Jaipur,Rajastan,India,Indien

Pushkar - Jaipur

Auf unserem Plan steht für heute nur die etwa 140 km lange Anfahrt in die Hauptstadt Rajastans, Jaipur. Für den Rest des Tages haben wir Freizeit. Deshalb nehmen wir uns schon am Vormittag die Freizeit. Es ist einfach zu schön hier, als daß man hier nur übernachtet. Und schließlich sind wir im Urlaub. Die Anlage und der Pool lädt einfach zum Verweilen ein. An der Rezeption bitten wir um ein late check-out. Kein Problem...bis 1pm können wir ohne Aufpreis im Resort bleiben. Wir informieren unseren Fahrer und machen, was wir wollen. Rainer kann nicht anders und muß ein paar Runden schwimmen und ich spaziere durch die Anlage und mache Aufnahmen.


Bevor wir jedoch Pushkar ganz verlassen, lassen wir uns dorthin bringen, wo man den Gesamtblick auf den heiligen See Pushkar's hat.


Hier noch ein paar Impressionen von dem, was man unterwegs aus dem Auto so sieht.
Sobald wir in die Nähe einer Stadt kommen, hier erreichen wir gerade Jaipur, wird es eng. Sehr eng.
Wir staunen immer wieder, wie ruhig unser Fahrer sich durch die chaotische Enge ohne jeden Kratzer am Auto schlängelt.
Man kann auch nicht erkennen, ob die Straßen jemals angezeichnete Linien hatten.
Ich vermute, es würde sowieso Niemanden interessieren.



...und das ist dieses Mal der Verursacher...nur fragen wir uns, wie es bei einer geschätzten Geschwindigkeit von nur ca.20km/h zu solch' dramatischen Unfällen kommen kann?



Das Mandawa Haveli ist heute unser zu Hause.
Dies ist wieder einmal ein "schloßartiges" Haveli, das durch viele Gänge wie ein Labyrinth aufgebaut ist.
Es ist 1896 erbaut worden von Thakur Bhagwat Singhji, dem 15. Herrscher Mandawas. In einem Innenhof gibt es einen kleinen Pool und in einem anderen Hof Springbrunnen. Das Foyer ist großzügig und reich dekoriert.
Vor dem Eingang sind Sitzplätze zum Verweilen oder zum Teetrinken. Das Haveli befindet sich unweit des Chand Pol, einem von sieben Eingangstore zur Altstadt.


Unser Zimmer ist eher eine Suite. Alles recht klein, verwinkelt, auf unterschiedlichen Ebenen... und die Fensterläden mit verzierten Intarsien.

Wir machen uns frisch und starten zur ersten Erkundung der Stadt.
Strahlt doch die Anlage des Havelis noch Ruhe aus, glaubt man vor der Anlage ein Zirkus zieht um.
Massen von Leuten... Kamele...Mopeds...Fahrräder...Rikschas... Eine unglaublich bunte Welt in die wir hier eintauchen.
Wir lassen uns treiben und beobachten.



Unzählige Händler mit allerlei Waren, wie Geschirr, Töpfen, Uhren, Lederprodukten, Silberwaren, Schmuck und Stoffläden reihen sich auf der Straße namens Chand Pol Bazaar in der Altstadt aneinander. Das ist weniger eine Touristengegend. Hier kaufen die Inder ein.
Es ist eine wahre Freude zuzuschauen, wie z.B. edle Stoffe offeriert werden... das Wort "verkaufen" wäre hier fehl am Platze.
Die Kunden sitzen und trinken Tee...die Händler stapeln unvorstellbare Mengen an Stoffen übereinander. Das alles auf engstem Raum. Ich frage mich, wie man sich zwischen so viel verschiedenen Farben und Mustern entscheiden kann?
Mir wird es schon beim Zuschauen schwindelig.


Ohne es zu realisieren, sind wir mehr als 2,5 km gelaufen.
Hier an der größten Kreuzung Badi Chaupar, ist nicht nur verkehrstechnisch die Hölle los, nein, hier kommen die Busse en masse angefahren und schippern Touristen an einer der bekanntesten Sehenswürdigkeit Indiens vorbei: am Hawa Mahal, besser bekannt als "Palast der Winde".
Und natürlich sind hier und wie zu erwarten nur hier, wo sich westliche Touristen tummeln, auch wieder viele Bettler unterwegs. Eine Frau umringt mich mit geschätzten 10 Kindern und zieht an meinem Arm. Na das kann ich überhaupt nicht leiden!


Man braucht nur hier zu stehen und im Sekundentakt ein Foto zu machen und hat jedes Mal ein anderes Bild.

Wir mischen uns ganz schnell unter die indische Bevölkerung und suchen uns einen Kiosk. Natürlich hat hier selbst die kleinste Verkaufststelle einige Plastik-Gartenstühle auf dem Bürgersteig davor stehen...wir kaufen uns Getränke und genießen den Anblick des nachmittäglichen Trubels. Hier beachtet uns niemand, auch keine Bettler.
Es ist, als wenn ein Film vor einem abläuft...



Mittlerweile haben wir ein gutes Gefühl und kein bisschen Angst, etwa beklaut zu werden. Wir sind ganz mutig, spazieren einen Teil unseres Rückwegs auf Seitenstraßen, durch Hinterhöfe, auf den garantiert nur selten ein Tourist gesehen wird. Uns bietet sich ein Bild des wahren Lebens der Bewohner.
Allerdings mache ich hier keinerlei Aufnahmen.

Als es langweilig wird, gehen wir wieder zur Hauptstraße.
Es macht uns auch keinen Spaß mehr, unter der Bogenpromenade zu laufen. Wir wollen ein Teil des Trubels mitten auf der Straße sein.
Also, wo ist es am sichersten?...Ganz klar: hinter einem, der seine primitive - für uns aus einem anderen Jahrhundert stammende - Holz-Karre, auf dem alter Schrott liegt, hinter sich her zieht...
Wie sehen einen altwirkenden, drahtig, um nicht zu sagen einen knochigen Mann, der diese Last alleine zieht. Unvorstellbar, welch körperliche Anstrengung der Mann leisten muß.
Na da haben wir doch den vollen Spaß erkannt...wir schieben von hinten...
Vorbeifahrende Autos und Rikschas winken uns und geben ihm irgendwelche Zeichen und alle freuen sich!
Auch wir sind happy, jemandem geholfen zu haben.

Als wir die Straße vor unserem Haveli erreichen, ist es schon dunkel. Wir verabschieden uns winkend von dem Mann ... der Mann bedankt sich ...
Ja... this is India ... !!!

Abendbrot nehmen wir im Restaurant des Havelis ein.
Mit uns im Restaurant sind auch 2 deutsche Reisegruppen, die sich am Büffet bedienen.
Irgendwie haben wir es schon hier geahnt: die Büffets für westliche Touristen sind lahm gewürzt...Der Kellner bestätigt uns in unserer Annahme.
Wir bestellen deshalb à la carte.





Counter