..."



Als wir den Norden der Stadt erreichen, werden wir incl. Guide abgesetzt.
Hier besuchen wir einen wunderschön angelegten Park: Saheliyon-ki-Bari. Saheliyon-ki-Bari, heißt Jungferngarten. Überall sind Rosenbeete und üppige Bougainvillea-Büschen angepflanzt. Ganz zentral befindet sich ein Brunnen, an dessen Rand Wasserspiele angeordnet sind. Vier große weiße Marmorelefanten sprühen zusätzlich Wasser in das Becken mit Lotusblüten.
Angelegt wurde der Park von Maharana Bhopal Singh als Lustgarten, wo die Maharajas sich mit ihren Frauen und Konkubinen trafen.
Leider regnet es immer stärker. Ein Spaziergang durch den Garten fällt daher aus.



Außerhalb der Anlage bedrängen uns Händler mit ihren Waren.
Tatsächlich wimmelt unser Guide diese ab und führt uns in ein "offizielles" Verkaufshaus. Wir geben ihm zu verstehen, daß wir an dieser aus unserer Sicht überteuerten Ware der staatlichen Andenkenläden, nicht interessiert sind.
Gemeinsam fahren wir wieder Richtung Altstadt.
Wie alle bisherigen Guides, fragt auch er uns, ob wir lieber in ein westliches Restaurant gehen wollen oder aber lieber in ein typisch indisches Restaurant. Ganz klar, daß wir nicht nach Indien reisen, um westlich Essen zu gehen. Wir bleiben stehen vor einem Restaurant, bei dem ich schon beim Anblick der Fassade am liebsten "dagegen !" schreien würde. Hinter zwei schweren und übergroßen eisentorähnlichen Türen verbirgt sich ein Restaurant. Offensichtlich gehört es zu der gehobenen Klasse. Wir sehen viele indische Geschäftsmänner, die hier auch einkehren. Das Essen ist wieder einmal mehr als köstlich. Und auch unser Guide, so haben wir den Eindruck, ist froh, daß er hier auf Kosten des Reiseveranstalters essen darf.

Anschließend geht es zur Anlegestelle am Lake Piccola. Im 15.Jh. wurde für einen reichen Kaufmann, der verärgert war, daß zur Monsunzeit die Handelswege überschwemmt waren, ein Damm erbaut. Erst durch das Anstauen des Wassers entstand der Lake Piccola. Und erst 200 Jahre später siedelte sich Udai Singh hier an und gründete den Ort Udaipur.

Mit dem Boot fahren wir zu einem der zwei Seepaläste auf dem See, der Jag Nivas Insel, die vom Lake Palace Hotel vollkommen bedeckt bzw. verbaut ist. Auf dem Weg dorthin gibt es schöne Rundumblicke in Richtung der umlaufenden Ufer.



Dieser Sommerpalast wurde 1746 fertig gestellt und diente den Maharajas als Sommerpalast. Jetzt gehört es zu den besten Hotels der Welt vor allem wegen seiner ganz besonderen Lage.


Auf der Insel selbst gibt es nicht viel zu sehen.
Nur der Ausblick ist phänomenal.



Mit solch' einem Boot fahren wir wieder an Land und sehen uns in der "Crystal Gallery" Geschirr und Gläser der Herrscher von einst an.
Zuletzt genießen wir zusammen mit unserem heutigen Guide Tee und Kekse im Palast Restaurant. Der Kellner ist ein Hightlight, denn er sieht aus wie der Sarotti-Mohr...
Und alles bei diesem Ausblick.


Den restlichen Abend verbringen wir wieder im gestrigen Rooftop-Restaurant und genießen die Aussicht bei verschiedenen Curries.






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