Bloginhalt:

🔸  Fakten & Zahlen
🔸  Sani Pass: Lage & Anfahrt
🔸  Planung
🔸  Persönliche Erfahrung
🔸  Welches Fahrzeug wird benötigt?
🔸  Mein Fazit zum Sani Pass
🔸  Sani Pass – Tipps für Selbstfahrer
🔸  Geführte Touren
🔸  Sani Pass: Wo übernachten?

Der Sani Pass ist die Verbindung zwischen Südafrika und dem Dach Afrikas - Lesotho. Er gehört zu den atemberaubendsten Gebirgspässen unserer Reisen. Es soll der dritt-steilste Bergpass der Welt sein.
Oben angekommen, erreicht man eine Höhe von 2.873 Meter über NN. Die maximale Steigung beträgt 17.6%.
Bei gutem Wetter hat man einen gigantischen Panoramablick auf eine gigantische Landschaft der Mkhomazi Wilderness Area - Teil des uKhahlamba Drakensberge Parks.

Sani Pass,Southafrika,Lesotho,born4travel.de

Zahlen und Fakten:

Länge: 33 Kilometer
Profil und Höhen: Start: 1.560 Meter – Gipfel: 2.873 Meter
Reisezeit: Etwa 2.5 Stunden inklusive Stopps

Lage - Anfahrt

Der Sani Pass befindet sich in der Provinz KwaZulu Natal, im Osten Südafrikas. Im Südteil des Maloti-Drakensberge-Parks, genauer gesagt in Himeville (Vorort von Underberg) beginnt die Auffahrt nach Lesotho inmitten einer landschaftlich wunderschönen Schlucht.

Diese (noch) unbefestigte Straße stellt die einzige Verbindung im Osten Lesothos mit Südafrika dar. Für Touristen ist es ein Adventure. Für die Bewohner Lesothos ist es eine Verbindung mit dem südafrikanischen Underberg, um Einkäufe beziehungsweise eventuell notwendige Arztbesuche zu tätigen.

Planung & Gedanken im Vorfeld

Die Sani Pass Tour zählt laut vielen Berichten zu den "gefährlichsten Straßen der Welt". Das Netz ist voller gruseliger Momentaufnahmen, bei denen man vor der Reise zweifelt, ob dieser Trip als Selbstfahrer überhaupt machbar ist. Entsprechende Foren warnen meist vor der Auffahrt als Selbstfahrer. Zu groß sei die Gefahr! Nur Wenige berichten Positives.

Im Netz finde ich glücklicherweise eine sehr informative Website: Mountain Passes Southafrica. Zwei Videos zeigen bei mäßigem Wetter, wie sich die Dirtroad gestaltet.
Natürlich liegt die Entscheidung bei jedem selbst und ist vom jeweiligen Fahrkönnen abhängig. Auch das Wetter spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung.
Wir planen unsere Auffahrt für den März und entscheiden nun doch selbst zu fahren.

Persönliche Erfahrung - Sani Pass im März 2018

Die Einfahrt zum Sani Pass in Südafrika kann man nicht verfehlen. Ein großes Schild weist auf das Ziel.

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Die ersten Kilometer entlang einer wunderbar präparierten Straße sind geteert. Dabei ist eine Steigung kaum wahrnehmbar.
Das Navi - jedenfalls unseres - macht Mut: angeblich werden wir schon in nur 30 Minuten oben sein. Nicht schlecht - aber ich vermute Google ist da ein Fehlerchen unterlaufen

Links und rechts der Straße erheben sich die Bruchkanten, die während unserer Reisezeit März in einem wunderschönen Grün erscheinen. Als ob die Felsen mit feinstem Golfrasen bezogen wären.

Nach 13.7 Kilometern endet der geteerte Teil (Stand Frühjahr 2018) und geht in eine relativ gut präparierte, aber unbefestigte Straße über.
Auch der weitere Teil führt entlang faszinierender Landschaft. Doch auch hier ist die Steigung noch minimal.

Fotopausen eingerechnet, erreichen wir in einer reichlichen Stunde die Grenzstation.
Persönliches Erscheinen eines jeden Mitfahrers am Grenzkiosk ist Pflicht. Hier wird auch eine Genehmigung vom Autovermieter für das Befahren des Passes verlangt.

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Von der südafrikanischen Grenzstation bis Lesothos Grenze (es ist ein Niemandsland - Staatenlos) sind es noch etwa acht Kilometer.
Und es dauert nicht mehr lange, bis diese Strecke endlich den Namen Offroad verdient. Dabei zähle ich eine gut präparierte und un-geteerte Strecke nicht zu den Offroads.

Die Steigung nimmt nun allmählich Fahrt auf.
Gleich mehrere hintereinander liegende und sicherlich wetterbedingte Riesenpfützen warten auf ihre Überquerung.
Kein Problem für uns. Schließlich haben wir schon den australischen Pentecoast River überquert.
Natürlich ist umsichtiges Fahren Voraussetzung, um diese "Adventures" zu meistern. Bevor man den Teil der bekannten Serpentinen erreicht, gilt es etwa drei bis vier solcher Steinstufen, Pfützen beziehungsweise Flussdurchläufe zu überqueren.

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Die letzten vier gut präparierten Kilometer holen wir alles an Höhe nach, was bisher ausgeblieben ist. Der Sani Pass wird zur Serpentine mit traumhaft schönen Ausblicken.
Leitplanken sucht man vergeblich.
Doch selbst auf diesem steilen Abschnitt ist genug Platz, um stehen zu bleiben, den Anblick zu genießen ohne den vorbeikommenden Verkehr aufzuhalten.

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Insgesamt benötigen wir zweieinhalb Stunden bis zu Lesothos Grenze. Wohlgemerkt mit vielen Fotostopps.
Zur keiner Zeit empfanden wir diese Fahrt als lebensgefährlich!
Wer also die Herausforderung des Autofahrens liebt - ohne dabei lebensbedrohliche Aktionen zu befürchten - sollte gut und gern individuell die Fahrt in Angriff nehmen.

Die meisten Touristen mit geführten Touren reisen nach einem Cappuccino im Pub oder einem Besuch im ersten Dorf des Königreiches Lesotho, wo sie ein Stück Brot so groß wie ein Brötchen verkosten und dann von "lecker" sprechen, wieder ab.
Ob das Brot lecker ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es die dünne Luft, die glücklich macht. Vielleicht macht es glücklich, den Weg gemeistert zu haben.

Wir - wir bleiben über Nacht hier. Eines dieser stein-gemauerten Rondavells wird unsere Bleibe für heute Nacht.

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Sind alle Tagestouristen abgefahren, kehrt im Highest Pub of Afrika Ruhe ein. Der Barmann verfällt in Langeweile.
Wir essen hier unser Abendbrot und gesellen uns zu den anderen, die mit uns hier oben in Lesotho bleiben.

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Welches Fahrzeug wird benötigt?

Generell gilt die Strecke als eine 4x4 Offroad, eine Schotterpiste - also eine Strecke für Autos mit Allradantrieb.
Ein solches Auto kann man auf Anfrage in Durban oder auch in Underberg buchen.

Wir haben in Durban einen 4WD SUV Auto reserviert.
Bei der Anmietung haben wir jedoch festgestellt, dass der SUV mit 4x4 Rad Antrieb eine wesentlich niedrigere Bodenfreiheit hat als der daneben stehende 2WD!
Deshalb entschieden wir uns lieber für diese Variante.
Der Vermieter (Avis) stellte uns aber auch für den Nissan X-Trail mit 2WD eine Genehmigung zum Befahren des Sani Passes aus.

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Mein Fazit zum Sani Pass

Jeder der ein wenig Erfahrung mit 4x4 Offroad hat, ist sicherlich fähig diese Strecke zu fahren.
Letztendlich ist das vorherrschende Wetter auf dem Sani Pass entscheidend.
Nach langen Regenperioden und der damit verbundenen aufgeweichten, schmierigen oder auch Schlamm-artigen Straße beziehungsweise bei schneebedeckter Piste würde ich von einer Selbstfahrt abraten.

Für uns war die Fahrt ein wahres Vergnügen.
Fotostopps oder auch einfach Stopps zum Genießen des Anblicks auf die grandiose sich nach oben schlängelnde Straße sind selbstbestimmt und für uns als individuelle Welten-Entdecker unbezahlbar!

Auch den Weg nach unten am folgenden Tag haben wir echt genossen. Denn die Sonne beleuchtete dann die andere Seite. Und wieder entdeckten wir Neues.

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Sani Pass – Tipps für Selbstfahrer

  • Nach längerem Regen und in der Wintersaison unbedingt die Wetterverhältnisse und Straßenbeschaffenheit checken.
  • Genehmigung vom Autovermieter - das sogenannte "Letter of Authority" zwecks Grenzwechsel nach Lesotho beantragen und mitnehmen. Kosten: 550 ZAR (Stand 2018)
  • Unbedingt warme Kleidung mitnehmen! Ist es in Underberg sommerlich warm, kann es oben empfindlich kalt werden.
  • Reisepass nicht vergessen!
  • Fast alle geführten Touren sind am Morgen und am frühen Nachmittag auf dem Sani Pass unterwegs. Will man alleine unterwegs sein, ist es clever diese Zeiten zu meiden und einen späteren Zeitpunkt zu wählen.

Durchschnittliche Temperaturen und Niederschlag

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QUELLE: meteoblue

Sani Pass – Geführte Tour

Wer sich schon bei der Vorstellung, den Sani Pass selbst zu fahren, fürchtet, der sollte einfach eine geführte Sani Pass Tour buchen.

Veranstalter gibt es eine Menge. Dabei werden Touren jeder Art angeboten. Man kann in Underberg starten oder aber auch in Durban.
Es gibt Touren, die nur die Fahrt und den Besuch des grenznahen Ortes anbieten, aber auch solche, die eine kleine Wanderung auf dem nah gelegenen Terrain anbieten.

Egal wie man sich entscheidet: Die Fahrt nach Lesotho ist auf jeden Fall empfehlenswert.

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Sani Pass – Wo übernachten?

Wem die Fahrt allein nicht Abenteuer genug ist oder wer wettertechnisch sichergehen will, dass er auch den vielbeschriebenen Blick auf den Sani Pass wirklich sehen wird, der kann beziehungsweise sollte unbedingt in Lesotho übernachten.
Zugegeben, die Auswahl direkt an der Grenze ist ziemlich übersichtlich.
Es gibt die Sani Mountain Lodge. Diese bietet Zimmer in einem Gemeinschaftshaus zu kleinem Preis an und daneben gibt es die super ausgestatteten Rondavells. Je nach Ausstattung ist ein geräumiges Bad, das dem westlichen Standard nicht unterlegen ist, im Rondavell vorhanden.
Wer hier übernachtet, der kann sich am Morgen kostenlosen Kaffee holen. Ein ausgiebiges Frühstück ist im Übernachtungspreis nicht eingeschlossen. Kann aber schon bei der Reservierung gebucht werden.
Alles in Allem kann ich eine Übernachtung in Lesothos Sani Mountain Lodge nur empfehlen.

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Für all diejenigen, die es vorziehen, den Sani Pass an einem Tag hoch und wieder runter zu fahren, bietet sich natürlich eine Übernachtung in Underberg oder Himeville zu reservieren.
Die Auswahl ist groß. Egal ob komfortabel und hochpreisig oder günstig.

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Veröffentlicht im Januar 2019