Vernal und Umgebung

17.–20. Okt. 2025 in den USA ⋅ ☀️ 15 °C

TownePlace Suites,Vernal, Colorado,USA2025,born4travel.de

In einem TownePlace Suites übernachten wir zum zweiten Mal.
Beim ersten Mal hatte ich noch gar nicht richtig registriert, dass es sich um eine Hotelkette handelt, deren Zimmer eher kleine Apartments sind. Und die sind richtig gut ausgestattet. Jedenfalls fehlt es uns an nichts.

Deshalb könnten wir uns eigentlich selbst Frühstück zubereiten. Aber beim Einchecken wurde uns gestern Abend gesagt, dass es im Preis inbegriffen sei. Also schauen wir uns an, was angeboten wird. Der Frühstücksbereich ist groß und sehr sauber.
Das Angebot? Na ja. Früher nannte sich das "continental". Es gibt dünnen Kaffee, Cerealien, eiskalte gekochte Eier, Joghurt, Toast zum Selbstaufbacken, Bananen und diese roten Äpfel, die aussehen, als kämen sie direkt aus dem Drucker. Das Übliche eben, was viele amerikanische Hotelketten inzwischen zum Frühstück anbieten. Mit dem guten Angebot vor der Pandemie ist das kaum noch zu vergleichen.

Eine Besonderheit entdeckt allerdings nur Rainer: Sauleckeren, einzeln verpackten Kuchen.
Mir fällt so etwas nicht auf, weil ich kein Kuchenesser bin. Als Proviant für unterwegs wandern deshalb zwei Päckchen in unsere Kühltasche.

Wir sind zum zweiten Mal in Vernal.
Dieses Mal wollen wir all die Orte besuchen, die wir letztens wegen der viel zu kurzen Zeit hier, nicht erkunden konnten.
Deshalb starten wir mit dem Besuch des nahgelegenen Dinosaur Nationalpark.

Dinosaur National Monument

Das Dinosaur National Monument liegt an der Grenze zwischen Utah und Colorado.
Ursprünglich wurde 1915 nur ein kleines Gebiet rund um die Fundstelle der Dinosaurierknochen geschützt.
Heute umfasst das Monument etwa 851 Quadratkilometer.
1938 kamen die gewaltigen Schluchten des Green und des Yampa River hinzu.
Es gibt hier also weit mehr zu sehen als Fossilien.

Die berühmteste Stelle liegt auf der Utah-Seite bei Jensen, in der Quarry Exhibition Hall. Das Haus wurde über einem Teil der ursprünglichen Fundstelle gebaut. Hier gibt es rund 1.500 Dinosaurierknochen zu sehen, wo sie vor etwa 150 Millionen Jahren im Gestein eingeschlossen wurden.

Wie schon im Rocky Mountain National Park müssen wir auch heute keinen Eintritt zahlen.
Der Government Shutdown geht inzwischen in die vierte Woche.
Immerhin ist der Park zugänglich. Nur das Visitor Center bleibt geschlossen. Damit könnten wir gut leben.

Richtig schade ist aber, dass auch unser eigentliches Ziel, die Quarry Exhibition Hall, geschlossen ist. Wir wollten genau diese Felswand mit den vielen Knochen ansehen. Umso ärgerlicher ist, dass die Halle auch bei unserem zweiten Besuch geschlossen ist. Hier liegt es allerdings nicht am Shutdown, sondern an momentan stattfindenden Restaurierungsarbeiten. Etwas enttäuscht sind wir schon. Zum zweiten Mal sind wir hier und wieder können wir diese Wand nicht sehen.

Dinosaur National Park,Vernal, Utah,USA2025,born4travel.de

Die Dinosaurierknochen bleiben uns heute zwar verborgen, dafür schauen wir uns alte Felsbilder an.
Der Spazierweg dahin ist kurz und definitiv etwas für Gehfaule.
Einige Motive wurden in den Stein gearbeitet, andere mit Farbe aufgemalt.
Laut einer Infotafel stammen die Bilder aus der Zeit vor etwa 700 bis 1.700 Jahren. Menschen kamen jedoch schon viel früher hierher. Archäologen fanden im Boden Steinwerkzeuge, die auf menschliche Aktivitäten vor mindestens 9.000 Jahren hinweisen.
Warum dieser Ort über so lange Zeit genutzt wurde, kann man nur vermuten. Der Fels bot den Bewohnern Schutz vor dem Wetter, der Green River lag in der Nähe und zwischen den Felsen führte ein natürlicher Durchgang hindurch.
Wir stehen vor den Bildern und versuchen, die Figuren zu erkennen.
Schon interessant.
Traurig ist aber, dass ihre genaue Bedeutung für immer ein Rätsel bleibt.

Petroglyphen im Dinosaur National Park,Vernal, Utah,USA2025,born4travel.de
Petroglyphen im Dinosaur National Park,Vernal, Utah,USA2025,born4travel.de

Anschließend fahren wir weiter auf der Cub Creek Road.
Wir freuen uns über den knallblauen Himmel und all die Steinformationen.
Hinter jeder Kurve sieht die Landschaft ein wenig anders aus.
Mal helle, glatt gerundete Sandsteinfelsen, mal rote Wände und dazwischen Bäume, die im Herbstgelb leuchten. Die Straße wird schließlich schmaler und unbefestigt. Wir kommen kaum voran, weil wir ständig etwas entdecken und wieder anhalten.

Irgendwann erreichen wir die Stelle, von dem man den Turtle Rock sieht.
Tatsächlich sieht der Felsen aus wie eine riesige Schildkröte. Oben ein breiter, flacher Panzer und an der Seite ein Kopf.
Eigentlich ist es nur eine Laune der Erosion. Aber sobald man die Schildkröte erkannt hat, kann man sie nicht mehr übersehen.

Dinosaur National Park,Vernal, Utah,USA2025,born4travel.de
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Auf dem schön gelegenen Green River Campground direkt am gleichnamigen Fluss, ist Lunchtime angesagt. Ein herrlicher Ort um zu verweilen. Seit wir nämlich Südamerika bereist haben, sind wir ja bestens mit Kocher und entsprechendem Zubehör ausgestattet. So schmecken Stulle und Tee noch besser.

Dinosaur National Park,Vernal, Utah,USA2025,born4travel.de
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Dinosaur National Park,Vernal, Utah,USA2025,born4travel.de
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Am frühen Nachmittag steuern wir unser nächstes Ziel an. Eins, das ich schon vor Jahren besuchen wollte. Aber irgendwie passte es in keine damalige Tour. Aber dieses Jahr sollte es nun klappen.
Wir fahren etwa eine Stunde südlich von Vernal. Hier liegt der Fantasy Canyon.

Fantasy Canyon

Schon die Anfahrt fühlt sich an wie eine Fahrt ins Nirgendwo. Wir folgen der UT‑45 und später den Zufahrtsstraßen durch ein Öl- und Gasfördergebiet. Das Areal ist ziemlich klein. Es gibt auch keine Ausschilderungen. Aber die Formationen sind so auffällig, dass man sie schon aus der Ferne als den Fantasy Canyon identifizieren kann.

Fantasy Canyon, Utah,USA2025,born4travel.de
Fantasy Canyon, Utah,USA2025,born4travel.de

Es gibt im Grunde genommen zwei fast Parallel verlaufende Wege. Für die berühmte „Teekanne“ kommen wir leider zu spät. Die filigrane Felsfigur stürzte 2006 um und zerbrach. Man vermutet Vandalismus. Aber das ist nicht sicher geklärt.

Fantasy Canyon, Utah,USA2025,born4travel.de
Fantasy Canyon, Utah,USA2025,born4travel.de
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Ich will ja nicht meckern. Es gibt ja genügend weitere schöne Formationen.
Wie der Name schon sagt: Man muss etwas Fantasie mitbringen, dann entdeckt man auf Schritt und Tritt immer wieder neue Gesichter und Figuren. Und eines steht fest: Solche Formationen haben wir noch nirgendwo gesehen.

Fantasy Canyon, Utah,USA2025,born4travel.de
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Alle Formationen sind extrem zerbrechlich. Wind und Wasser haben das weichere Gestein abgetragen und den Sandstein freigelegt, doch selbst von ihm lösen sich bei leichter Berührung Körner. Ich frage mich, wie lange es hier noch so viel zu sehen geben wird. Leider - so muss ich das sagen - gibt es keinerlei Absperrungen. Und so dienen die fragilen Gebilde manch einem als Turngerät 🙈

Fantasy Canyon, Utah,USA2025,born4travel.de

Fracking im Uinta Basin

Auch die Umgebung lässt mich nachdenklich zurück.
Für die Rückfahrt wählen wir eine andere Verbindung nach Vernal. Die Westliche.
Wir passieren eingezäuntes Land.
Land, das Indianerland ist, dem Bundesstaat Utah gehört oder auch in Privatbesitz ist. Land unter dem Öl und Gas gefunden wurden. Keine großen Mengen. Aber genug, um es mit Fracking gewinnbringend zu bergen.

Fracking im Uinta Basin, Utah,USA2025,born4travel.de
Uinta Basin, USA2025,born4travel.de

Wie groß die wirtschaftlichen Interessen an der Förderung sind, zeigt eine ältere US-Prognose:
Für den Fall eines landesweiten Fracking-Verbots errechnete sie für 2025 rund 7,7 Millionen Arbeitsplätze, 1,1 Billionen Dollar Wirtschaftsleistung und 950 Milliarden Dollar Arbeitseinkommen weniger als ohne Verbot. Das sind modellierte Folgen für die gesamte USA, keine Zahlen für dieses Fördergebiet.

Während wir die Landschaft am Fantasy Canyon verlassen, frage ich mich trotzdem, wie gut dieser kleine, zerbrechliche Ort zwischen all den Zufahrtsstraßen geschützt ist.

So wohnen die Menschen hier. Keine Reiche-Leute-Gegend:

Fracking im Uinta Basin, Utah,USA2025,born4travel.de
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Impressionen vom weiteren Rückweg Richtung Vernal

Uinta Basin, USA2025,born4travel.de
Uinta Basin, USA2025,born4travel.de
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Am Abend gehen wir noch in die Brewery zum Essen. Die haben wir schon bei unserem letzten Besuch in Vernal entdeckt und für gut befunden. Nach dem langen Tag haben wir keine Lust, noch groß nach einem Restaurant zu suchen. Wir wissen schließlich, dass es uns hier schmeckt. Also bestellen wir etwas zu essen, trinken ein Craft Beer und lassen die vielen Eindrücke des Tages Revue passieren und freuen uns, dass wir wieder in Vernal sind.


Was ich an den „Amis“ so liebe, ist ihre Kontaktfreudigkeit.
Vollkommen unverbindlich kommt man ins Gespräch. Eine Drei-Generationen-Familie sitzt am Nebentisch im Frühstücksraum. Der einzige Mann ist Missionar aus Salt Lake City. Er spricht sehr gutes Deutsch, das er vor 50 Jahren während seiner Zeit in Deutschland gelernt hat.
Er gibt uns viele Tipps für diese Umgebung um Vernal. Aber wie so oft kennen wir letztendlich mehr als er.
Außer den Moonshine Arch. Den kannten wir tatsächlich noch nicht.
Es sei ein kurzer, einfacher Spazierweg bis dahin. Ne Viertelstunde vielleicht. Gern nehmen wir den Tipp an. Denn der passt gut in unsere heutige Tour zu den Gates of Lodore.

Ausgerechnet heute kommen wir nicht aus‘m Knick. Wir starten erst um Elf. Und dann müssen wir erst einmal tanken 🙄

Moonshine Arch

Der Moonshine Arch liegt versteckt in den Sandsteinfelsen am Fuß des Red Mountain. Von Vernal brauchen wir etwa eine Viertelstunde bis zum Abzweig in die Bettys Nippel Road – was für ein Name! 😂
Von der Straße aus ahnt man nicht, dass sich zwischen den Felsen ein solcher Naturbogen verbirgt. Wir folgen einer unbefestigten Piste bis zum Parkplatz und machen uns von dort zu Fuß auf den Weg. Gleich zu Beginn geht es steil bergauf.
Nach einem kurzen ersten Abschnitt steht auf den Wegweisern „more difficult“. Das ist nicht übertrieben. Mein Knie, das ich schon etwas lädiert mit auf Reisen genommen habe, schreit nach Hilfe. Aber darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Ich will den Arch sehen.

Moonlight Arch near Vernal,Utah,USA2025,born4travel.de
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Moonlight Arch near Vernal,Utah,USA2025,born4travel.de
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Oben angekommen befinden wir uns auf 1.821 Metern Höhe.
Unsere Watch zeigt 12 °C an, doch in der Sonne fühlt es sich frühlingshaft warm an.
Nach einer Dreiviertelstunde teils sehr steiler Abschnitte stehen wir am Ziel. Der Arch ist riesig. Er ist rund 26 Meter weit und etwa 12 Meter hoch.
Es wäre zu schade, wenn wir von ihm nicht erfahren hätten. Der Rundweg ist übrigens drei Kilometer lang.

Dahinter stehen weitere Felswände mit dunklen Nischen und geschwungenen Schichten. Eine der Vertiefungen sieht fast wie eine kleine Höhle aus. Wir entdecken dort etwas, das uns an eine Feuerstelle erinnert. Ob hier früher tatsächlich Menschen Schutz gesucht haben? Der Gedanke liegt nahe. Aber dazu gibt es hier keinerlei Informationen.

Moonlight Arch near Vernal,Utah,USA2025,born4travel.de
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Moonlight Arch near Vernal,Utah,USA2025,born4travel.de
Moonlight Arch near Vernal,Utah,USA2025,born4travel.de

Wir gehen noch ein Stück weiter, fast bis zum höchsten Punkt über dem Arch.
Von hier oben ist der Ausblick wunderbar. An manchen Felswänden sind bereits größere Stücke herausgebrochen. Ob dort irgendwann ein weiterer Bogen entsteht? Die Vorstellung ist faszinierend. Falls es so kommt, wird wohl noch sehr viel Zeit vergehen.

Moonlight Arch near Vernal,Utah,USA2025,born4travel.de
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Und das ist Drohni's Sicht:

Moonlight Arch near Vernal,Utah,USA2025,born4travel.de
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Auf dem Rückweg:

Moonlight Arch near Vernal,Utah,USA2025,born4travel.de

Kurz nach Eins stehen uns noch 95 Meilen bevor, für die GoogleMaps zwei ganze Stunden veranschlagt.
Das wird aber knapp!
Die Strecke führt uns am Flaming Gorge Reservoir vorbei.

Fleming Gorge Reservoir

Vor uns liegt das Flaming Gorge Reservoir.
Hier wird der Green River vom Flaming Gorge Dam aufgestaut. Bei vollem Wasserstand bedeckt der See rund 170 Quadratkilometer und reicht weit nach Norden bis nach Wyoming.
Das Blau des Wassers ist extrem dunkel und ist wirklich schön anzusehen.
Leider haben wir nicht genügend Zeit hier zu verweilen. Schließlich ist unser nächstes Ziel noch weit weg. Na ja. Wieder einmal bleibt wohl etwas auf der To-do-list für dieses Areal

Den Namen „Flaming Gorge“ prägte der Forscher John Wesley Powell 1869 für eine Schlucht am Green River. Im Sonnenlicht wirkten ihre roten Felswände auf ihn wie Flammen. Später erhielt auch der Stausee diesen Namen.

Fleming Gorge Reservoir,Utah,USA2025,born4travel.de
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Und dann passieren wir die Cart Creek Bridge.
Die elegante Stahlbogenbrücke wurde 1962 gebaut und führt die Straße über einen Seitenarm des Stausees.
Wir würden uns hier gern noch länger umsehen. Aber die Zeit drängt, und so bleibt es bei einem kurzen Stopp, bevor wir weiterfahren.

Fleming Gorge Reservoir,Utah,USA2025,born4travel.de

Nachdem wir das Flaming Gorge Reservoir tangiert haben, geht es weiter Richtung Gates of Lodore. Der Highway 191 windet sich zunächst durch felsige Hügel, dann begrüßt uns ein „Welcome to Wyoming“-Schild.
Wir verlassen Utah nach Wyoming, um dann wieder nach Utah und letztendlich nach Colorado einzureisen. Und alles an einem Nachmittag !

Utah,USA2025,born4travel.de
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Später, hinter der Grenze wird die Landschaft weit und still. Trockene Wiesen, niedrige Hügel und kaum ein Haus. Wir befinden uns im Browns Park. Die Weite der Landschaft ist unfassbar beeindruckend. Die Straße ist für das abgelegene Gebiet überraschend gut.
Man muss schon wissen, dass sich hier ein weiteres Natur-Schätzchen versteckt.

Gates of Lodore

Die Gates of Lodore befinden sich am nördlichen Rand des Dinosaur National Monument.
Hier fließt der Green River zunächst durch das offene Tal und verschwindet dann zwischen hohen Felswänden. Dort beginnt eine wilde Flusspassage, die John Wesley Powell und seine Männer 1869 mit Holzbooten erkundeten.
Der Name „Lodore“ geht auf ein Gedicht des Engländers Robert Southey zurück.
Für uns sind es heute einfach die „Tore“ zu einer Landschaft, die schon von Weitem neugierig macht.

Gates of Lodore,ColoradoUSA2025,born4travel.de
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Dreiviertel Vier erreichen wir den Campground an den Gates of Lodore. Die Sonne steht bereits tief. Um schöne Fotos aufzunehmen, wäre der Vormittag besser gewesen. Aber da hätten wir heute schon viel, viel früher starten müssen. Und sicher hätten wir den Missionar aus Salt Lake City nicht getroffen uns auch nicht diesen Tipp mit dem Moonlight Arch bekommen. Nun ja. Wir nehmen wie's ist.
Auch für ein Picknick bleibt jetzt keine Zeit.
Der Trail lockt uns trotzdem. Wir wollen unbedingt die „Tore“ in ihrer ganzen Pracht sehen und gehen flott los, um so schnell wie möglich das Ende des Trails zu erreichen.
Ob wir es vor Einbruch der Dunkelheit zurückschaffen? Ich schaue immer wieder auf die Uhr. Rainer bleibt völlig entspannt und macht mir Mut.

Dieses Mal bin ich cleverer und nehme die Wanderstöcke mit.
Gut so, denn gleich zu Beginn geht es ziemlich steil bergauf. Mit jedem Höhenmeter wird der Blick auf den Green River und die Felswände besser.

Gates of Lodore,ColoradoUSA2025,born4travel.de
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Mit jedem Höhenmeter wird die (Über)-Sicht besser.
Und am Ende des Weges schauen wir in Richtung der Gates of Lodore. Ein Eingang wie mit Vorhängen. Nur sind die Vorhänge Steilwände. Einfach herrlich.

Gates of Lodore,ColoradoUSA2025,born4travel.de
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Unten angekommen, stellen wir fest, dass nur noch unser Auto auf dem Parkplatz steht.
Jetzt haben wir diesen wunderbaren Ort ganz für uns allein.
Wir sind ja nicht so die Camper. Aber wenn wir mit einem Wohnmobil unterwegs wären, würden wir heute definitiv hierbleiben.
Die Bäume leuchten goldgelb, dahinter fließt der Green River, und ringsum diese Wahnsinns-Landschaft. Da können wir unmöglich gleich wieder losfahren. Wir stellen unsere Stühlchen am Jetty auf. Hier kommt sowieso niemand. Jetzt ist ja keine Saison mehr. Also kochen wir uns einen Tee und machen uns über unsere Stullen her. Seit dem Frühstück im Hotel haben wir nämlich nichts mehr gegessen. Vor lauter Eindrücken hatte keiner von uns Hunger bemerkt.

Gates of Lodore,ColoradoUSA2025,born4travel.de
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Halb Sechs verlassen wir den Campground und machen uns auf den Rückweg.

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Die Sonne ist fast schon hinter der Bergkette verschwunden, als ich zwei Geweihe im gelben Dickicht entdecke.
Zwei? Es sind Drei.
Drei stolze Wapitis. Die sind gar nicht scheu und lassen sich ganz entspannt fotografieren.
Die ersten Aufnahmen mache ich mit meinem neuen iPhone. Mit dem 8-fachen Zoom.
Und weil sie dann immer noch so fotogen da stehen, hole ich den richtigen Fotoapparat mit dem entsprechenden Objektiv raus. Wir sind ja ein ganzes Stück entfernt und fotografieren auch noch im Gegenlicht. Der Qualitätsunterschied zwischen Smartphone und Fotoapparat ist nicht so wahnsinnig groß. Finde ich jedenfalls. Die Anschaffung hat sich gelohnt. Wir schauen ihnen noch ne Weile zu, bevor sie dann wirklich verschwinden.

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Während die Sonne untergeht und die Landschaft im restlichen Licht auch noch schön ist, überqueren noch viele andere, allerdings kleinere "Hüpfer" unsere Straße. Wildwechsel bei Dämmerung eben.
Es ist einfach wunderschön. Viel mehr muss ich dazu gar nicht sagen.

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Und dann erreichen wir wieder Utah...

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...und fahren wieder vorbei am Fleming Gorge Reservoir.

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Als wir Vernal erreichen, ist es schon spät. Und dunkel.
Ausgerechnet heute warten zwei schöne, große Ribeyes im Kühli. Wir müssen sie auch heute verarbeiten. Denn morgen ziehen wir weiter. Und wahrscheinlich werden wir dort keine Küche haben.


So geht es weiter

Morgen werden wir den nördlichsten Ort unserer Reise erreichen: Salt Lake City.
Ein Wiedersehen nach 24 Jahren!