Von Shangri-La in die Tiger Leaping Gorge

5.–7. Apr. ⋅ ⛅ 17 °C

Wir checken aus. Ich schaue auf die andere Straßenseite und entdecke ein wartendes Auto.
Ist es etwa unseres?
Noch haben wir eine Viertelstunde Zeit.
Wir gehen rüber und fragen die Fahrerin. Ja, sie ist tatsächlich für uns da und will uns zum nächsten Ziel bringen. Erst jetzt fällt mir die große rote Blume auf, die am Heck ihres Taxis befestigt ist. Wie cool ist das denn?

Taxi in Shangri-La,China2026,born4travel.de

Wieder haben wir also über Didi ein Taxi gebucht, das von einer Frau gefahren wird. In Shangri-La scheint die Mehrheit der Taxifahrer tatsächlich weiblich zu sein.

Unsere Fahrerin ist verhüllt. Nicht, weil sie Muslimin ist. Nein, sie trägt eine Maske, die fast das gesamte Gesicht bedeckt. Dazu kommen lange Handschuhe, die bis über die Ellbogen reichen, und eine Sonnenbrille, die so gerade geschnitten ist, als wäre sie einem Bastelheft entsprungen.
Es ist ihr Schutz vor der Sonne.
„Während wir Sonnencreme benutzen, schützt man sich hier eben auf diese Weise“, denke ich.
Trotzdem wirken diese Masken auf mich zunächst ungewohnt und etwas befremdlich. Aber es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen. Es gehört hier einfach zum Alltag.

Unsere Fahrerin bekommt bei mir eh sofort einen Frauenbonus.
Bestimmt ist das ein Vorurteil. Aber Frauen behandeln einfach ihre Autos anders. Schon das kleine Blümchen am Rücklicht... Wer macht denn so etwas 😉
Im Innenraum riecht es nicht nach Zigaretten. Stattdessen singt sie fast die gesamte Fahrt, als stünde sie auf einer Bühne. Mal leise, mal voller Inbrunst. Völlig unbekümmert und mit sichtlicher Freude. Ihr Fahrstil könnte meiner sein. Sportlich, aber nie hektisch oder aggressiv.

Als wir von der G214 in Richtung Tigersprungschlucht abbiegen, wird die Landschaft richtig spektakulär. Gewaltige Felswände rücken immer näher. Anfangs sind wir noch auf Höhe des Yangtze, der in diesem Abschnitt Jinsha Jiang genannt wird.
Kurz darauf fahren wir unter den zwei Brücken hindurch. Die eine ist die Straßenbrücke der Schnellstraße Lijiang–Shangri-La Expressway (Hutiaoxia Jinshajiang Bridge). Sie erreicht je nach Quelle eine Höhe von rund 200 Metern. Die andere ist die Eisenbahnbrücke der Lijiang–Shangri-La-Bahn, die das Tal der Tigersprungschlucht in einer Höhe von etwa 160 bis 180 Metern über dem Flussbett überquert. Beide gehören zu den spektakulärsten Bauwerken, die erst 2023 eröffnet wurden. Das ist nun doppelt beeindruckend, weil wir doch vor zwei Tagen genau über diese gefahren sind.

Bridges over Tiger Leaping Gorge, Yunnan,China2026,born4travel.de

Was nun folgt, toppt praktisch alles, was wir bisher gesehen haben. Wir verlassen die größere Straße und fahren auf einer schmalen Bergstraße zu unserer nächsten Unterkunft, dem Tiger Leaping Gorge Snow View Hillside Homestay.
Die Straße windet sich - wenn ich richtig mitgezählt habe - über 22 Kehren immer weiter den Berg hinauf. Teilweise ist es schon ein wenig beängstigend, denn diese Straßen haben keinerlei Seitenbegrenzung. Es geht ziemlich steil hinunter, und bei jedem Blick in die Tiefe... puh...
Aber unsere Fahrerin macht ihre Sache hervorragend. Ruhig und sicher steuert sie das Auto. Manchmal kommen uns andere Fahrzeuge entgegen. Dann wird es spannend, denn viel Platz gibt es nicht. Was uns aber verwundert, ist, dass unser Auto dabei immer etwas zurückstecken muss. Während wir dem entgegenkommenden Fahrzeug in einer kleinen Ausweichstelle Platz machen, drängeln sich andere einfach vorbei.
Seltsam. Warum das so ist, werden wir allerdings erst morgen Nachmittag erfahren.

Tiger Leaping Gorge, Yunnan,China2026,born4travel.de
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Knapp zwei Stunden später erreichen wir unser Ziel.

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Unsere Fahrerin hat sich wirklich gut gemacht. Die schmale Bergstraße, die vielen Kehren und die Begegnungen mit anderen Fahrzeugen hat sie souverän gemeistert.

Zum Abschied gibt es natürlich noch ein Foto. Schnell streift sie dafür ihre "Sonnenschützer" ab. Aber das ist völlig in Ordnung. Sie war eine richtig gute Fahrerin.
In einer Höhe von 2.390 Metern – also 1.000 Meter tiefer als Shangri-La – befindet sich unsere Unterkunft. Das Haus unserer Unterkunft steht in der ersten Reihe mit unverstelltem Blick auf die gegenüberliegende Steilwand.
Diese ist so beeindruckend nah, dass uns beiden vor Staunen die Kinnlade herunterfällt.

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Unser Zimmer in der 4. Etage (wobei diese Etage natürlich nicht als 4. Etage ausgewiesen ist, denn die 4 gilt in China und vielen anderen asiatischen Ländern als Unglückszahl) trägt die Nummer 888.
Wer schon einmal in Asien war, weiß: Die 8 ist die absolute Glückszahl und hat für viele Asiaten noch mehr Bedeutung als unsere 7.

Das Zimmer ist einfach eingerichtet, aber sehr sauber und die Möbel wirken neu. Besonders interessant finde ich die kleinen Details. Im Bad liegen neben den gewohnten Handtüchern noch große Vliestücher in Badetuchgröße. Natürlich hygienisch einzeln verpackt.
Ich probiere sie aus und tatsächlich kann man sich damit hervorragend abtrocknen. Wie mit einem normalen Frotteehandtuch.
Sie sind leicht, platzsparend und hygienisch verpackt. Vermutlich sind sie für Gäste, die zu einer Mehrtageswanderung aufbrechen, und Platz die höchste Priorität hat.

Das Zimmer ist geräumig und die beiden Sessel sind perfekt platziert: Man sitzt direkt davor und schaut auf die gewaltige Steilwand gegenüber.
Was für eine Location! Und das Ganze für 64 € die Nacht!

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... und das ist die sensationelle und unverstellte Aussicht (bei Sonne)

Tiger Leaping Gorge, Yunnan,China2026,born4travel.de
Die Wolken hängen an den Bergspitzen und bewegen sich praktisch gar nicht weiter.

Der Karpfenpool mit genau zwei darin schwimmenden Karpfen befindet sich auf dem Dach auf unserer Ebene. Wir wohnen ganz alleine auf der Etage. Es fühlt sich fast wie ein privater Bereich an.

Wie auch immer. In der Mitte des Pools befindet sich eine kleine Plattform. Der Stuhl mittendrauf bietet sich geradezu an, um hier zu sitzen und zu sinnieren.

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Beim Blick auf die Wetter-App könnte man sich eigentlich schon auf den morgigen Tag freuen. Sie verspricht Sonne satt. Natürlich nur, wenn sie sich auch an ihr Versprechen hält.

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Rainer geht kurz nach der Ankunft schon einmal den Wanderweg, den wir morgen erst laufen wollen.
Mir ist es zu windig. Ich muss mich schonen.

Zum Abendessen gehen wir nicht mehr aus dem Haus.
Sicher könnte man in einem Restaurant der Nachbarhäuser etwas essen. Aber wir entscheiden uns für die bequeme Variante und gehen in das Restaurant des Homestays im untersten Geschoss.
Hier gibt es eine ganz nette Auswahl. Jedenfalls, wenn ich mir das Menü ansehe.
Man kann sich aber auch aus dem Regal ein Fertiggericht nehmen und mit heißem Wasser aufgießen. Das ist dann die allerpreiswerteste Variante.
Wir entscheiden uns für die teure. 😉
Wir bestellen Chicken und Gyozas. Das kostet knapp 4 Euro und schmeckt ausgesprochen lecker.


Am nächsten Morgen strahlt die Sonne. Und wie! Ich liege auf der Sonnenseite des Bettes.
Und verglühe fast in meinem Bett, denn die Sonne strahlt mit voller Kraft ins Zimmer.
Frühstück gibt es in der Unterkunft keines. Also kein westliches Frühstück, das auch Rainer beglücken könnte.
Also trinke ich meinen vietnamesischen Kaffee im Bett und wir essen unsere Süßigkeiten aus Shaxi. Das muss reichen.

Tiger Leaping Gorge - High Trail

Auf dem heutigen Plan sieht es recht übersichtlich aus. Da steht nur die Wanderung auf der oberen Route der Tiger Leaping Gorge, auch Upper Road oder High Trail genannt.
Sie verläuft entlang der Bergflanke und bietet spektakuläre Aussichten auf die Schlucht.

Unsere Unterkunft liegt dafür ideal. Wir müssen nicht erst einen langen Aufstieg bewältigen, sondern stehen praktisch schon auf der richtigen Höhe und können direkt loslaufen.

Anfangs ist der Weg noch befestigt. Bald wird er steinig und immer enger. Rechts geht es steil bergab. Aber richtig steil!
Wir sind nicht allein unterwegs. In China ist heute Feiertag, und das geniale Wetter zieht Unmengen an Wanderern an. Aber sie laufen meist in Grüppchen. Wir versuchen immer, dazwischen unterwegs zu sein.

Tiger Leaping Gorge High  Trail, Yunnan,China2026,born4travel.de
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Wandern mit Sonnenschutz à la China

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Wir gehen so weit, bis ich den Wasserfall sehen kann.
Immer wieder bleiben wir stehen und schauen hinunter in die gewaltige Schlucht. Den Yangtze sieht man nicht immer.
Die Dimensionen dieser Landschaft sind schwer zu begreifen. Man fühlt sich ziemlich klein mitten in dieser gewaltigen Bergwelt.
Mit jedem Schritt verändert sich der Blickwinkel ein wenig. Mal öffnet sich die Sicht auf die steilen Felswände, mal verliert sich der Blick tief hinunter ins Tal.
Als es plötzlich sehr windig wird, bekomme ich auf dem schmalen Weg mit dem drohenden Abhang leichte Panik. Hier gibt es auch nichts, woran man sich festhalten könnte.
Auch deshalb kehren wir um.

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Der schmale Weg an der Bergflanke, die gewaltigen Felswände und tief unten die kleinen Häuser lassen alles noch viel größer wirken.

Auch der nächste Ort ist bereits zu erkennen. Er liegt weit unter uns und deutlich tiefer in der Schlucht.
Da fragt man sich, wie die Menschen dort wohl leben. Wie sieht ein Alltag aus, wenn die eigene Heimat mitten in dieser spektakulären Bergwelt liegt? Wenn die Wege steil sind, die Entfernungen groß und die Natur allgegenwärtig? Für diese Menschen hier ist das vermutlich ganz normal. Für uns ist es Faszination pur.

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Hier erreichen wir schon fast den Ort.

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Zurück in der Unterkunft soll es gleich nach dem Mittagessen in die Upper Leaping Gorge Scenic Area gehen.
Aber wir können aus irgendwelchen Gründen keinen Didi bekommen. Wir fragen an der Rezeption und hier sagt man uns, dass kein Ruf-Taxi bis hierher kommen wird.
Sie würde allerdings jemanden anrufen, der uns für 100 ¥ pro Strecke hinunter und später wieder heraufbringt. Aber knapp 12,60 € für nicht einmal zehn Kilometer sind für chinesische Verhältnisse ziemlich teuer.
Irgendwie werden wir beide das Gefühl nicht los, dass hier niemand Interesse daran hat, dass Didi oder andere Taxis bis zu den Unterkünften fahren. Ob das tatsächlich organisiert ist oder einfach nur so funktioniert, können wir nur vermuten.
Fakt ist aber: Ohne eigenes Auto oder einen privaten Fahrer bleibt einem kaum eine Wahl. Und genau dieses Gefühl, also dass wir keine echte Alternative haben, gefällt uns überhaupt nicht. Es geht uns dabei gar nicht um die knapp 13 Euro. Es geht ums Prinzip. Der Eindruck drängt sich auf, dass Touristen hier mangels Konkurrenz bewusst höhere Preise zahlen sollen.
Also verzichten wir auf das Vorhaben und bleiben erst einmal auf unserem Zimmer. Eigentlich ist das gewaltige Bergmassiv schon Unterhaltung genug. Mit jeder Minute verändert sich das Licht. Die Schatten wandern langsam über die Felswände und lassen die Berge immer wieder anders aussehen. Mal wirken sie schroff und dunkel, wenig später leuchten einzelne Felsbereiche wieder in der Sonne.

Dann überlegen wir, was wir nun machen sollen.
Zu Fuß bis hinunter zu laufen, kommt für uns nicht infrage. Der Rückweg bergauf wäre einfach zu anstrengend.

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Nun kommen doch wieder Wolken auf. Aber nach diesem gelungenen Tag mit so viel Sonne können wir damit bestens leben. Mehr Wetterglück kann man bei einem Aufenthalt in dieser bergigen Gegend kaum haben.

Tiger Leaping Gorge High  Trail, Yunnan,China2026,born4travel.de

Kurz vor Sonnenuntergang färben sich die Bergspitzen in ein intensives Rot. Dieses Alpenglühen - auch wenn wir nicht in den Alpen sind 😉 - ist eines der schönsten Naturschauspiele, die wir auf unserer Reise erleben.

Tiger Leaping Gorge Upper Trail, Yunnan,China2026,born4travel.de

Langsam aber machen wir uns jetzt doch ein wenig Gedanken, wie wir morgen wieder von hier wegkommen.
Anscheinend haben die ansässigen Taxifahrer das Gebiet unter sich aufgeteilt und verdienen mit den Touristen ihr Geld. Zumindest fühlt es sich für uns so an.
Über A-Map buche ich schließlich ein Taxi für morgen. Dabei muss ich die Fahrt schon im Voraus bezahlen. Seltsam.
Aber selbst nach zwei Stunden findet sich niemand, der uns von hier oben nach Lijiang zu unserem nächsten Übernachtungsort bringen möchte.
Hm. Eigentlich würde ich die Buchung gern wieder stornieren. Aber A-Map besitzt leider nicht den praktischen Übersetzerknopf, den wir von Alipay kennen. Alles ist in feinstem Chinesisch. 🥴
Wir bitten an der Rezeption um Hilfe. Aber sie kann - oder will - trotz Übersetzer nicht verstehen, was wir möchten. Zum Glück gibt es an der Rezeption kurze Zeit später einen Schichtwechsel. Der junge Mitarbeiter hilft uns sofort weiter und storniert die Buchung für uns. Wenig später ist das Geld wieder auf unserem Konto.
Das Taxi-Problem bleibt allerdings bestehen.
Also versucht Rainer es noch einmal über Didi. Und tatsächlich nimmt jemand den Auftrag an. Kurz darauf erscheint eine Nachricht auf dem Handy: „Hello again.“
Ist es tatsächlich dieselbe Fahrerin, die uns schon hierhergebracht hat.
Wir schauen uns an und grinsen. Wir hoffen, wir freuen uns nicht zu früh!


Am nächsten Morgen sind wir froh, dass es tatsächlich "unsere" Fahrerin aus Shangri-La ist.
Wir erläutern ihr unseren Wunsch per Übersetzer. Leider kann sie kein Wort Englisch. Aber es funktioniert ja auch so.
Sie versteht sofort, dass wir zur Aussichtsplattform möchten, an der der Yangtze am schmalsten ist und die der Schlucht ihren Namen gegeben hat: Tiger Leaping Gorge – also Tigersprungschlucht.
Für sie scheint das kein Problem zu sein. Im Grunde genommen liegt es ja auf unserem Weg.

Offenbar weiß sie genau, wie das hier funktioniert. Zuerst also bringt sie uns zum Informationszentrum am Eingang der Schlucht, wo wir unsere Eintrittskarten kaufen müssen. Sie setzt uns dafür etwas abseits ab. Anscheinend darf sie hier nicht parken. Den Rufen der anderen Fahrer begegnet sie mit einer erstaunlich resoluten Stimme. Sie wirkt wie eine richtig toughe Frau, die genau weiß, wie der Hase hier läuft. Ob das tatsächlich so ist, wissen wir natürlich nicht. Aber genau dieses Gefühl haben wir in diesem Moment.

Anschließend fährt sie uns direkt zum Eingang des Aussichtsplateaus. Der befindet sich nämlich nicht neben dem Ticketschalter sondern fast einen Kilomater entfernt. Wer denkt sich so etwas aus?
Egal
Sie verspricht, hier auf uns zu warten. So lange bis wir mit der Besichtigung fertig sind.

Tiger Leaping Gorge

Die Tiger Leaping Gorge gehört zu den spektakulärsten Schluchten Chinas. Über Jahrtausende hat sich der Yangtze, der hier noch Jinsha Jiang heißt, tief zwischen die gewaltigen Berge des Jade Dragon Snow Mountain und des Haba Snow Mountain gegraben. An der engsten Stelle zwängt sich der Fluss mit ungeheurer Kraft durch die Felsen.

Nachdem wir den Eingang passiert haben, geht es zunächst unendlich viele Stufen hinunter. Erst dort erreichen wir den Tiger Jump Stone, den Felsen, der der Schlucht seinen Namen gegeben hat.

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Der Legende nach wurde hier einst ein Tiger von einem Jäger verfolgt. In seiner Verzweiflung soll der Tiger vom Felsen aus über den damals nur etwa 20 bis 30 Meter breiten Yangtze auf das gegenüberliegende Ufer gesprungen sein und sich so gerettet haben. Ob sich das wirklich so zugetragen hat, weiß natürlich niemand. Die Geschichte lebt jedoch bis heute weiter und gab der Tiger Leaping Gorge, der Tigersprungschlucht, ihren weltberühmten Namen.

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Der Fluss wird hier, an dieser Engstelle regelrecht zusammengedrückt. Das Wasser brodelt, schäumt und kämpft sich mit unglaublicher Kraft um den Felsen herum. Besonders faszinierend ist für mich eigentlich der Kontrast. Nur wenige hundert Meter entfernt fließt der Fluss wieder ruhig und gemächlich weiter.

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Den Rückweg nach oben vereinfachen wir uns etwas. All die vielen Treppen wieder hinaufzulaufen, darauf haben wir keine Lust.
Wir entscheiden uns deshalb für den bequemen – wenn auch nicht kostenlosen – Weg. Für 70 CNY pro Person, also etwa 8,50 Euro, bringen uns mehrere Rolltreppenabschnitte wieder nach oben.

Tiger Leaping Gorge High  Trail, Yunnan,China2026,born4travel.de

Auf dem Parkplatz wartet bereits unsere Fahrerin.
Sie fährt uns anschließend in ihrer ruhigen und souveränen Art in das rund 90 Kilometer entfernte Lijiang.
Der kleine Umweg inklusive Wartezeit hat uns nicht einmal 100 ¥ (also knapp 13 €) extra gekostet.

Tiger Leaping Gorge High  Trail, Yunnan,China2026,born4travel.de

Eine allerletzte Impression von unterwegs :

Tiger Leaping Gorge High  Trail, Yunnan,China2026,born4travel.de

So geht es weiter

Tiger Leaping Gorge, Yunnan,China2026,born4travel.de

Anderthalb Stunden später erreichen wir Lijiang. Unsere nächste Station.
Auch dieses Homestay liegt wieder einmal im autofreien Teil der Altstadt.
Unsere Fahrerin ruft deshalb in der Unterkunft an, und kurze Zeit später stehen Mitarbeiter bereit, um uns abzuholen und unser Gepäck zu übernehmen.
Beim Abschied bitte ich sie noch um ihren WeChat-Kontakt.
Sie freut sich sichtlich darüber und schreibt mir sofort: „Ich bin Tibeter. Mein Name ist Yangzong, Zasidler.“
Sie wohnt in Shangri-La und hat uns heute nicht nur sicher durch die Berge gebracht, sondern uns auch einen kleinen Einblick in ihren Alltag gegeben. Natürlich machen wir zum Abschied noch ein gemeinsames Selfie.
Was für eine nette Begegnung.

Während Yangzong nun den langen Weg zurück nach Shangri-La fährt, beginnt für uns ein neuer Abschnitt.
Lijiang. Eine Stadt mit einer der schönsten Altstädte, die wir bisher gesehen haben...