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Highlights des Tages

Bike-Sharing-System
MOL bubi

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1286 Räder warten an 112 Stationen um ausgeliehen zu werden ...

Große Markthalle
Központi Vásárcsarnok

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Ein bemerkenswerter Stahlgerüstbau voller frischer Ware ...

Freiheitsbrücke
Szabadság Hid

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Stahlgerüstbrücke mit filigranen Verzierungen. Der erste nach dem Krieg eröffnete Übergang über die Donau ...

... unterwegs in Pest

Kurz nach fünf Uhr blendet die Sonne in unser Zimmer. Man hätte ja auch die Vorhänge zuziehen können oder aber eine Schlafmaske aufsetzen. Aber dann hätte ich ja diese Aussicht verpasst!

Hilton Budapest, sylwiabuch.de

Morgendlicher Ausblick aus dem Zimmer 483 - Danube View

Nach dem Frühstück starten wir den Besichtigungsmarathon.
Während der gestrigen, viel zu langen Anreise habe ich zwei Reiseführer nach Ideen durchforstet, was zu den Highlights der Stadt Budapest gehört.
Wozu ich allerdings so gar keine Infos gefunden habe, ist die Frage der Fortbewegung mit einem Fahrrad. Denn das ist unsere bevorzugte Art und Weise Städte zu erkunden. Zum Einem kann man beim Radeln sitzen und zum anderen ist man vollkommen unabhängig vom öffentlichen Nahverkehr. Der Concierge im Hotel ist unsere erste Anlaufstelle. Man empfiehlt uns das Bike-Sharing-System des Anbieters MOL bubi.
Die nahegelegenste Station erreichen wir nach einem viertelstündigen Marsch immer bergab.

Die grellgrünen Räder am Széna Platz (tér) sind nicht zu übersehen. Hier kämpfen wir uns durch das Programm der Registrierung. Was sich für uns als ziemlicher Zeitfresser herausstellt.

# Bike-Sharing-System - MOL bubi

MOL bubi, bike sharing system, Budapest, sylwiabuch.de

Das Bike-Sharing-System MOL bubi bietet momentan (Frühjahr 2017) 1286 Räder an 112 Stationen an.
Nicht alle Stationen sind geeignet zum Registrieren.
Auf der Website sind Stationen, an den man sich registrieren UND anmieten kann, mit einem roten Icon gekennzeichnet. Icons, die nur rot umrandet sind, sind reine Dockingstations.
Vor Ort erkennt man diese ganz einfach am Display. Die Säulen mit einem großen Display sind geeignet für die Registrierung, die Voraussetzung zum Anmieten eines Bikes ist.

MOL bubi, bike sharing system, Budapest, sylwiabuch.de
Quelle: MOL bubi

Registrierung & Ausleihe

Für die Registrierung benötigt man ein Smartphone und eine EC- beziehungsweise Kreditkarte. Denn es muss ein Deposit von 25 Tausend HUF hinterlegt werden. Nach erfolgreicher Registrierung erhält man per SMS einen Code, der bei jeder weiterer Anmietung angegeben werden muß.
Um sich das lästige Eingeben der Daten an einem schlecht lesbaren Display zu ersparen, kann man sich auch ganz bequem online registrieren.

MOL bubi, bike sharing system, Budapest, sylwiabuch.de
Quelle: MOL bubi

Preise

Die ersten 30 Minuten sind absolut kostenlos.
Den Preis für jede folgende Einheit von 30 Minuten sind nach einem System - siehe Bild - gestaffelt.

MOL bubi, bike sharing system, Budapest, sylwiabuch.de
Quelle: MOL bubi

# Große Markthalle - Központi Vásárcsarnok

Die Markthalle - eine Stahlgerüstkonstruktion - ist ein Tipp eines jeden Reiseführers.
Das ist unschwer an den Touristenmassen zu erkennen!
Wir flüchten zuerst Richtung Treppe von der man eine wunderbare Übersicht über das Gewusel hat.
In der Erdgeschossebene werden in Kiosken Gemüse, Frischfleisch, Wurstwaren, Käse und andere Delikatessen angeboten.
Im Obergeschoss, das wie ein umlaufender Balkon gestaltet ist, wird alles angeboten, was ein Tourist mit "typisch ungarisch" verbinden könnte.
Große Markthalle - Központi Vásárcsarnok, Budapest, sylwiabuch.de Hier lässt man sich als Masse schieben.
Vollkommen unklar ist mir, wie trotz der Enge einige Besucher in aller Entspanntheit Blusen, Tücher und allen möglichen Tineff aussuchen können. Nach dem halben Rundgang in der oberen Etage sind wir "fertig" mit Besichtigen.

Rainer - mein Vorleser einer jeden Reise - liest Wissenswertes über die Markthalle vor:
Eröffnet 1897 war die Halle ein Quantensprung in Sachen Hygiene im Vergleich zu den bis dahin üblichen Freiluftmärkten. Ursprünglich konnten die im Untergeschoss befindlichen Händler über einen eigens angelegten Kanal per Lastkahn mit Ware versorgt werden. Raschere Lieferzeiten bedeuteten frischere Ware.
Obwohl es diesen Kanal heute nicht mehr gibt, wird der Markt wegen seiner frischen Produkte und der niedrigen Preise auch von Einheimischen genutzt.

Große Markthalle - Központi Vásárcsarnok, Budapest, sylwiabuch.de
Große Markthalle - Központi Vásárcsarnok, Budapest, sylwiabuch.de
Große Markthalle - Központi Vásárcsarnok, Budapest, sylwiabuch.de

Ein paar Schritte weiter befindet sich die Freiheitsbrücke.
Einfach mal schön anzusehen. Von oben und unten

# Freiheitsbrücke - Szabadság Hid

Die 1896 eröffnete Freiheitsbrücke ist die kürzeste der neun Budapester Donaubrücken.
Sie verbindet Buda in Höhe des Gellértberges mit dem Pester Kleinen Ring.
Die im Jugendstil verzierte Gerberträgerbrücke ist 333 Meter lang und 20 Meter breit.

Freiheitsbrücke - Szabadság Hid, Budapest, sylwiabuch.de
Freiheitsbrücke - Szabadság Hid, Budapest, sylwiabuch.de
Freiheitsbrücke - Szabadság Hid, Budapest, sylwiabuch.de
Freiheitsbrücke - Szabadság Hid, Budapest, sylwiabuch.de

# ... unterwegs zwischen Markt und Andrássy útca

Nun geht es kreuz und quer in Richtung Andrássy útca, der "Champs-Élysées" Budapests.
Mit Fahrrad nutzen wir den Vorteil auch schon mal bei Nichtgefallen der Gegend einfach mal die Gegend zu wechseln.

In der Vaci útca, die ebenfalls an der Markthalle beginnt, ist es rappelvoll. Der ganz normale Samstagswahnsinn? Oder auch nur die Tatsache, dass man in jedem Reiseführer die gleichen Empfehlungen bekommt? Ich weiß es nicht.
Wir schauen uns das kurz an und nehmen die erstbeste Straße, die Nyáry Pál útca. Schöne und interessante Fassaden gibt es hier zu sehen. Manche sind sehr gepflegt inklusive eines "vertical gardens" andere sind dem Verfall überlassen. Ein Restaurant reiht sich an das andere.

Budapest, sylwiabuch.de
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An der Károlyi útca tauschen wir die Räder aus. Abgesehen, dass wir beide mit dem an der Markthalle ausgewählten Rad unzufrieden sind, wollen wir die Ausleihzeit etwas kontrollieren und ein Rad nicht länger als eine Stunde fahren. So bleiben wir maximal bei einer Gebühr von 500 Forint

Das Wetter ist nicht wirklich einladend, um im nahgelegenen Park zu verweilen.
Wir tangieren das Ungarische Nationalmuseum und fahren bis zur Kazynczi útca im Jüdischen Viertel. Hier soll sich der Schwerpunkt des Budapester Nachtlebens befinden.
Es reihen sich Klub an Klub und Kneipe an Kneipe. Ziemlich alternativ und sehenswert.
Noch besser ist es hier an einem warmen Sommerabend unterwegs zu sein. Wir sind hier also zur falschen Zeit da - doch am richtigen Ort!

Es ist die Gegend der Abbruchklubs.
Es steckt eine interessante Geschichte dahinter:
Die um die Jahrtausendwende, als Betongold aufgekauften unrenovierten Altbauten, wurden zur Überbrückung der laufenden Kosten, für wenig Geld an Künstler und Gastronomen vermietet. Not macht bekanntlich erfinderisch. Improvisierte Innenausstattung, zurückgelassene Möbel dienten als Einrichtung der sogenannten Abbruchklubs. Manche dieser Klubs wurden so erfolgreich, dass die geplante Übergangslösung zur Dauerlösung wurde. Mit der Wirtschaftskrise 2008 verloren Immobilien den Status als Investmentanlage. Die Abbruchklubs jedoch boomten und blieben.

Budapest, sylwiabuch.de

An der Andrássy útca angekommen ist das empfohlene Pariser Kaufhaus schnell gefunden. Doch ist es wegen Umbauarbeiten geschlossen.
Hm.
Hier wollten wir eine Pause einlegen. Einen Kaffee trinken oder etwas essen.

Tja. Wir radeln bis zur Metrostation Okrogon und entscheiden uns den heutigen Nachmittag "bei uns", im Burgviertel zu verbringen. Unterwegs lockt das Lángos Papa.
Ein alternativ wirkendes Restaurant. Die Wandverkleidung besteht aus Press-Spanplatten, der Boden ist uneben... Aber es wirkt sauber und die drei Mädels, die den Laden schmeißen, sehen auch nett aus
Ein einfaches Dreigängemenü kostet 3000 Forint, das sind zehn Euro.
Prima. Nehmen wir!

Lángos ist ganz typisch für Ungarn. Es ist eigentlich nur ein Fladen aus Hefeteig, der im Fett gebacken wird.
Angeboten wird es sehr oft auch auf Deutschlands Märkten. Leider nie in der Qualität und Geschmack wie ich sie aus meiner Jugend in Erinnerung habe.

Als Vorspeise gibt es Gulaschsuppe mit Brotscheiben, die so groß sind wie bei uns ein ganzer Laib!
Lángos mit Wildgulasch für Rainer und mit Sourcreme für mich. Auch bei der Nachspeise haben wir uns für Unterschiedliches entschieden. Einer nimmt Lángos mit Beerenmus der andere "homemade strudel"

Budapest, sylwiabuch.de

Gesättigt, besser gesagt "genudelt und gestrudelt" geht's kreuz und quer Richtung Pester Innenstadt weiter. Am großen Erzsébet Platz, direkt vor dem Ritz Carlton Hotel startet der Bus No 16.
Diese Buslinie ist wichtig für alle, die keine Lust haben den Berg des Burgviertels in Buda hochzulaufen. So lassen wir uns hochkutschieren, genießen den Blick auf die Brücken und landen letztendlich am Platz vor der Matthiaskirche. Gleich daneben befindet sich nämlich unser Hotel. Wie praktisch.
Hier oben stromern gefühlt hunderte Menschen herum.
Wir läuten eine kleine "Augenpflege" ein, um dann frisch in den Abend zu starten

# ... unterwegs im nördlichen Burgviertel

Der Blick aus dem Fenster...
Das Wetter ist nicht wirklich schön. Riesige Wolken-Ufos lassen ab und zu einen Sonnenstrahl durch.
Aber es ist angenehm warm.

, Budapest, sylwiabuch.de

Wir entscheiden uns den Rest des Tages im nördlichen Teil des Burgviertels zu bleiben.

Das Burgviertel ist der älteste erhaltene Stadtteil von Budapest.
1243 ließ der damalige ungarische König Béla IV. aus Sorge vor neuerlichen Angriffen durch die Mongolen mehrere Steinfestungen entlang der Donau bauen. Eine davon war Buda. Die Siedlung, die um diese Festung entstand, wurde zur bedeutendsten Stadt Ungarns.
Unter König Sigismund von Luxemburg wurde Buda zur Hauptstadt Ungarns. Deshalb wurde hier im großen Stil investiert und ausgebaut. Sein Nachfolger Matthias Corvinus hat dies fortgesetzt. Während seiner Amtszeit entstand die Matthias Kirche.

In den folgenden Jahrhunderten wurde Buda als Hauptstadt zum Ziel vieler Angriffe und Eroberungen.
1872 wurde aus Buda, Óbuda und Pest zum heutigen Budapest.
Pest galt schon damals als mondän und eher großstädtisch.
Buda verlor zunehmend an Bedeutung und ist bis heute eher ein Wohngebiet.
Auch das Burgviertel, das eine ruhige und museumsartige Atmosphäre ausstrahlt, ist bewohnt.
Der Teil zwischen Matthiaskirche und dem Wiener Tor besteht aus kleinen Gassen mit Häusern deren Fassaden sehr schön und sehenswert sind.

Seit 1987 gehört das Burgviertel zum UNESCO-Weltkulturerbe.

burgviertel,Budapest, sylwiabuch.de

Ein wirklich lohnender Spaziergang.
Entlang der westlichen Außenmauer, der Tóth Árpát sétány, hat man einen hervorragenden Blick auf die Budaer Berge und den Ort, der sich in diesem Tal befindet.

burgviertel,Budapest, sylwiabuch.de

Es dauert nicht lange, da geht die Sonne unter.
Wir schlendern über den Kapisztrán Platz, wo sich der Turm und das rekonstruierte gotische Fenster der ehemaligen Maria Magdalena Kirche befinden.

Burgviertel, Budapest, sylwiabuch.de

Das Wiener Tor, einer der Hauptzugänge zum Burgviertel, wurde nach mehreren Beschädigungen 1896 abgerissen und 1936 anlässlich des 250. Jahrestages der Befreiung vom Osmanischen Reich erneuert.
Es ist gebaut worden zum Gedenken an die Befreiung Budas von den Türken.

Burgviertel, Budapest, sylwiabuch.de

Zuletzt geht es noch einmal zur Fischerbastei.
Der abendliche Anblick - so frei von Touristenmassen - strahlt einfach mal Ruhe und ein besonderes Flair aus.
Während wir in den Torbögen von der Sicht auf die Stadt nicht genug bekommen können, sind wir ganz plötzlich inmitten der Eröffungsprozession zu den Osterfeierlichkeiten.

prozession,Burgviertel, Budapest, sylwiabuch.de

Wir beschließen heute das Abendbrot auszulassen.
Das doch recht Kalorien lastige Mittagessen liegt uns noch schwer im Magen.

In der sehr bequemen Lounge unseres Hotels, wo sich die Bar befindet, beenden wir den Abend bei Bier und den süffigen Cosmopolitans.
Ach ja... genügend Chips und Erdnüsse machen auch satt

Budapest, sylwiabuch.de