Der Pikes Peak Highway ist eine hochalpine Mautstraße, die westlich von Colorado Springs liegt. Obwohl der Pikes Peak Highway über 14.115 Fuß (4.302 Meter) hoch ist, bleibt er das ganze Jahr über in Betrieb. An Tagen mit klarer Sicht kann man nicht nur Colorado Springs sondern auch Denver sehen und manchmal sogar bis Kansas schauen.

Lage - Anfahrt

Aus Colorado Springs (Abfahrt #141) kommend geht es etwa 15 Kilometer westwärts auf der US-24. Die bevorstehende Abfahrt ist einige Meter zuvor bestens mit "Pikes Peak Hwy" ausgeschildert.
Man fährt linkerhand in die Fountain Ave.
Etwa nach 1.7 Kilometern (1.1 miles) erreicht man den offiziellen Eingang inklusive Zahlstation für die Mautstraße.

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19,5 Meilen, also etwa 32 Kilometer lang misst die gesamte Strecke. Sie ist asphaltiert und somit für jede Autoart geeignet.
Maximal zulässige Geschwindigkeit beträgt 25 mph.
Für die Benutzung der Straße wird eine Gebühr von 15 USD pro Person verlangt (Stand Juli 2018).

Eine landschaftlich ausgesprochen schöne Strecke schlängelt sich nach oben. Dabei bietet sie genügend Halteflächen neben der Straße, sogenannte Vista Points, von denen man in gebührender Ruhe den Blick auf die tiefergelegenen Seen und die beeindruckende Berglandschaft haben kann.

Für die reine Fahrt zum Peak sollte man anderthalb bis zwei Stunden einplanen.
Zu Beginn befindet man sich auf einer Höhe von etwa 2.430 Metern. Das heißt bis oben gilt es knapp zweitausend Höhenmeter zu überwinden. Es ist empfehlenswert auf halber Strecke eine Pause einzulegen, um keine gesundheitlichen Probleme mit dem schnellen Höhenanstieg zu bekommen.

GPS: 38° 50' 27" N - 105° 02' 36" W
Elevation: 4.302 Meter

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Wissenswertes

Die erste und ursprüngliche Straße, die Pikes Peak Carriage Road, wurde 1888 von der Cascade Town Company gebaut, jedoch 1902 wieder geschlossen.

Erst mit der Investition durch Spencer Penrose, einem Geschäftsmann und Inhaber einiger Minen sowie des Broadmore Hotels, entstand 1915 für eine halbe Million Dollar die neue Straße. Mit dieser Attraktion sollten wieder Touristen in die Gegend gelockt werden.
1916 eröffnete der Pikes Peak Highway erneut und ist seither wirklich zu einer weltberühmten Attraktion geworden.

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Pikes Peak International Hill Climb (PPIHC)

Für die meisten Touristen ist der Pikes Peak Highway eine Scenic Road. Also eine landschaftlich schöne Strecke mit Ausblicken - natürlich je nach Wettersituation - die außergewöhnlich sind.
Doch der Pikes Peak Highway ist auch eine der ältesten Rennstrecken.
Jedes Jahr stellen sich Rennwagen und Motorräder der anspruchsvollen Strecke.
Auch hier war Spencer Penrose der Initiator dieses Wettbewerbs.

Am 4. Juli 1916 wurde zum ersten Mal ein Rennen auf dieser Strecke veranstaltet, das seither alljährlich wiederholt wird. Seit 2009 allerdings nicht mehr Tag genau am Independence Day.

Das Rennen im Bundesstaat Colorado gehört zu den ältesten Motorsportveranstaltungen der Welt.

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Der Startpunkt des Rennens beginnt auf Höhe des Crystal Creek Reservoir.
156 Kurven auf einer Länge von 12.42 Meilen, rund 20 Kilometer, mit einer Steigung von durchschnittlich sieben Prozent - und schon ist man oben.

Der Pikes Peak Highway war ursprünglich eine Schotterpiste unterbrochen von Teilen, die gepflastert sind. Diesem Zustand mussten sich die Rennfahrer bis einschließlich 2011 stellen.
Seit 2002 übernahm die Stadt Colorado Springs nach und nach die Neuaufbereitung und Asphaltierung der Strecke. Fast zehn Jahre dauerte diese Prozedur.
Wochen nach dem 2011er Rennen ist die Arbeit beendet worden. Und so konnte erst 2012 das Rennen zum ersten Mal auf einer asphaltierten Straße stattfinden.

Abgesehen vom Straßenzustand ist auch das Wetter ein ewiger Risikofaktor.
Selbst bei unserem Besuch Mitte Juli wurde die Zufahrt zum Peak wegen plötzlich aufkommenden Schnee- und Hagelschauern gesperrt. Nach einer kurzfristigen Öffnung erlebten wir den Pikes Peak Highway teilweise in einer Wolke eingehüllt.

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Die Rekorde

Auflistung aller Rekorde nach Jahr aufgelistet

Nicht nur die Geschwindigkeit sondern auch der technische Fortschritt stehen bei diesen Rennen, die seit 1916 jährlich stattfinden, auf dem Prüfstand.

So wurde der Pikes Peak International Hill Climb am Pikes Peak 2015 zum ersten Mal von einem Elektro-Auto gewonnen.
Der Neuseeländer Rhys Millen, erreichte den Gipfel mit einem 1.368 PS starken Racer in 9:07.022 Minuten. Damit wurde allerdings nicht die 2013 von einem Verbrenner Auto gesetzte Bestmarke von 8:13.878 Minuten gekippt.

2016 stellte der Rennfahrer Millen mit 8:57,116 Minuten den Rekord für Elektrofahrzeuge auf.

Erst im Juni 2018 hat Volkswagen nicht nur den Rekord für Elektrofahrzeuge verbessert, sondern stellte auch einen neuen absoluten Rekord.
Ein mit zwei Elektromotoren ausgerüstetes Elektroauto - 500 kW (680 PS) je Achse - schaffte es mit 7:57,148 Minuten als erstes ins Ziel.

Im Vergleich zu Verbrennungsmotoren haben nämlich Elektromotoren einen entscheidenden Vorteil:
Ihre Leistung bleibt selbst bei weniger werdender Sauerstoffkonzentration der Luft konstant.
Benziner verlieren mit steigender Höhe an Leistung mangels Sauerstoff.
Deshalb setzen sich Elektroautos bei Motorsportrennen mehr und mehr durch.

Mit einem Gesamtgewicht von unter 1100 Kilogramm, erzielt durch Einsparungen am Gewicht für Kleinteile (erstellt durch einen 3D Drucker) und einem Drehmoment von 650 Nm konnte so eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,25 Sekunden erreicht werden.
Schneller als die eines Formel-1-Autos.
Als Energiespeicher nutzte Volkswagen Lithium-Ionen-Batterien.
Fast 20 Prozent der benötigten elektrischen Energie wurde so während der Fahrt durch Energierückgewinnung, auch Rekuperation genannt, gewonnen und wieder in die Batterie gespeist.

Technik die begeistert!

Das nächste Rennen findet übrigens am 30.Juni 2019 statt.

Veröffentlicht im August 2018