• Winterwonderland 
    Tag 6

Highlights des Tages

Winterwonderland

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Rote Blätter auf weißem Schnee ist schon eine Augenweide ...

Machida

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Im Laufe der Jahre hat es sich zu einer ordentlichen mittelgroßen Stadt entwickelt ...

六本木 by night

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Roppongi bleibt sich - jedenfalls am Abend - treu ...

... wer hat so viel Schnee bestellt ?

Mein erster Blick gilt der Aussicht.
Der zweite Morgen und wieder ist der Fuji nicht zu sehen!
Noch im Bett liegend sehe ich nur Nebel.
Wenn man jedoch den Wetterverlauf während unseres Aufenthaltes betrachtet, so folgte bisher nach einem Schlechtwettertag immer ein Sonnentag.
Demnach müsste heute ein Sonnentag sein. Stimmt aber nicht.
Wie ärgerlich!
Noch während wir uns so unsere Gedanken machen, hören wir von draußen eine Ansage. Die kindliche Frauenstimme redet und redet. Alles in Japanisch.
Wir verstehen absolut gar nichts von dem, was sie sagt.
Und natürlich traue ich den Japanern zu - wir beide trauen denen das zu - dass sie selbst bei größter Gefahr eine Ansage machen, die für einen nicht japanisch sprechenden Ausländer wie eine beruhigende Gute-Nacht-Geschichte klingt.
Wir machen uns lustig und nach den vielen verschiedenen Erlebnissen während unseres Kurzurlaubes, überlegen wir, ob jetzt der Fuji ausgebrochen ist oder eine Lawine auf die Stadt rollt...?

Als wir rausschauen, könnte die Überraschung nicht größer sein:
Es hat geschneit.
Nicht etwa ein wenig. Nein. Die Bäume, die Parkwege und die Autos sind von einer zwanzig Zentimeter dicken Schneeschicht bedeckt.
Rainers erste Reaktion: "Wie soll ich denn mit den Sommerreifen zurück nach Tokyo fahren?"

view from Hotel,sylwiabuch.de

Nach dem Frühstück und nach dem Besuch im Panaroma Floor, von dem man am heutigen Tag gar nichts sehen konnte, checken wir aus.
Ich schaue jetzt nochmal im Onsen nach der jetzt für die Benutzung geschlossen ist. In den Becken ist kein Wasser. Zwei Männer schrubben den Boden mit einer Bürste.
Überall.
Mir fallen meine gestrigen Fragen während meinem Aufenthalt hier ein:
Kriege ich jetzt Fusspilz ohne Badelatschen?
Wie sauber ist das Wasser hier?
Kann ich mir eine Krankheit holen?
Jetzt sehe ich, dass meine Bedenken völlig unbegründet waren.
Nicht nur das Wasser wird täglich erneuert. Nein, die Becken werden penibelst gereinigt.
Ich frage, ob ich nun ein paar Fotos machen könnte, da sich hier niemand aufhält.
Sie verlassen die Becken und geben mir ihr ok zum Fotografieren.

#Winterwonderland

view from Hotel,sylwiabuch.de

Während Rainer mit Hilfe von Besen und Schneeschieber, das ihm das Personal gegeben hat, das Auto freischaufelt, bin ich als rasender Fotograf in der Parkanlage des Hotels unterwegs und versuche den unglaublichen Anblick der bunten Ahornblätter unter weißem Schnee festzuhalten.

snow, winter in kawaguchiko,sylwiabuch.de
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Laut GoogleMaps ist die schnellste Verbindung nach Tokyo über die Tollroads. Die sind aber auch momentan alle voller Staus.
Ich suche uns eine Route aus, die nicht nur kostenlos ist, sondern die offensichtlich wenig befahren ist.
Vorher geht es noch einmal durch den tief verschneiten Ort.
Am Hauptbahnhof steht ein Tori. Bisher ist uns dieses noch gar nicht aufgefallen. Als Kontrast zum weissen Schnee ist das natürlich ein tolles Motiv - wie ich finde.

train station kawaguchiko,sylwiabuch.de
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Wir fahren die Strasse 413, die Doushi Road.
Anfangs ist die Strasse geräumt. Kurz nachdem wir aber den letzten Ort verlassen haben, geht es über Neuschnee weiter.
Und es schneit nach wie vor.
Immer wieder fallen "Schneeberge" von den riesigen Nadelbäumen. Und jedes Mal ist die Sicht sekundenlang absolut Null!
Es sind sehr wenige Autos unterwegs. Auch sehen wir zwei Autos, die die Kurve nicht geschafft haben und halb im Graben hängen.

Impressionen von unterwegs:

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Als wir das Bergland verlassen, hört es auch auf zu schneien.
Hier liegen nur noch kleine Schneereste.

#Machida

In Machida machen wir Pause.
Machida gehört zur Präfektur Tokyo und ist praktisch eine Erweiterung der Stadt. Es ist eine relativ junge Stadt und ist gebaut worden, um preiswerte Wohnungen für Familien anzubieten, die zwar in Tokyo arbeiten, sich aber das Leben dort nicht leisten können.
Wir kennen Machida, als es noch im Entstehen war.
Für uns war es damals attraktiv, um preiswert allerlei Dinge für den Haushalt einkaufen zu können.

Jetzt ist die Stadt zugebaut. Das Zentrum eng. Und voller Geschäfte und Restaurants. Bei Tullys trinken wir einen Kaffee. Dann schlendern wir noch ein paar Strassen ab, bevor wir Machida "als gesehen" abhaken.

machida,japan,sylwiabuch.de
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Tokyo erreichen wir, als es schon dunkel ist.
Es geht vorbei an Shibuya, Omotesando über die Aoyama Richtung Roppongi.

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Unsere Übernachtung für die nächsten drei Nächte befindet sich in einem zehnstöckigem Haus zwischen Nogizaka und dem Midtown Roppongi.
Auch diese Wohnung habe ich über AirBnB gebucht.
Der Schlüssel liegt wie zugesagt im Briefkasten, der durch ein safeähnliches Schloss abgesichert ist.
Die Wohnung ist klein. Viel kleiner als unsere erste Wohnung.
Im Flur, der etwas mehr als ein Meter breit ist, stehen eine Waschmaschine, ein Regal mit Wasserkocher, Mikrowelle, Reiskocher und ein Schrank in dem auf wundersame Weise eine Spüle und ein Kochstelle passen. Das Bad ist unvorstellbar eng. Und im Wohnraum steht ein breites Bett, ein Schrank und linker Hand so etwas wie eine Liege ohne Beine.
So stehen wir mit unserem Gepäck da und überlegen, wo wir etwas abstellen könnten. Ein Klappstuhl wird zur unserer Ablage.
Naja. Ernüchternd.

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Man sollte also nicht allen Bildern trauen. Moderne Weitwinkelobjektive machen eben schon mal aus einem Meter auch Zwei.
Auch die Einrichtung des bereitgestellten Pocket-Wifi ist anfangs etwas tricky. Jemand hat in den Einstellungen den Wifi-Namen geändert.
Doch dieses Problemchen ist keins, das wir nicht lösen können.

Wir parken direkt am Eingang des Hauses. Und das ist definitiv kein offizieller Parkplatz sondern eher nur eine Kurzzeitmöglichkeit.

Dann bringen wir das Auto zur Vermietstation im Mori Tower zurück, unweit von unserer Übernachtung. Nachdem also alle Formalitäten erledigt sind, schauen wir uns an der Roppongi Crossing um.

#六本木 by night

六本木 (Roppongi) heißt wortwörtlich übersetzt: "sechs Bäume".
Vermutlich ist der Name bis auf die Meiji Zeit zurückzuführen. Als sechs Samuraifamilien das Zeichen für Baum 木 (ki) als Bestandteil in ihrem Namen hatten. Mit ihnen hatten auch andere wohlhabende Beamte und Unternehmer hier ihren Wohnsitz.
Der Stadtviertel errang so seine Attraktivität.
Zwei Kaiserliche Regimente waren zusätzlich in Roppongi stationiert. Nach der Niederlage Japans im zweiten Weltkrieg ließen sich an dieser Stelle die amerikanischen Besatzer nieder.

Roppongi und Azabu zog die meisten Ausländer an, denn hier sind auch die meisten Botschaften ansässig.
Seit den 1960er Jahren siedeln sich hier auch die cosmopolitisch orientierten Cafés und Bars, Künstler aus Unterhaltung, Show und der Modebrache. Es ist zu einem Vergnügungsviertel aufgeblüht.
Es entstand ein Zentrum für Nachtbars und Etablissements des Rotlichtviertels.
Angeblich wird noch heute ein großer Teil des Vergnügungsviertels von der Yakuza kontrolliert.

Ab den 1990er Jahren begann man mit dem Bau neuer, moderner Wohnhäuser inklusive Shoppingcenter und attraktiven Bürohäuser, wie den Mori Tower in den Roppongi Hills beziehungsweise Tokyo Midtown.
Die Internationalität sollte bleiben - der Ruf des Stadtbezirks jedoch grundsätzlich geändert werden.
Abends bleibt sich Roppongi jedoch nach wie vor treu und zieht viele Vergnügungssüchtige an. Egal ob national und international.

Die Gaien Higashi ist voll mit Stripclubs, Discos, Karaokeclubs und ähnlicher Lokale.
Und ganz untypisch zum restlichen Tokyo ist es auf dieser Straße am frühen morgen so schmutzig, wie man es aus anderen Großstädten der Welt kennt! Flaschen, Getränkedosen, Müll jeglicher Art verschandeln das Bild der Straße, der zu Roppongi gehört.

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Wir entdecken das Outback und entscheiden uns dort zu essen.
Das Schöne an diesen Ketten-Restaurants ist, dass man weiß was man bekommt.
Doch bevor wir das Übliche bestellen, stoßen wir auf die drei Tage Autourlaub an, das uns wie Urlaub vom Urlaub vorkommt.
Mein Steak kommt statt mit einer "Baked Potato" mit Pommes Frites.
Nö. Darauf habe ich so gar keinen Appetit.
Japan, sylwiabuch.de Unser Kellner offeriert uns, dass sein Englisch sehr schlecht sei. Prompt erscheint der Manager und klärt die Sache. Nimmt meinen Teller und bietet mir als Entschädigung die Tagessuppe an.
Suppe?
Ach nö.
Ich schlage ihm einen weiteren "Cosmo" vor. Aber Suppe braucht er mir nicht zu bringen.
Der Zweite Versuch gelingt dann und ich bekomme die georderte Speise. Und ein wenig später den Cosmo.
Übrigens: Hier gibt es kein kostenloses Wifi.

Im Seven-Eleven holen wir uns dann ein paar Getränke und dann heißt's:
"Lets say: It was a day!"