Wien - Teil 2

Wie von den Wetterfröschen vorhergesagt, scheint heute die Sonne.
Sonne pur. Ganz ohne Wolken.

Der Ausblick von unserer Veranda stimmt auf einen guten Tag ein.
Unsere Aussicht:

Wien,Lazaristenkirche

Die Lazaristenkirche ist ein römisch-katholisches Kirchengebäude. Sie ist der "Unbefleckten Empfängnis" geweiht.

Wien,Maria vom Siege

Dieser neugotischer Backsteinkuppelbau (erbaut 1875) ist die katholische Kirche Maria vom Siege.
Interessant ist, daß diese Kirche den koptisch-orthodoxen Christen im Jahr 2016 geschenkt wird. Grund dafür ist der enorme Anstieg an koptischen Christen, deren vorhandenen Gotteshäuser zu klein sind.

Und es gibt ein Novum in unserem Reiseleben: Rainer macht heute den Guide.
Er hat sich vorbereitet und hat das heutige Programm zusammengestellt.
Das finde ich: 

Unsere Räder holen wir wieder an der Bike-Station 1501 - Westbahnhof.
Die Mariahilfer Straße ist gähnend leer. Die Geschäfte geschlossen.

Wien

Bergab geht es bis zur Museumsstraße zur Bike-Station 706 - Weghuberplatz. Hier lassen wir die Räder stehen und schauen uns die folgenden Attraktionen zu Fuß an.

Wien,Denkmal des Schriftstellers  Ferdinand Raimund

Gleich neben der Station steht das Denkmal des Schriftstellers und Schauspielers Ferdinand Raimund.

Dann geht es zum:

# Maria-Theresien-Platz

Maria Theresia 1717-1780
Fürstin aus dem Hause Habsburg
1740-1780 regierte sie als Witwe von Kaiser Franz I. die Habsburger Monarchie

Der Platz liegt in der Mitte zwischen dem Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum.

Beim Anblick solcher imposanter Denkmäler, umgeben von diesen wunderschön filigran verzierten Gebäuden und das Ganze inmitten dieser weitläufigen Fläche, fühle ich mich, wie in eine andere Zeit versetzt.
Es sind momentan nur wenige Besucher unterwegs und die ruhige Stimmung wirkt sehr erhaben.

Das Naturhistorische Museum :

Wien,Naturhistorisches Museum
Wien,Naturhistorisches Museum

Das Kunsthistorische Museum :

Wien,Kunsthistorisches Museum

Das Maria Theresia Denkmal:

Wien,Maria Theresia Denkmal
Wien,Maria Theresia Denkmal
Das Denkmal mit der Statue von Maria Theresia ist mittig platziert.
Es ist 1888 geschaffen worden und zeigt die Kaiserin, die in den Händen die sogenannte "Pragmatische Sanktion" hält.
Diese Sanktion ermöglichte es ihr als Frau Kaiserin zu werden.
Am Sockel des Denkmals sieht man ihre wichtigsten Berater und Feldherren sowie ihren Leibarzt.

Der Hofburgkomplex ist von enormer Größe.
Vom Maria-Theresien-Platz geht unser Spaziergang als nächstes über den Heldenplatz zur Hofburg.

# Heldenplatz

Die Freifläche auf dem Heldenplatz erlaubt einen Rundumblick auf all die Gebäude.
Es ist immer ganz gut, sich auf einem Plan zu orientieren, denn die Menge an beeindruckenden Gebäuden ist einfach immens!

Das Wiener Rathaus:

Wien,Wiener Rathaus
Wien,Äußere Burgtor

Das Äußere Burgtor: mit dahinterliegenden Kunsthistorischem und Naturhistorischem Museum

Das eindrucksvolle Burgtor ist unser Eingang zum gesamten Hofburgkomplex.
Sicherlich könnte man sich hier viele Stunden aufhalten, um alles genauer zu besichtigen.
Doch haben wir uns - vor allem auch wegen der Nähe zu Berlin und der Möglichkeit hierher immer wieder zu kommen - kaum mit der Geschichte Österreichs beschäftigt. Und es nützt nun wenig in aller Schnelle an jedem Denkmal stehen zu bleiben und das auch noch zu begreifen.

Wir konzentrieren uns auf das, was am Auffälligsten ist und auf das was uns eben gefällt.

Wien,Heldenplatz

# Hofburg

Die Hofburg war über 600 Jahre lang Residenz der österreichischen Landesfürsten.
Von hier aus regierte die Habsburger Monarchie. Erst als österreichische Landesherren, ab 1452 als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und schließlich ab 1806 als österreichische Kaiser bis zum Ende der Monarchie im Jahr 1918.

Kaiser Franz I. :

Wien,Kaiser Franz I.,Hofburg
Wien,Hofburg
Wien,Kunsthistorisches Museum
Wien,Hofburg

# Michaelerplatz

Weiter geht's zum Michaelertrakt am Michaeler Platz.
Ursprünglich war dies hier nur eine Kreuzung und erst im 18.Jahrhundert begann eine Umgestaltung in einen Platz.
Die Wandlung der Kreuzung in einen Platz begann mit der Erbauung der Winterreitschule in den Jahren 1729 bis 1735 sowie des Reichskanzleitrakts mit dem Torso des Michaelertrakts der Hofburg 1723 bis 1730.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde weiter umgestaltet und vollendet.

Wien,Michaeler Platz
Wien,Michaeler Platz

Diese Kuppel ist zu sehen vom Innenhof der Hofburg und vom Michaeler Platz.
Sie ist 54 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 35 Meter.

Wien,Michaeler Platz
Wien,Michaeler Platz

# Josefsplatz

Vom Michaelerplatz sind es nur wirklich wenige Schritte bis zum Josefsplatz.
Es ist wie einmal um die Ecke laufen.

Wien,Josefsplatz
Wien,Josefsplatz

Hier ist auch der Zugang zu unserem nächsten Ziel: dem Prunksaal in der Österreichischen Nationalbibliothek.

# Prunksaal

Prunksaal
Erbaut 1723-1730
Beauftragt vom Karl VI.
Länge: 77,7 Meter
Breite: 14,2 Meter
Höhe: 19,6 Meter
Kuppel: 18 x 29,2 Meter
Kuppelhöhe: 29,2 Meter
Sammlung mit etwa 2,6 Millionen Werken

Obwohl wir nicht zu den Museumsgängern gehören, den Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek wollen wir uns auf jeden Fall anschauen.
(Achtung: montags geschlossen)
Der Eintritt für Erwachsene beträgt 7 Euro.
Und es ist jeden Euro wert!

Zu den Fakten gehört noch folgendes Wissen: Schon einige Jahre später, etwa 1740, bilden sich die ersten Risse und der Bau droht einzustürzen.
Der Hofarchitekt Nicolaus Pacassi entwirft einen Plan zur Rettung der Bibliothek, der 1767 realisiert wird. Im Kuppeloval wird ein Eisenring eingezogen.
Im Übergang von den Seitenflügeln zur Kuppel werden zwei Stützpfeiler eingezogen.

Prunkvolle Säle habe ich schon einige in meinem Leben gesehen.
Spitzenreiter waren bisher die in der Ermitage und die in den Dresdner Schlössern.
Doch schon beim ersten Anblick fällt mir vor Begeisterung die Kinnlade runter.

Wien,Prunksaal
Wien,Prunksaal
Wien,Prunksaal
Wien,Prunksaal
Wien,Prunksaal
Wien,Prunksaal
Wien,Prunksaal

# Burggarten & Mozart Denkmal

Die Parkanlage ist erst seit 1911 für die Öffentlichkeit geöffnet.
Hier befindet sich unter anderem auch das Palmenhaus. In einem Teil befindet sich das Schmetterlingshaus und im anderen Teil ist ein Café untergebracht.
Das Mozart Denkmal befindet sich ganz in der Nähe vom Eingang am Burgring. Attraktiv anzusehen ist besonders der Notenschlüssel, der mit dementsprechend angeordneten Blühpflanzen dargestellt wird.

Wien,Burggarten
Wien, Mozart Denkmal

Genug gelaufen. Sitzende Fortbewegung ist wieder angesagt.
An der Bike-Station 701 - Museumsplatz holen wir uns wieder neue Räder.
Unweit von hier befindet sich das nächste Highlight.

# Karlskirche

Karlskirche
Karl VI. gelobte während der Pest im Jahr 1713 den Bau der Kirche zu Ehren des Pestheiligen Baromäus sobald die Epidemie vorbei sei.
Die Bauzeit dieses Sakralbaus begann 1716 und dauerte fast 25 Jahre.

Der Vorplatz, der Karlsplatz nebst Garten ist wunderschön anzusehen.
Nun haben wir auch Kaiserwetter und so sieht jedes Grün und jedes Pflänzchen einfach mal viel schöner aus.
Ein Seifenblasenkünstler zaubert riesige Seifenblasen, die der Wind fortträgt.

Wir verweilen etwas und gehen dann zur Kirche.
Hier gibt es keine Bike-Station. Aber die Räder sind mit Fahrradschlössern ausgestattet. Also ist es auch kein Problem die Räder abzustellen.

Wien,Karlskirche
Wien,Karlskirche
Wien,Karlskirche

In der Kirche findet gerade eine Messe statt.

Wir bleiben nur kurze Zeit, denn die Kirche ist rappevoll.

# Belvedere

Belvedere
Erbaut 1683 als Sommerresidenz für Prinz Eugen von Savoyen.
Es besteht aus zwei Schlössern, dem unteren und oberen Belvedere. Die Verbindung bildet ein geometrisch gestalteter Garten.

Jetzt fehlt uns nur noch die Gartenanlage des Belvedere.

Der Eintritt ist auch hier frei von Gebühren, so lange man sich nur die Gartenanlage anschaut.
Wir erreichen den unteren Eingang über die Prinz-Eugen-Straße.
Die nahgelegendste ist die Bike-Station 301 - Schwarzenbergplatz. Diese liegt fast genau zwischen den Schlössern.

Wir starten die Besichtigung des Gartens am unteren Schloss und spazieren unterbrochen durch eine Sonnenanbeterpause zum Oberen Belvedere.

Wien,Belvedere
Wien,Belvedere

Der Zustand des Gartens ist enttäuschend.
Ja es ist Frühling aber hier ist praktisch nichts gemacht. Graue Erde schaut uns an.
Oben angekommen bestätigt sich die Bedeutung des Wortes "Belvedere", also Aussichtspunkt.
Man hat einen wirklich traumhaften Blick von dieser terrassenförmigen oberen Anlage.

Wien,Belvedere
Wien,Belvedere

An der Bike-Station 306 - Arbeiterkammer gibt es wieder neue Biks.
Es ist früher Nachmittag und Zeit etwas zu essen.
Wir fahren zur empfohlenen "Gösser Bierklinik".
Doch die haben sonntags geschlossen.

- Restaurant Ofenloch -

Ein Glück, daß wir so viele Restaurantempfehlungen bekommen haben.
Die nächste Empfehlung liegt wirklich gleich um die Ecke.
Doch sieht alles ein wenig ausgestorben aus.
Etwas unsicher schauen wir im "Ofenloch" rein.
Ok. Für gut befunden. Jetzt mal schnell die Räder weggebracht und dann nehmen wir in diesem Gasthaus Platz.
Herrlich eingerichtet ist die Räumlichkeit.
Ein sehr netter Kellner kümmert sich um uns.
Es gibt "Osterwasser", dazu Kaiserschnitzel (hat nur wenig mit einem Wiener Schnitzel zu tun) und Gulasch.
Und weil's so schön ist gibt es anschließend noch leckere Nachspeisen.

Wien,ofenloch,restaurant

Das "Ofenloch" kriegt von uns für's Gesamtpaket, also Essen und Einrichtung, die volle Punktzahl!

So das meiste haben wir jetzt gesehen.
Aber um ins Hotel zu fahren, ist es noch zu früh.

- Café Sperl -

Noch stehen so einige Restaurantempfehlungen ungetestet auf unserem Zettel.
Also "teilen" wir den langen Weg bis zu unserer allerletzten Attraktion im Café Sperl.
Obwohl es sich in einer Seitenstraße befindet und so gar nicht im absoluten Zentrum von Wien, ist es sehr gut besucht.
Auch hier müssen wir anstehen.
Die Kellnerinnen sind extrem flink und trotzdem freundlich.
Und hier gibt es den besten Apfelstrudel während unserer Schlemmertour.

Wien,cafe sperl,restaurant

Die folgende Radfahrt zieht sich elende lange hin.
Es ist gar nicht so weit, doch langsam zehrt so ein Tag voller Highlights.
Aber es soll ja nicht heißen: "wie - Ihr ward in Wien und habt das Schloss Schönbrunn nicht gesehen?"

# Schloss Schönbrunn

Schloss Schönbrunn
Es war die Sommerresidenz der Kaiserfamilie.
1695 gab Leopold I. den Auftrag ein Barockschloss zu errichten, das erst im 18. Jahrhundert vollendet wurde
Seit 1996 gehört es zum UNESCO Welterbe.

Schon das letzte Stück bevor man den Eingang erreicht ist voller Menschen.
Teilweise müssen wir von den Rädern absteigen.
Gegenüber dem Haupteingang befindet sich die Bike-Station 1301 - Schloss Schönbrunn. Und wir sind echt froh, denn wir ergattern die letzten zwei von drei freien Eincheckplätzen an der Station.

Gleich hinter dem Eingang findet ein Ostermarkt statt.
Wir gehen jedoch weiter und kapitulieren hinter dem Schlossgebäude beim Anblick der Größe dieser Anlage.

Außerdem lassen schlagartig die Kräfte nach, jedenfalls meine, wenn ich den weiten Weg bis zu dem auf dem Berg stehenden Tor, Gloriette, sehe.
Auch Rainer ist von diesem Gang nicht wirklich begeistert.

Wien,Schloss Schönbrunn
Wien,Schloss Schönbrunn

Es folgt nur ein kleiner Spaziergang, dann eine Pause auf einer Bank, um die frühabendliche Sonne im Gesicht zu genießen.
Hierfür werden wir wohl mal einen ganzen Tag einplanen.

Wien,Schloss Schönbrunn

Als wir das Schlossgelände verlassen, sind nur noch wenige Räder in der Station vorhanden.
Da haben wir aber Glück gehabt!

Der Weg zurück über die andere Seite der Mariahilfer Straße ist wohl die kürzeste Verbindung zum Hotel

An der Bike-Station 707 - Webgasse klinken wir zum letzten Mal unsere Drahtesel ein.
Diese Art Wien zu erkunden war für uns ein voller Erfolg.
Wir waren mit diesem System beweglich und so individuell.
Ganz sicher sind wir uns, daß wir sonst in diesen zwei Tagen niemals so Vieles von Wien hätten sehen können.

Im Hotel angekommen genießen wir noch die letzten Augenblicke bevor die Sonne ganz verschwindet.
Und hej, wir können von unserer Seite der Terrasse die Gloriette sehen.
Wie immer ist kein Stativ in der Nähe und die zwei Zentimeter dicke Glasbrüstung ist absolut ungeeignet um sich abzustützen.
Naja. Dann werden wir wohl noch einmal wieder kommen müssen

Wien
Wien

Am Abend trinken wir noch einen Absacker in der Hotelbar.
Der Tag war so vollgepackt mit Sehenswürdigkeiten, daß wir den Eindruck haben, dieser Tag war wie mehrere Tage auf einmal.
Auf alle Fälle haben wir in den zwei Tagen einen kleinen Überblick über die Stadt bekommen.
Und auch über die Entfernungen.
Letztere sind mit dem Fahrrad überhaupt kein Problem.
Definitiv können wir diese Art von Bewegung in Wien nur empfehlen!

- Übersicht -

Wien,jaÜbersicht

Die Rückreise am Ostermontag führt wieder über Prag und ist trotz Osterverkehr ganz ohne Staus so ereignislos, daß wir schon sieben Stunden später wieder zu Hause sind.

Schön war's.
Wien sieht uns bestimmt wieder!