Gwalior,Madhya Pradesh,India,Indien

Sehenswertes außerhalb der ausgetretenen Reiserouten...erst Gwalior...

Die Ziele der folgenden Tage liegen örtlich ziemlich nah aneinander.
Das heißt, es wird nur eine kurze Anreise geben und am gleichen Tag werden wir die Attraktionen des Ortes besichtigen.

Heute geht es in das 65km südlich von Dholpur gelegene Gwalior.
Ein paar letzte Aufnahmen vom Anwesen...und dann geht es weiter....

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------------ Gwalior Fort --------------------------------

Der Ort Gwalior liegt am Fuße des 100m hohen Felsens auf dem sich die gewaltige Festung Gwalior Fort befindet. Das Fort ist etwa 3km lang und an den breitesten Stellen nur knapp 1km breit. Die Mauern sind bis zu 10m hoch.
Das Gelände beherbergt sechs Paläste, drei Tempel, eine Schule und ein Sikh-Tempel.
Die wichtigsten Bauten der Festungsanlage sind der Teli-ka-Mandir und der Man-Mandir-Palast.

An der Südwestseite des Sandsteinfelsens sind Tirthankara (Furtbereiter) aus dem Stein gearbeitet. Tirthankara sind geistige Führer des Jainismus, Mittler zwischen der materiellen und der spirituellen Welt. Die größte Figur ist fast 20m hoch.

Der Legende nach jagte der unheilbar am Lepra erkrankte Maharaja Suraj Sena vom Stamm der Kacchapaghata auf dem Felsen.
Als er durstig einen meditierenden Sadhu um Wasser bat, stillte das Wasser nicht nur seinen Durst, sondern bewirkte die sofortige Heilung. Aus Dankbarkeit errichtete er das Fort und erweiterte den heiligen Teich, dem heutigen Suraj Kund. Zudem weissagte dieser Eremit, daß seine Dynastie so lange existieren und herrschen würde, wie sie den Beinamen Pal tragen würde.
Und so wurde aus Suraj Sena: Suraj Pal.
Mehrere Generationen später wurde das Versprechen gebrochen und das Geschlecht der Kacchapaghata erlosch im 12.Jh.
Funde und Inschriften zeugen jedoch von dem Vorhandensein einens Sonnentempel schon im 6.Jh.

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Wir beginnen mit der Besichtigung des Man-Mandir-Palastes.
Der zweistöckigen Palast wurde von Raja Man Singh um 1500 erbaut und galt als schönster Palast Indiens.

Ganz markant und völlig anders, verglichen zu den Palästen die wir schon besucht haben, sind die Steinarbeiten, Gitterwerke und glänzende Kacheln. Man findet Kacheln mit Motiven von Enten, Papageien, Elefanten u.v.a.m. Er wird auch als Chit Mandit bezeichnet, als "gemalter Palast".
Akbar, der u.a. Fatehpur Sikri erbaute, war so beeindruckt, daß er sich beim Bau der Eingangstore in Agra's Red Fort, davon inspirieren ließ.

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Das linke Foto ist ein Erkerfenster des ehemaligen Harems, das zu beiden Seiten mit Steinarbeiten verziert ist. Die Elefanten sind nicht nur aus Stein geklopft, sondern mit bunt glasierten Kacheln belegt.


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Der Saas-Bahu Tempel (Mutter und Schwiegertochter Tempel) ist Vishnu geweiht. Feine Intarsien von Tänzerinnen und Gottheiten schmücken die Wände des Tempels.

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Von hier oben hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Umgebung.
Etwas traurig bin ich, daß der Himmel "so matschig" ist. Viel lieber hätte ich einen dunkelblauen Himmel.
Der Guide wiederum ist froh darüber, denn es hat seit Jahren in Gwalior nicht mehr geregnet.
Die Luft ist trocken und staubig. So bringt der "matschige Himmel" wenigstens etwas Feuchtigkeit bzw. das Land wird nicht so der prallen Sonne ausgesetzt.

Anschließend gehen wir zum Teli-ka-Mandir. Es ist das älteste Bauwerk und ist je nach Quelle in der Zeit um das 8.Jh. oder 9.Jh. erbaut worden.
Der Tempel ist der Gottheit Vishnu gewidmet.
Eigentlich handelt es sich hier noch um Reste von dem was vom Tempel nach den vielen Kriegen und Schlachten in Gwalior und auf der Festung Gwalior übrig blieb.
Nach dem Indischen Aufstand von 1857 jedoch, der sich gegen die britische Kolonialherrschaft über den indischen Subkontinen gerichtet hat, ist der Tempel von britischen Soldaten als Sodafabrik mißbraucht worden und hat damit die meiste Zerstörung erlitten.

Teli-ka-Mandir Teli-ka-Mandir


Zum Ende unserer Besichtigung geht es an die Westseite, wo sich die in Stein geklopften Jainskulpturen befinden. Zwischen dem 7. und 15.Jh wurden diese Relieffiguren angefertigt, die Tirthankaras darstellen.

Reliefs haben wir auf unserer bisherigen Reise viele gesehen. In dieser beeindruckenden Größe aber ist das zum ersten Mal.

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Nach so viel Kultur gehen wir noch in die City.
Wir sehen uns den Hauptplatz am Bahnhof an, wir schlendern durch die engen Seitengassen.
Aber im Großen und Ganzen gibt es hier nichts Besonderes, das sehenswert ist.

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Am frühen Abend werden wir in's >Regency Gwalior> gebracht.
Der Name trügt...es ist kein Hotel der Hyatt Regency Gruppe. Ein schmuckloser Betonkasten ohne jegliche Annehmlichkeit.
An der Rezeption ist man, für indische Verhältnisse, so ziemlich unfreundlich und die Lustlosigkeit spürt man ihnen an.
Per Aufzug geht es in die Etage, wo unser Zimmer liegt. Wir schauen uns das Zimmer an und wollen hier nicht übernachten, denn das Zimmer ist auf der Straßenseite und da herrscht lauter Durchgangsverkehr.
Na gut.
Wir gehen runter und bekommen ein anderes Zimmer.
Wieder oben angekommen, "springt" eine Angestellte im indischen Gewand in unser Zimmer und verteilt einen gutriechenden Duft in unserem Zimmer. Für den ersten Moment nennen wir das noch "einen tollen Service"...als sie jedoch die Hand aufhält und 10 Rupien haben will, sind wir sauer und scheuchen sie aus dem Zimmer.

Wir haben keine Ahnung, wo genau und wie weit entfernt das nächste Restaurant ist und so entscheiden wir uns heute im Hotelrestaurant zu Abend zu essen.
Der Service und die Qualität der Speisen waren eher: "naja".

Die Nacht war mehr als unruhig....wir kämpfen mit hunderten an Stechmücken...und dementsprechend sehen die Wände am nächsten Morgen aus...





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