Von Mi'Le nach Kunming

25. - 28. März ⋅ ☀️ 25 °C

Eine Dreiviertelstunde Zugfahrt braucht‘s und schon sind wir in Kunming. Der größten Stadt Yunnans.
Mit 8 Millionen Einwohnern eher nicht zu den ganz großen in China zählend.

Der Bahnhof heißt Kunmingnan. Nan steht für Süden. Das heißt, wir brauchen ein Taxi in die City. Und genau wie schon in Mile sind die wartenden Taxifahrer wie Schmeißfliegen. Einer fasst die ganze Zeit schon meinen Koffer an. Ich bitte ihn immer und immer wieder diesen loszulassen. Aber das interessiert ihn nicht. Dann haue ich ihm einfach auf die Finger. Eine Taxi-Frau lacht sich kaputt darüber.
Ich bin genervt und frage in seinen Übersetzer, was er daran nicht versteht, wenn wir Nein sagen. Erst dann gibt er auf.

Das aber wird die einzige unschöne Erfahrung in Kunming.

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Unser Didi-Auto ist wieder ein Komfortables. Ein chinesisches E-Auto. Leise und gediegen.
Eine Stunde dauert die Fahrt, bis wir im Hotel sind. Unterwegs tangieren wir moderne Vielstöcker. Nicht selten sind dies Wohnhäuser, die 30 bis 40 Etagen haben. Ich sag mir immer: Irgendwo müssen die Leute ja wohnen.

Auf dem Zugang zum Hotel, das in der zweiten Reihe steht, wird uns gezeigt, wieso es hier immer so sauber ist. Tatsächlich wird der Weg nicht nur gefegt sondern auch gewaschen!

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Im Hotel „Cachet Boutique Kunming Artime“ - was für ein Name! selbst A-Map hat Probleme es zu finden - spricht man sehr gutes Englisch. Und zwar ohne Übersetzer. Das ist schon mal echt sympathisch.

Das uns zugewiesene Club-Zimmer in der 3. tauschen wir gleich wieder ein. Es ist wunderschön und groß.
Aber die Aussicht auf eine gemauerte Wand habe ich nicht gebucht!
Kein Problem. Wir kriegen das Gleiche in der 6. Etage. Mit Fernsicht.
Die Ausstattung ist Klasse. Es gibt einen Obstkorb und Snacks zum Empfang.
Das Bett ist riesig. Aber am schönsten ist die vollverglaste Front. Das mögen wir beide sehr.
Die Badewanne schein den Chinesen sehr wichtig zu sein. Sie steht mitten zwischen Wohnraum und Empfangsraum und ist mit einer kunstvollen Wandgestaltung etwas kaschiert.

Cachet Boutique Hotel Kunming,Yunnan,China2026,born4travel.de

Das Haus steht in einem Art-Komplex.
Was immer das auch heißt.
Wahrscheinlich sind die Klinkerbauten damit gemeint. Ok. Ich will nicht meckern, denn die Lage ist wunderbar.

Cachet Boutique Hotel Kunming,Yunnan,China2026,born4travel.de
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Hier im Hotel stoßen wir auf etwas, das wir hier nicht erwartet hätten: das First Carl, ein deutsches Brauhaus. Die Marke aus Bayern wartet mit deutscher Küche auf. Wir sind aber gerade einmal zehn Tage in China und uns lächzt so gar nicht nach deutschem Essen. Deshalb verzichten wir auf einen Besuch in diesem Restaurant. Aber so ganz kommen wir nicht drumrum.
Das Frühstück ist übrigens in diesem Hotel sehr Deutsch-lastig. An der Wand hängt ein riesiges Plakat mit dem Reinheitsgebot des deutschen Bieres 🥴 Es gibt Wiener und Nürnberger Würstchen, frische Baguettes und Aufschnitt. Marmelade gibt es auch. Meine Lieblingssuppe sieht schon im Topf seltsam aus. Deshalb wird zur Abwechslung westlich gegessen.

Nachdem wir uns nämlich vom Reisen kurz erholt haben, spazieren wir gleich unsere Straße, die Shulin Street, gen Norden. Es sind nur wenige Schritte zum Zentrum.
Mitten zwischen den modernen Hochhäusern auf der vielbefahrenen Einkaufsstraße steht die Dongsi-Ta, die Ostpagode von Kunming. Sie wurde ursprünglich bereits im 9. Jahrhundert während des Nanzhao-Königreichs errichtet und zählt damit zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Stadt. Eigentlich soll das unser erstes Highlight des Tages werden. Schön wäre es gewesen, da hoch zu gehen und erst einmal einen Überblick über die Umgebung zu bekommen.
Leider ist sie geschlossen. Denn man schließt schon 17 Uhr.
Nicht zu ändern.

Dongsi-Ta Kunming,Yunnan,China2026,born4travel.de

Jingbi & Nanping Street

Nach den letzten Stationen unserer Reise fällt sofort auf, wie anders sich Kunming anfühlt.
Alles was wir nun sehen, ist so, wie ich mir China vorgestellt habe.
Mir geht das Herz auf.
Die Stadt liegt 1.900 Meter über dem Meeresspiegel, die Luft ist angenehm und obwohl es eine Großstadt ist, wirkt sie entspannt. Ein schriller Mix aus (super) Moderne und Altem.
An der Jingbi Road - einer vielspurigen Straße mit dem quirligen Geschehen einer Großstadt - ist es schon mal sensationell.

Jingbi Road,Kunming,Yunnan,China2026,born4travel.de
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Hier beginnt die Nanping Street. Es ist das historische und zugleich moderne Zentrum Kunmings.
Und was für eins!
Hier gibt es alles. Noch modernere Bauten umringt von solchen chinesischen niedrigeren Häusern, wie wir Chinabesucher es sehen wollen.
Und die Passage ist extrem gut besucht. Da müssen wir erst mal schauen, welchen Wochentag wir heute haben…
Ah ja - Mittwoch.
Ok. Was ist hier wohl an einem Feiertag los?

Nanping Street,Kunming,Yunnan,China2026,born4travel.de
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Auch Kunming scheint außerhalb der Touristenpfade zu sein. Wir sind die einzigen westlichen Besucher. Der ein oder andere ruft uns ein Hallo zu. Zwei junge Mädchen trauen sich uns anzusprechen. Sie möchten ein Foto mit uns haben.

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An einem Stand kaufen wir uns eine Nudelspeise. Hm. Lecker. Aber kalt. Wir wollten etwas Warmes.
Bei einer derart großen Auswahl fällt uns es dennoch schwer etwas zu kaufen. Meist wissen wir trotz Übersetzer nicht, was das sein soll. An einem Schild steht „snail“. Snail? heißt das nicht Schnecke? Ich will gar nicht erst wissen, wie Schnecke 🐌 schmeckt. Dann entscheiden wir uns für ein Reisgericht. Da kann man nichts falsch machen. Denken wir. Nach dem ersten Löffel speie ich Flammen🔥 Boa!!! Ist das scharf. Also kaufen wir die gleiche Speise noch einmal. Aber bitte ohne Chili!

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Als wir uns auf den Rückweg machen ist es schon dunkel. Es herrscht ein sehr angenehmes Klima - es sind immer noch über 20 Grad. Die Kirschbäume blühen in ihrer vollen Pracht. Es ist herrlich anzusehen.
Man kann dieses Flair nur lieben!

Nanping Street,Kunming,Yunnan,China2026,born4travel.de
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Der Jinbi Platz ist voller Menschen.
Die zwei Tore mittendrin sind unglaublich schön und fotogen dazu.
Sie heißen Jinma-Tor (金马坊) und Biji-Tor (碧鸡坊). Beide wurden während der Ming-Dynastie erbaut und symbolisieren die Berge Jinma (Goldenes Pferd) und Biji (Jadefasan). Alle 60 Jahre - immer im Jahr des Hahns - überlappen sich die Schatten der Tore bei Sonnenuntergang und Mondaufgang. Sie nennen es den „Gold-Jade-Schimmer“ Effekt​. Das nächste Mal wird dieses Ereignis 2029 stattfinden. Hm… das ist ja schon in drei Jahren😉

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Am nächsten Morgen bestücke ich Kunming bei A-Map mit Sternchen.
Also unsere Ziele, die wir heute anschauen wollen. Allerdings ganz ohne Zwang. Nur so viele wie wir schaffen.
Das Wetter meint es gut mit uns. Der Himmel ist postkartenmäßig tief Blau.

Yuantong Buddhist Temple

Zuerst geht’s zum größten und ältesten Tempel der Stadt. Dem Yuantong Buddhist Temple.
Die Anlage wurde bereits im späten 8. oder frühen 9. Jahrhundert während des Nanzhao-Königreichs gegründet und ist damit mehr als 1.200 Jahre alt. Er vereint gleich drei buddhistische Richtungen. Den Mahayana, Theravada und den tibetischen Buddhismus.
Der Eintritt kostet übrigens 6¥ pP, das etwa 75 Cent entspricht.

Nun ist dies nicht unser erster Tempelbesuch. Dennoch gibt es hier so einige Besonderheiten: Erst einmal steigt man nicht wie üblich Stufen hinauf, sondern man muss in eine natürliche Senke hinabsteigen.
Und das sieht so aus:

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Im Zentrum der Tempelanlage liegt die Haupthalle umgeben von einem See. Alles ist für jeden betretbar und deshalb gibt es gleich mehrere reich verzierte Brücken die zur Mitte führen.
Zwischen Räucherstäbchen, Gebeten und den kunstvoll verzierten Gebäuden herrscht eine erstaunliche Ruhe. Die Tempelanlage ist wie ein Park zum Verweilen. Und das wird genau so auch genutzt.

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Eine weitere Besonderheit ist der Tempel ganz am Ende des Rundganges. Nun sind wir keine Auskenner der unterschiedlichen Tempelbauten. Aber den Thai-Tempel - die korrekte Bezeichnung ist Thai Buddhist Hall - den erkennen wir sofort. Der goldene Tempel mit seinen reich verzierten Dächern hebt sich deutlich von den traditionellen chinesischen Bauwerken ab. Das Gebäude wurde erst in den 1990er Jahren mit Unterstützung der thailändischen Königsfamilie und buddhistischer Organisationen aus Thailand errichtet. Es soll die engen kulturellen und religiösen Verbindungen zwischen Yunnan und den buddhistischen Regionen Südostasiens symbolisieren.

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Als Nächstes geht's zum Green Lake im Cuihu Park, der in der englischen Version bei A-Map als Smaragd Lake bezeichnet wird. Der Park liegt sehr zentral und unweit des Yuantong-Tempels. Eigentlich könnten wir auch zu Fuss dahin gehen. Aber ich weiss, was noch heute auf den Plan steht und so sparen wir uns die Energie.
Für 8.60 CN¥ was umgerechnet 1.08€ ist, lassen wir uns die zwei Kilometer mit Taxi fahren.

Green Lake im Cuihu Park

Der Park war ursprünglich Teil des wesentlich größeren Dian-See's. Durch natürliche Sedimentablagerungen und die Entwicklung der Stadt begann sich dieses Areal zu trennen. Vollständig abgeschnitten war er aber schon zu Zeiten der Yuan-Dynastie (1271–1368). 1690 dann ließ der Gouverneur Wang Jiwen die Wasserflächen ausbauen, Inseln anlegen und das Gebiet zu einer öffentlichen Parkanlage gestalten.
Das zur Historie.

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Die gesamte Anlage wirkt aber durch seine vielen Wasserflächen, Inselchen und Brücken sehr weitläufig.
Auch hier - heute ist ein normaler Wochentag - ist ziemlich viel los. Wir spazieren quer durch, stellen fest, dass Essstände wieder einmal eins der wichtigsten Dinge sind und wir beobachten, wie man sich in aufwändigen Fotosessions fotografieren lässt. Für uns ist das wirklich noch ungewohnt. Aber für die Einheimischen völlig normal. Auch für die Kinder. Ich staune, mit welcher Geduld sie den Anweisungen des Fotografen folgen.
Und ich glaube, dass genau das hier selbstverständlich ist. Einerseits wirkt es definitiv inszeniert.
Wir bleiben einen Moment stehen und lassen die Atmosphäre einfach auf uns wirken, bevor wir weitergehen.
Die Grünflächen sind alle pickobello gepflegt. Da liegt kein Blatt auf dem Weg. Keine verwelkte Blüte schaut mich an. Es ist beeindruckend, wie viele Gärtner hier und in der gesamten Stadt arbeiten damit alles schön aussieht. Dafür ist einfach Geld da.

Green Lake im Cuihu Park,Kunming,Yunnan,China2026,born4travel.de
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MixC - Shopping modern

Nach so viel Input fahren wir erst einmal zum größten Shoppingcenter Kunmings.
Ich hatte zwar gelesen, dass das MixC zu den größten Einkaufszentren der Stadt gehört, doch mit diesen Dimensionen habe ich nicht gerechnet.

Schon die Architektur ist ein echter Hingucker. Auf dem Dach befindet sich ein penibel gepflegter Garten, umgeben von großzügigen Flächen zum Verweilen. Natürlich fehlen auch die Restaurants nicht. Allerdings sind sie um diese Uhrzeit noch geschlossen.

Eigentlich unterscheidet sich das MixC kaum von anderen großen Malls dieser Welt.
Zumindest auf den ersten Blick. Zwischen teuren Kosmetikgeschäften, Luxusmarken und Designerläden werden im Erdgeschoss nämlich ganz selbstverständlich Autos verkauft. Und davon stehen hier jede Menge. Die meisten Marken sagen uns allerdings überhaupt nichts.

Auf der Suche nach einem Café sind wir zunächst kurz vor dem Verzweifeln.
China ist schließlich nach wie vor eher ein Tee- als ein Kaffeeland. Im Erdgeschoss werden wir dann doch fündig.

Der dort servierte Kaffee schmeckt nicht nur außergewöhnlich gut, sondern beeindruckt auch durch seine Präsentation. Dazu bestellen wir noch für jeden ein Stück Kuchen. Und obwohl ich normalerweise kein großer Kuchenfan bin, landet die gesamte Kalorienbombe komplett in meinem Magen. So lecker ist sie.

MixC Shoppingcenter,Kunming,Yunnan,China2026,born4travel.de
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Ja... und so etwas sieht man auch, wenn man sich vom Dach weit hinaus lehnt. Ein Blick auf "Brachfläche" von der Dachterrasse der Mall. Das Klima macht es möglich - Die Natur holt sich alles zurück.

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Bevor uns trotz Kaffee und Kuchen etwa Schwäche oder Müdigkeit einlullt, gehts gleich danach zum nächsten Ziel. Das liegt jetzt etwas weiter entfernt. Es befindet sich deutlich im südöstlichen Teil Kunmings.
Didi - unser neuer Verbündeter - bringt uns hin.
Obwohl wir auch gern ein Fahrrad oder einen Scooter ausleihen würden. Die Straßen und Fahrradwege sind hier sehr breit und im Bestzustand. Leider kriegen wir das mit dem Ausleihen nicht hin. Eigentlich ist es sehr einfach. Die App führt durch ein sehr logisches Abfragesystem. Aber dann scheitert es am Ausweis. Wir haben keine chinesische ID.
Echt doof!

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Aber auch aus so einem Taxi kann man noch nette Beobachtungen machen 😉
Coole Dachinstallation - Gut bei Regen und als Sonnenschutz.

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Kunming Opera

Noch mehr beeindruckende Architektur gibt es dann im Südosten der Stadt.
Da ist der moderne Bau des Opernhauses von Kunming. Mit seinen geschwungenen Formen wirkt es fast wie eine riesige Skulptur. Das Gebäude gehört zum Yunnan Grand Theatre und ist eines der wichtigsten Kulturzentren der Provinz.

Die Architektur lehnt sich an, an diese traditionelle Kopfbedeckung ethnischer Minderheiten und soll die kulturelle Vielfalt der Region widerspiegeln.
Das ist ihnen wirklich prima gelungen!

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Provinzmuseum

Auf der anderen Seite des riesigen Platzes befindet sich das Provinzmuseum von Yunnan.
Es wurde zwar bereits 1951 gegründet, das heutige Museumsgebäude entstand jedoch erst 2015 und zählt zu den bedeutendsten Kulturmuseen im Südwesten Chinas.

Genau wie schon das Provinzmuseum in Guangzhou fasziniert uns auch dieser Bau. Die Architektur wirkt schlicht und dennoch ausgesprochen elegant. Wie so oft in China handelt es sich nicht einfach um ein Gebäude mit einer ansprechenden Fassade. Die Gestaltung greift traditionelle Wohnformen Yunnans auf und erinnert gleichzeitig an die markanten Felsformationen des Steinwaldes von Shilin.

Auf einer Informationstafel im Außenbereich wird versprochen, dass Besucher hier viel über die Geschichte Chinas und insbesondere über die Entwicklung der Provinz Yunnan erfahren können. Das macht uns natürlich neugierig.
Mehr als 200.000 Objekte umfasst die Sammlung. Zu den Höhepunkten gehören Funde aus dem alten Dian-Königreich sowie kunstvoll gefertigte Bronzen.
Leider ist die Ausstellung kaum auf internationale Besucher ausgelegt. Warum auch? Wieder einmal scheinen wir die einzigen Ausländer zu sein. Zwar hilft uns der Übersetzer auf dem Smartphone häufig weiter, doch bei einer mehrere Jahrtausende umfassenden und oft komplexen Geschichte stößt auch diese Technik an ihre Grenzen.
Trotzdem genießen wir den Besuch. Zu sehen sind filigran gearbeitete Schmuckstücke, winzige Figuren aus Edelmetallen und Jade sowie aufwendig gestaltete Ausstellungsräume.
Beeindruckt sind wir auch, wie gut besucht das Museum ist. Viele Besucher nehmen sich Zeit, lesen die ausführlichen Erläuterungen und betrachten die Exponate mit großer Aufmerksamkeit.
Und noch etwas gefällt uns: Der Eintritt ist kostenlos.

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Eine kleine Pause legen wir dann im Hotel ein, um am frühen Abend noch zum Ethnischen Dorf zu fahren.
Und wie immer gibt es unterwegs sehr viel zu sehen.
Da wären zum Beispiel die Hochstraßen. Deren Fahrbahnbegrenzungen sind nicht nur schnöde Betonmauern.
Nein - überall hängen bepflanzte Blumenkästen. Alle einzeln.
Wie geht das? Wie werden sie gepflegt? Wie werden sie gegossen?
Die Lösung ist ganz einfach - wenn man es weiss: Jeder Blumenkasten wird über ein Wasserschlauchsystem versorgt.
Wow 🫰🏻

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Yunnan Nationalities Village

Das Ethnische Dorf zu besuchen, war ein Tipp, den wir an der Rezeption bekommen haben.
Das ist schon ganz nett angelegt.
Wir kommen aber etwas spät. Es ist schon halb sieben. Obwohl der Park bis 10pm geöffnet ist, sind die Shows beendet.
Dennoch sollen wir den vollen Preis für den Eintritt zahlen. Die Hälfte zu zahlen wäre ja ok. Aber die volle Summe empfinden wir dann als Zuviel.

Deshalb schauen wir uns etwas im kostenlosen Teil um und fahren wieder zurück zu unserer Basis.
Beziehungsweise ganz in die Nähe.

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In einem Bai-Restaurant (die Empfehlung habe ich bei Trip.com gefunden) soll es das Abendessen geben.
Wir stehen etwas unschlüssig davor. Bisher haben wir in chinesischen Schnellrestaurants gegessen. Aber in einem "richtigen" Restaurant noch nicht. Die Auswahl ist trotz Übersetzer wieder einmal ein Glücksspiel. Was wir definitiv wissen: No Chili please!
Aber empfundenen Schärfe ist ja relativ. Jedenfalls ist der zwischen deutschen Gaumen und dem Yunnan-Gaumen riesig! Bu là - heißt auf Chinesisch nicht scharf. Und das wiederholen wir mantramäßig.
Letztendlich ist unsere Wahl doch ein Glücksgriff. Und bis auf das grüne Etwas, das wieder an der 🔥-Grenze kratzt, verputzen wir alles.

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Zum Hotel gehen wir nun doch zu Fuss.
Auch das ist schön in China: Die Gefahr, Opfer einer kriminellen Tat zu werden, ist praktisch Null. Ich muss meine Hab und Gut nicht irgendwo verstecken. Und Rainer hat seinen neuen Rücksack vollkommen entspannt auf dem Rücken.
China gefällt uns!

Am Ende des Tages stehen Taxikosten in Höhe von 13,86 € für all die vielen Taxifahrten kreuz und quer durch Kunming.
Insgesamt sind wir dabei etwa 70 Kilometer gefahren worden.


So geht es weiter

Am nächsten Tag machen wir einen ganztägigen Ausflug ins Umland.
Es geht nach ShiLin. Dem Steinwald nahe Kunming.