• Toroweap Point 
    TAG 11

Highlight des Tages

Toroweap

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Der Toroweap Overlook mit seiner spektakulären Aussicht auf den 880 Meter tiefer gelegenen Colorado River und der markantesten Steilwand des Grand Canyons ...

Der Toroweap Overlook - das Highlight der Reise

Ein paar letzte Impressionen vom Canyons B&B in Escalante. Schön war es hier.

Escalante,Utah,USA,born4travel.de

Endlich ist der große Tag gekommen:
Wir nehmen den 3. Anlauf, um zum Toroweap Point zu fahren und dort auch noch zu übernachten.
In den letzten beiden Jahren hat uns der sogenannte Sommermonsun jedes Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Regen und Gewitter war der Grund weswegen wir den Plan ändern mußten.
Denn 61 Meilen auf der unbefestigten Straße zu fahren und dann in dieser Abgeschiedenheit übernachten?
So große Abenteurer sind wir dann doch nicht.

Aber heute sehen die Voraussetzungen bestens aus.

Kurz nach 11am haben wir unsere "sieben Sachen" im Auto verstaut, kaufen im "Dorfkonsum" noch Getränke und ab geht's.
Nur mal für die Statistik: es sind 36°C.

Escalante,Utah,USA,born4travel.de
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Bis zum Bryce Canyon benötigen wir etwa eine Stunde.
Und eine Stunde später sind wir in Kanab. Hier besorgen wir im Supermarket Eis für die Kühltasche, Orangensaft und einen Salat für's Abendbrot.
Dann essen wir schnell bei Subway eine Footlong-Baguette und genau so ein Exemplar wandert in unsere Tasche - für heute Abend.

Anschließend geht's wirklich los.

# Toroweap

Die 61 Meilen lange Straße bis zum Toroweap ist unbefestigt. Lässt sich aber gut fahren.
Wir nehmen uns Zeit und brauchen knappe zwei Stunden bis zum Rangerhäuschen.

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Toroweap,Arizona,USA,born4travel.de
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Toroweap,Arizona,USA,born4travel.de
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Die letzten 40 Meilen sind wir nur einem anderen Auto begegnet. Einerseits ist es schon ein außergewöhnliches Gefühl die Welt für sich ganz allein zu haben.
Andererseits fährt immer eine leichte Anspannung mit.
Was passiert wenn wir hier einen Platten haben?
Wie lange müssen wir auf Hilfe warten?
Und deshalb tut es auch gut, als aus dem ersten und gleichzeitig dem letzten Haus jemand rauskommt.
Wir sind also nicht ganz allein hier! Für einen eventuellen Notfall - und die uns bevorstehende, anspruchsvollere Strecke ist eine solche reifentötende Strecke - ist es nicht weit um Hilfe zu holen.
Die Rangerin begrüßt uns und freut sich - so scheint es - mit jemanden ein wenig plaudern zu können. Sie ist aus Belgien und bliebt hier noch ein paar Monate.
Es folgt eine kurze Einweisung für den Campground. Das Übliche eben.
Ach ja. Es ist auch eine weitere Person mit uns am Campground, die dort die Nacht verbringen wird. Ansonsten sind wir alleine. Eine Reservierung wäre also vollkommen unnötig gewesen.
Das alles klingt gut!
Bei der Planung eines solchen Tripps ist die Vorstellung der vollkommenen Einsamkeit einfach ein Traum. Die Realität ist dann doch anders. Jedenfalls für mich. Wir beide sind Stadtmenschen. Großstadtmenschen.
Totale Wildnis und absolute Einsamkeit ist mir nicht ganz geheuer.
Aber das Wissen nicht ganz allein zu sein macht die Sache perfekt!

Die letzte, kurze Strecke ist der einzige anspruchsvolle Teil des langen Weges. Bis hierher hätte man auch mit einem normalen PKW fahren können.

Tatsächlich steht gleich nach der ersten hohen "Treppe" ein PKW am Rand, ganz verlassen.
Bis zum Campground gibt es zwei weitere, wirklich knifflige Stellen. Doch die Bodenfreiheit unseres Ford Escape ist absolut ausreichend.

Am Campground angekommen, ist weit und breit niemand zu sehen.
Der Campground teilt sich in einen rechten und linken Teil auf.
Um die Stellplätzen auf der linken Seite zu erreichen, gilt es noch einmal eine schwerpassierbare Stelle zu überwinden. Und das wollen wir nicht. Deshalb nehmen wir Platz No. 2 ein - auf der rechten Seite.
Unbeantwortet bleibt uns, warum uns die Rangerin die Plätze 2 und 6 empfohlen hat.
Wegen eines Baumes?

Toroweap,Arizona,USA,born4travel.de
Toroweap,Arizona,USA,born4travel.de

Das sind meine 3 Kreuze, daß wir es unbeschadet bis hierher geschafft haben. Sieht ja richtig gemütlich aus, wie "unser" Auto da steht.

Als Erstes machen wir uns auf den Weg zum sensationellen Aussichtspunkt.
Die Rangerin meinte, es sei nur eine Viertel Meile vom Parkplatz bis zum Rim.
Also starte ich gleich mal in FlipFlops.
Wir wollen ja nur einen ersten Blick erhaschen!
Keine Hundert Meter weiter begegnen wir einer Gruppe asiatischer Herkunft, die uns ganz entsetzt anschauen, wie locker und fröhlich, vor allem mit welchem Schuhwerk, wie wir so daher kommen. Sie selbst machen auf uns einen völlig erschöpften Eindruck.
Vom Campingplatz etwas mehr als ein Kilometer. Und der Weg führt teilweise durch Tiefsand!

Als wir ankommen, sehen wir in den Canyon und sind erst einmal enttäuscht.
DAS soll DER Aussichtspunkt sein?
Wo bitte ist denn diese Steilwand, die ich aus so vielen Prospekten kenne?
Zudem ist die Sicht ziemlich matschig und ein schöner Sonnenuntergang ist auch nicht zu erwarten.
Noch während wir so ziemlich bedäppert rumstehen, kommt ein beängstigend starker Sandsturm auf.
Wir beide suchen Schutz an einem Baum.
Ich habe das Gefühl jeden Moment den Kontakt zum Boden zu verlieren!
Man kann einfach nicht mehr gerade stehen. Und das an der Kante des Rims!
Nach etwa einer Viertelstunde ist alles wieder Bestens. Es ist wieder windstill - als wenn nichts gewesen wäre.

Toroweap,Arizona,USA,born4travel.de

In einem PKW, der genau am Rim parkt, sitzt ein halbverlottert wirkender Typ.
Wir fragen ihn, wo denn dieser Torowaep mit dem einmalig beeindruckend schönen Ausblick sein soll. Er deutet nach vorn: "Na hier..."
"Na aber da waren wir eben. Und haben nicht das gesehen, was wir erwartet haben!"

Rainer holt das Prospekt raus und zeigt, was wir sehen wollen.
"Achso, den meint Ihr..."
Er springt in seinen FlipFlops zwischen den Steinen runter wie ein Äffchen und führt uns an einen Punkt, den wir nie gefunden hätten.
Ich muß kurz vorher stoppen, denn vor mir ist diese Steilfront, die wir unbedingt sehen wollten. 880 Meter geht es an dieser Stelle steil runter.

Ich kriege Angst! Mit meinen FlipFlops habe ich nicht genügend Halt.
Er und Rainer kriechen noch unter einem weiteren Stein durch.
Da fällt mir nur ein, dass ich keine Autoschlüssel habe - im Falle Rainer stürzt ab.

Toroweap,Arizona,USA,born4travel.de
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36°12'55"N 113°03'21"W

Die Sicht ist nicht besonders.
Die Wände des Canyons nehmen an Farbintensität momentan noch zu aber durch die Waldbrände in Colorado und Arizona ziehen blaue Nebelschwaden durch den Canyon.

Philip - der verlottert wirkende Typ - ist aus Liverpool und wartet hier auf spektakuläre Momente, während eines Monsunregens mit einem sich entladenden Himmel voller gigantischer Blitze.
Seit einer Woche campiert er schon hier.
Doch bisher ist ihm keine außergewöhnliche Aufnahme gelungen.
Philip ist Fotograf und arbeitet im Auftrag von National Geographic.
Er zeigt uns noch einen anderen sensationellen Aussichtspunkt. Er sagt, das sind alles Morninglocations.

Wir verabreden uns für den kommenden Morgen.
So gegen 5am ist Sonnenaufgang.

Abendbrot gibt es vor einer ganz besonderen einmaligen Kulisse. Bei einmaligen Farben.
Und bevor wir uns "nachtfertig" machen, wird das Auto präpariert:
Alle Fenster werden mit dem mitgebrachten Fliegengitter abgeklebt, damit wir bei offenen Fenstern schlafen können.
Die zwei großen Koffer und die Palette Wasser legen wir auf's Autodach.

Toroweap,Arizona,USA,born4travel.de
Toroweap,Arizona,USA,born4travel.de
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Nach 9pm geht's dann in's "Bett".
Der Escape bietet eine angenehme Liegebreite und Länge. Rainer mit seinen 1.94 m Größe kann sich ganz ausstrecken.
Nur die Wärme - die ist eklig und fast unerträglich!

Kurz nach 11.30pm:

"Rainer?"
"Ja"
"Hörst Du es auch?"
"Ja"
"Was ist'n das?"
"Weiß ich nicht, aber wir haben irgendwo eine Taschenlampe."
"Wo is'n die?"
"Im Rucksack"
"Und wo ist der Rucksack?"
"Ach du Sch..., der ist ja ganz vorn - vergraben im Fußraum..."

to be continued...

Gefahrene Meilen: 201mi = 323km