• New York 

Das Beste kommt zuletzt

Der Tag ist eigentlich ziemlich schnell erzählt.
Da ist er nun: der letzte Tag unserer Kurzreise.
Das Wetter ist grandios.
Den Besuch der Aussichtsplattform auf dem World One Observatory haben wir immer wieder vor uns hergeschoben. Wetterbedingt.
Und gestern endlich hat Rainer die Tickets online gekauft.
Und da wir schon in Baltimore so enttäuscht waren, dass die Wartezeit für den Besuch des dortigen Aquariums so lang war, dass wir es dann ganz ausgefallen haben, haben wir Tickets gekauft, die absolut zeitunabhängig und ganz ohne Anstehen einzusetzen sind.
Der Mehrpreis war es uns wert.

Wir starten also in Waldwick gegen zehn Uhr und fahren bis Weehawken, wo das Auto pausieren darf.
Mit der Fähre der NY Waterway geht es zum Pier 79 in der 39th Street West in Manhattan.
Der Shuttle Bus setzt uns an der Ecke West Broadway/Murray Street ab.
Es ist der südlichste Punkt, den der Ferry-Shuttle in Manhattan ansteuert.
Von hier sind es nur ein paar wenige Schritte bis zum One World Trade Center

# One World Obeservatory

Es ist Samstag Mittag und die Schlange der Anstehenden hält sich in Grenzen.
So gesehen, hätte man auch hier vorort die Tickets kaufen können.
Aber das konnten wir ja nicht ahnen.

Nun trennen sich unsere Wege.
Rainer (bewaffnet mit meiner EOS) und Frank fahren nach oben und lassen sich von der oppulenten Show berieseln.
Und natürlich gibt es auch nette Aufnahmen vom Ausblick des höchsten Vistapoints New York Citys.

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Währenddessen schaue ich mich am Boden um.
Es ist schon beeindruckend was hier gebaut wurde.
Hier waren wir zum ersten Mal 1994.
Das Obergeschoss der Twins bot schon damals den besten Blick auf die Stadt. Es gab noch kein Internet und natürlich keine Möglichkeit Tickets online zu kaufen.
Zweieinhalb Stunden haben wir mit unseren Kindern hier angestanden. Eine echte Tortour!

Im Dezember 2001, also drei Monate nach dem Anschlag war ich zum zweiten Mal an dieser Stelle.
Die Überreste der Twins wurden gerade abgetragen und der Platz rings um das Gelände abgesperrt.
Alle Zäune wurden als Trauerort mit vielen Bildern der Opfer genutzt.
Und zur jeder Zeit standen viele Trauernde und lasen die Nachrichten und Briefe.
Ein sehr bedrückender Ort.

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Heute ist alles anders.
An der Stelle wo damals die Twins standen, erinnern zwei riesige Becken an die Opfer von 9/11.

Dann schaue ich mir dieses seltsame, vogelartigem Gebilde an. Der oder das Oculus.
Es ist ein - was sonst - Shoppingcenter und Bahnhof in Einem.
Irgendwo habe ich etwas gelesen, dass es „Phönix aus der Asche“ darstellen soll, als Symbol für Auferstehung und Neubeginn sozusagen.

Das Bauwerk ist 111 Meter lang und bis zu 49 Metern hoch.
Beeindruckend ist es schon von aussen. Aber der Anblick von innen beeindruckt mich persönlich noch mehr. Auf mich wirkt es wie eine Kathedrale. Ganz in weiss. Ganz clean.
Es herrscht hier drin eine sonderbare Akkustik.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des World Trade Centers befindet sich das Gebäude des Brookfield Places.
Hier waren wir schon 2009. Die Innengestaltung hat uns schon damals fasziniert.
Dass auch dies ein Shoppingcenter war - daran kann ich mich so gar nicht erinnern.
Wie auch immer. Die "üblichen Verdächtigen" haben jetzt hier ihren Shop.
Der Blick von der plateauförmigen Treppe im Obergeschoss ist schon allein wegen des Ausblick empfehlenswert:
Auf der einen Seite kann man den Oculus sehen und auf der anderen Seite hat man den Blick Richtung Hudson River und New Jersey City.

Nach anderthalb Stunden Solotour gibt es noch eine "Verbindung nach oben".
Am Oculus stehend facetime ich mit meinen Männern, die sich noch auf dem Deck befinden.
Das ist mal Technik die begeistert

Anschließend gehen wir gemeinsam nochmals zum Gebäude Brookfield Places.
Denn in der unteren und ersten Etage gibt es einen Foodcourt.
Die angebotenen Speisen sehen alle sehr apetitlich aus.
Besonders die Stände in der oberen Etage sind angesichts der touristischen Lage preislich sehr "normal".

Jetzt hätten wir noch Zeit.
Genug Zeit um zum Central Park zu gehen.
Denn 19 Uhr habe ich bei Keens Plätze reserviert.
Doch sind wir so ziemlich gesättigt von dem was wir schon gesehen haben.
Deshalb zieht auch eine gewisse "ich-will-nicht-mehr-Stimmung" auf.

New York, USA, sylwiabuch.de

Der Reiseleiter ist nun gefordert.
Wir nehmen den Shuttle Bus zum Pier und fahren zurück nach Weehawken.
Mit dem Auto geht es nach Brooklyn.
In Bushwick - so habe ich es heute durch Zufall in einer Zeitung gelesen - findet die Bushwick Collective Blockparty statt.
Von Bushwicks Graffity waren wir ja schon vor ein paar Tagen höchstbegeistert.
Ich war mir sicher, dass Frank das noch nicht gesehen hat und so können wir als Besucher ihm noch etwas Neues zeigen

Als wir aus dem Auto steigen, ist unser Sohn sichtlich irritiert.
So nach dem Motto: "wo treiben sich meine Alten rum wenn sie alleine unterwegs sind".
Heute geht hier die Party ab.
Das Wetter ist dafür genau richtig.
Alles was sich hip fühlt ist hier unterwegs.
"Unsere" Lieblings-Graffity sind teilweise verschwunden beziehungsweise auch fertiggestellt worden.

Von der Terasse des SeaWolf-Restaurants kann man das Geschehen wunderbar beobachten.
"Gucken ob keener guckt" wie der Berliner sagt.

Wir beschliessen den Termin im noblen Keens abzusagen.
Sorry Franki, dass Du deshalb den gesamten Tag im Hemd und nicht im T-Shirt und Kapuzenjacke unterwegs sein "musstest"!

Für die Heimfahrt ist es jetzt einfach noch zu früh.
Also geht's noch in eine Rooftop-Bar. Gleich hier um die Ecke.
Ein guter Reiseführer ist natürlich für solche Fälle bestens vorbereitet .
Wir gehen ins Northern Territory.
Allerdings müssen wir hier eine halbe Stunde anstehen.
Und die Toiletten sind unterirdisch.
Dafür ist der Blick Richtung Manhattan toll, die Drinks oberlecker und die Musik echt cool.

Northern Territory, rooftopbar, brooklyn,USA,sylwiabuch.de

Und tatsächlich!
Unsere "next destination" ist Northern Territory

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