• Regen in Tokyo 
    Tag 1

Highlights des Tages

Naka Okachimachi & Ameyoko

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Schnäppchenmärkte und frischer Fisch. Wo sich Touristen und Einheimische treffen ...

Akihabara

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Konsum-Mekka für Elektronikfans sowie Treffpunkt der Manga- und Anime- Liebhaber ...

Tokyo Station

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Tradition trifft Moderne. Einer der modernsten Bahnhöfe in historischem Gewand ...

Tokyo bei Regen

Kurz nach 5am sind wir "fertig mit Schlafen".
Ist es die Aufregung? Vermute doch eher der Jetlag.
Schließlich gilt es acht Stunden Zeitunterschied zu überlisten.
Als Rainer die Faltgardine nach oben schiebt, bestätigt sich das was die WetterApp vorausgesagt hat: REGEN!
Aus dem tiefen Bett sehe ich die fetten Tropfen an den Wäscheklammern hängen...
Na ja. Da bleibt uns für den heutigen Tag nichts weiter übrig als ein Indoor Programm.

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Wir trinken einen Tee und starten kurz nach 8 am zum Tully's Coffee in Akasaka. "Richtiges" Frühstück, also was wir unter einem Frühstück verstehen, finden wir nicht.
Macht nix.
Wir verwöhnen uns mit einer warmen Waffel, gefüllt mit fluffiger Frischkäsecreme und Waldbeeren bedeckt mit Unmengen Schlagsahne und darauf wieder Beeren.
Wer braucht da noch Eier und Speck?

tullys cafe,sylwiabuch.de

Anschließend schauen wir uns an der Akasaka Station die Fahrrad Ausleihstation der Firma docomo-cycle an. Checken die Räder, die aussehen als ob die für Erstklässler geeignet wären.
Das Ganze ist uns etwas suspekt, denn die Anmeldung zur Ausleihe erfolgt ausschließlich online. Und die Website ist im feinsten Japanisch. Außerdem erfolgt die Freigabe eines Rades per Code, den man per Mail bekommt.
Also versuchen wir Rat zu holen in einem Hostel, das sich ganz in der Nähe von der Station befindet. Dieses Hostel wird auch im Internet als Verkaufsstelle von Ganztageskarten angegeben.
Hier finden wir jemanden von den Hostelbetreibern, der sehr gut englisch kann und uns die einzelnen Schritte erklärt. Hm. Wenn man weiß, wo man etwas eintragen muß, dann ist das tatsächlich nicht so kompliziert.
Trotzdem mag er uns gar kein Tagesticket verkaufen. Er warnt uns sogar davor, ein Rad schon von zu Hause zu reservieren. Denn die Räder sind ausschließlich E-Bikes und die Batterien oftmals schon am Morgen leer.
Ok. Heute regnet es sowieso und deshalb verschieben wir das Projekt "Fahrrad" auf morgen.

Von der Akasaka Station beginnen wir unsere Indoortour.
Das heißt nichts weiter außer etwas gucken, was es in den Läden so zu kaufen gibt.

Die U-Bahn Station hat sich nicht geändert.
Nach wie vor sieht alles so aus wie früher.
Das Ticket kaufen ist sehr einfach: man schaut auf die Übersichtstafel und sucht sich seine Verbindung raus. Gleichzeitig kann man ablesen wie hoch der Preis für die entsprechende Strecke ist. Der Mindestpreis beträgt 170 Yen (Stand: Nov.2016)
Was uns wieder einmal positiv auffällt, ist das Handling mit dem Fahrschein. Man checkt in die Station ein in dem das Ticket in eine Art Schranke gesteckt wird. Hier wird gekennzeichnet, wo man eingestiegen ist. Das Ticket darf nun nicht weggeworfen werden. Denn beim Verlassen der Zielstation kommt man nur raus, wenn das Ticket wieder in den Automaten gesteckt wird. Ist der gezahlte Betrag ausreichend, öffnet sich die Schranke. Das Ticket verbleibt im Automaten. So liegen auch keine Tickets auf dem Boden.

#Naka Okachimachi & Ameyoko

Zuerst geht es nach Naka-Okachimachi Station.
Wir fahren mit der Chiyoda Line (grüne Linie) bis Kasumigaseki und dort wechseln wir zur Hibiya Line (graue Linie). Die Verbindung von einer Linie in die andere erfolgt mittels Fußgängertunnel. Alles ist sehr gut ausgeschildert. Verlaufen ist kaum möglich.

Naka-Okachimachi,sylwiabuch.de

Gesehen in Naka-Okachimachi:
Scheiben mit noch sichtbaren Drähten im Glas. Dies dient der Sicherheit wegen der ständigen Erdbeben in Japan. Als wir hier gelebt haben, waren alle Scheiben so gestaltet. Und irgendwann fiel einem das gar nicht mehr auf, daß die Scheiben nicht so klar wie zu Hause sind.
Bei späteren Besuchen in Tokyo wurden die Drähte immer dünner und nun kommen sie ganz ohne sichtbare Drähte aus. Jedenfalls in den modernen Gebäuden.

Naka-Okachimachi,sylwiabuch.de

In Naka-Okachimachi regnet es genauso wie in Akasaka.
Unser Ziel ist das "Lila Kaufhaus". Hier gibt es so ziemlich alles zu kaufen.
Allerdings nichts, was man nicht wo anders auch bekommen würde.
Doch sind die Preise für Lebensmittel in diesem Kaufhaus besonders niedrig. Hier "Schnäppchenmarkt" genannt.
Wir stromern durch die Etagen. Und erst in der untersten Etage, der Lebensmittelabteilung kaufen wir ein paar Süßigkeiten. Es ist schon schön anzusehen, wie ansehnlich und dekorativ die Verpackung der einzelnen Schachteln ist.

Naka-Okachimachi,sylwiabuch.de
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Unweit von hier befindet sich der Ameyoko Markt.
Ursprünglich waren in den U-Bahnbögen der Yamanote- und JR Keihin-Tohoku Linie sowie auf der gegenüberliegenden Seite hauptsächlich Fischstände. Frischer Fisch, der am frühen Morgen in Tsukiji ersteigert wurde, ist hier angeboten worden.
Wir staunen nicht schlecht als die ersten Stände nur noch Billigware wie Schuhe, Taschen, Oberbekleidung anbieten.
Das besondere Flair, das Schreien und Rufen der Fischverkäufer gibt es nicht mehr.
Dann irgendwann, nach etwa einem Drittel der Strecke kommen auch einige altbekannte Stände. Einen Verkäufer erkenne ich sogar. Den habe ich schon 2010 fotografiert!
Ok. Wer den Markt nur so kennt, findet diesen bestimmt interessant.
Wir nutzen die erstbeste Verbindung um das Areal zu verlassen.

ameyoko,tokyo,sylwiabuch.de
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Kleines Bild ist von 2010

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Manche Übersetzungen können echt in die Hose gehen...

#Akihabara

Es hat aufgehört zu regnen und wir entscheiden uns, den etwas mehr als einen Kilometer bis Akihabara zu Fuß zu laufen.
Akihabaras "Don Quijote" ist nur einer der vielen Filialen eines Discounters der über mehrere Etagen ein umfangreiches Sortiment an Haushaltswaren, Elektoartikeln, Kosmetika und eine Auswahl an haltbaren Lebensmitteln anbietet.
Nichts Besonderes also.
Besonders ist hier die Enge, die unvorstellbare Menge an Waren auf kleinstem Raum. Und die Musik. Wo gewöhnlich leise "Dudelmusik" den Kunden fast hypnotisieren will, damit er in Kaufrausch gerät, ist die Musik hier laut, schrill und aus jeder Reihe auch noch anders!
Einfach klasse!
Einkaufen kann man hier nicht. Man kann sich gar nicht konzentrieren
Und wir "schaffen" auch nur zwei Etagen. Dann reicht's.
Vermutlich wird es Japanern beziehungsweise Tokioter Einwohnern gar nicht auffallen, wie extrem ein Besuch in einem solchen Laden auf einen Mitteleuropäer wirkt.
Irgendwie kann ich es trotzdem nur jedem empfehlen ein solches Kaufhaus zu besuchen.
Es ist eine klasse Erfahrung!

Don Quijote,tokyo,sylwiabuch.de
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Hier habe ich noch ein kleines Video für die musikalische Untermalung

Akihabara ist bekannt für seine Elektronikgeschäfte aber auch als Otaku-Treffpunkt. Cosplay Cafés, Manga-und Animeanhänger haben hier ihre Treffpunkte.
Heute ist Samstag und ganz Tokyo ist auf den Beinen.
Am achtstöckigem Sega-World-Shop findet irgendeine Veranstaltung statt. Keine Ahnung was genau hier abgeht. Es wird eine andere Interessengruppe angesprochen, als wir es sind. Hier fallen uns besonders die vielen chinesischen Touristen auf.
Na gut.
Wir lassen uns mit zwei überdimensionalen Sega-Taschen beschenken und trotz der Größe fallen wir kaum auf.

Akihabara,tokyo,sylwiabuch.de
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Bevor wir das Gebiet verlassen, schauen wir noch ins "Yodobashi Camera" rein.
Das Sortiment an Kameras und Objektiven erschlägt mich.
So viel Auswahl sind wir in Deutschland einfach gar nicht gewöhnt!
In der Schreibwarenabteilung suche ich nach einer bestimmten Büroklemme.
Aber bevor ich die Stelle überhaupt erreiche, muß ich an etwa dreißig Metern verschiedener Kugelschreiber und Stifte, fünf Meter Bleistiftanspitzer, mindestens ebenso vielen Scherenangeboten vorbei...
Zuletzt habe ich ganz vergessen, was ich hier eigentlich wollte.
Oje. Ich werde alt!

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#Tokyo Station

Tokyo Station ist unser nächstes Ziel.
Das Gebäude des Tokyoter Bahnhofs hat zwei völlig verschiedene Gesichter.
Auf der Marunouchi Seite ist die Fassadengestaltung sehr europäisch.
Das Aussehen ist an den Hauptbahnhof von Amsterdam angelehnt.
An der modernen Seite, der Yaesu Seite, befinden sich moderne Bürotürme. Unter anderem das Tekko Building, der Sepia Tower sowie der Trust Tower.
Das Backsteingebäude wurde 1914 fertiggestellt. Neuerliche Restaurierung des Gebäudes wurde 2012 beendet. Das Gelände vor dem Gebäude ist allerdings noch nicht fertig und der bekannte Weitblick nicht möglich. Überall Planen und Absperrungen.
Im Bahnshofsgebäude befinden sich neben den 28 Bahnsteigen eine kaum überschaubare Anzahl an Shops und Restaurants, das Tokyo Tourist Center sowie eine Kunstgalerie. Nicht zu vergessen das Tokyo Station Hotel, das sich als einziges Hotel Japans in einem historischen Gebäude befindet.
Der Bahnhof von Shinjuku hat der Tokyo Station inzwischen den Rang abgelaufen.
"Nur" noch etwa 400 Tausend Menschen benutzen täglich mit 3.700 Zügen die Nummer Zwei unter den Tokyotern Bahnhöfen.
Hier kann man sicherlich Tage verbringen und es würde nicht langweilig.

Tokyo Station,tokyo,sylwiabuch.de
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Wir allerdings sind am Ende unserer Kräfte.
Jetzt macht sich der Jetlag bemerkbar. Und auch die Aufnahmekapazität ist am Ende.
Besser gesagt: unsere Festplatte ist voll!

Wir fahren nach Akasaka zurück, kaufen uns in der Konditorei ein paar schnell verwertbare "Kohlenhydrate" und trinken zu Hause einen Kaffee.

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Das ist kein Spielzeuggeschäft - das ist die Auslage einer Konditorei

Doch auch der kann uns nicht wach halten.
Es ist 5pm. Durch das schlechte Wetter ist es eh sehr trüb und dunkel.
Wir entscheiden uns für einen gepflegten Mittagsschlaf!

Ganze fünf Stunden später kommen wir wieder zu uns.
Na Klasse. Das hat eben unser Körper gebraucht.
In Mitsuke haben die meisten Restaurants schon geschlossen.
Samstags ist hier nicht wirklich viel los.
Ein Laden hat noch geöffnet und ist sehr gut besucht.
Wir essen Ramen und Gyozas, trinken leckeres frischgezapftes Bier bevor wir den Tag beenden.

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Leider wissen wir nicht, was dieses Hinweisschild uns sagen will: nach 20 Bier nicht mehr Autofahren ???
Oder Bierglas nicht auf's Autodach stellen und losfahren ???

Morgen ist ein neuer Tag.
Mein Fotoapparat hatte heute Ruhetag. Nur das Smartphone war im Dauereinsatz.
Ach übrigens, für morgen ist besseres Wetter angesagt.

Gelaufene Strecke:

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