• Wari La  
    Tag 7

Highlights des Tages

Shyok Valley

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Auch der südöstliche Teil des Shyok Valley ist mit faszinierender Landschaft begnadet ...

Wari La

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Es ist nicht der höchste befahrbare Pass. Dafür glänzt der Wari La mit Einsamkeit, wilden Tieren und unberührter Natur ...

Takthok Gompa

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Ein Felsen- und Höhlenkloster - weitab jeder ausgelatschten Touristenstrecke. Von oben kommend, bedarf es ein wenig Geduld, um den Innenhof zu finden ...

Chimre Gompa

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Schon der Anblick von der Straße macht Lust auf diese Gompa. Hier ist nicht viel los. Und das ist auch gut so ...

Thikse Gompa Guesthouse

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Ein Experiment - Übernachten wie zur Studentenzeit ...

Thikse Gompa

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Eine der bekanntesten Klöster im Indus Valley. Überlaufen und ziemlich kommerzialisiert ...

Der Wari La und die Klöster Takthok, Chimre & Thikse

Heute werden wir das Nubra Valley verlassen.
Schön war es hier. Und ich bin froh, dass wir uns genügend Zeit für dieses Tal genommen haben.
Drei Nächte, also zwei volle Tage im Nubra Valley werden nicht langweilig und sind definitiv nicht zu viel.

Ursprünglich sollte es nun an den Pangong Tso gehen.
Hier hatte ich schon eine Übernachtung im Pangong Hermitage gebucht, ein Glamping Camp.
Was ich bei der Buchung nicht wusste, war dass all diese Zeltanlagen am Südufer des Sees schon seit Jahren illegal aufgestellt worden sind. Das Interesse für diesen vorher unbeachteten See entflammte nämlich erst mit dem Erscheinen des Films "Three Idiots", im Jahr 2009. Preisgekrönt wurde dieser zu einem der erfolgreichsten Filme der indischen Filmindustrie.
Und was hat das mit dem Pangong Tso zu tun?
Ein Teil des Filmes spielt genau an diesem Ort. Seither gehört zu jeder Ladakh-Reise eines Inders der Besuch des Sees zum festen Bestandteil. Dies wurde ein festes Highlight im Baukastensystem aller Reiseveranstalter. So auch für die internationalen Besucher (die prozentual einen kleineren Anteil ausmachen).
Verrückterweise gibt es sogar Tagestouren von Leh über den Khardung La zum Pangong und zurück. Dabei sollte man wissen, dass allein die Passüberquerung etwa vier bis fünf Stunden in Anspruch nimmt. Es ist also auf jeden Fall ein sportliches Unterfangen!
Geschäftige Hoteliers haben deshalb für die nur wenige Monate andauernde Saison Hotels aufgestellt. Es sind oder waren Zeltcamps. Von sehr einfach bis Glamping eben.
Im Frühjahr 2019 haben nun die Behörden durchgegriffen und die erneute Aufstellung der Zelte untersagt. Wir bekamen einen dementsprechenden Brief mit einer Entschuldigung des Zeltcamps in der Hoffnung, dass die Behörden ihre Meinung ändern würden. Doch sie taten es nicht.
Für uns blieb die Wahl entweder den Rückweg mit dem Umweg über den See zu fahren, oder aber den Besuch vollkommen wegzulassen. Wir entschieden uns gegen den See und haben den Tso Moriri als Extratour am Ende des Aufenthaltes dazu genommen.

# Heutige Route

Die Route für den Tag im Überblick:
Gefahrene Strecke: etwa 149 Kilometer

Map of the day - Shyok Valley, Ladakh, Himalaya,Indien,born4travel.de

Kurz nach Sieben gehen wir zum Frühstück.
Wieder haben wir fantastisches Wetter und der Weg bis zum Haupthaus ist wie ein Gang durch einen märchenhaften Garten. Das viele Grün, die flach stehende Sonne und die Ruhe nimmt einem jede Hektik. Vogelgezwitscher ist das Einzige, was man hört. Ein echter Rückzugsort - ein Retreat eben.

Halb Neun treffen wir Nazir am Parkplatz.
Ein paar letzte Aufnahmen von der Anlage und dann geht's wieder auf die Piste.

Lchang Nang Retreat Sumur in Nubra Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Drei Pässe verbinden das Nubra Valley mit dem Indus Valley (hier befindet sich auch die Hauptstadt Leh). Der populärste und der einst als der am höchstgelegener, befahrbarer Pass (mittlerweile ist nachgewiesen, dass man hier ein wenig geschummelt hat - nun also zweithöchster Pass) ist immer noch der Khardung La.
Fast parallel und in einem Abstand von etwa 15 bis 20 Kilometern Luftlinie gibt es zwei weitere Pässe. Den Wari La und Chang La. Letztere treffen in Sakti aufeinander. Der Chang La ist der höchste befahrbare Pass Ladakhs (der zweithöchste der Welt). Die Auffahrt ist sehr steil.

Für den Rückweg in das Indus Valley möchten wir, unter anderem wegen der steilen Auffahrt am Chang La und Khardung La, einen anderen Pass fahren. Der Wari La wäre uns am liebsten. Es scheint die kürzere Verbindung in das Indus Tal zu sein.
Doch Nazir zögert etwas. Es ist wohl nicht sicher, ob dieser überhaupt offen ist. Wir haben gerade Juli. Und der Pass ist für das Militär eher unwichtig. Dies hat zu Folge, dass der Pass erst relativ spät geräumt wird. Es könnte also sein, dass die Straße durch Schneemassen noch gesperrt ist. Wir werden sehen.
Wir beschließen also kurz vor der Auffahrt Einheimische oder andere Fahrer zu fragen.

 Nubra Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

# Shyok Valley

Die Fahrt bis zum Beginn des Wari La ist eine Fahrt entlang des Shyok Rivers. Im so genannten Shyok Valley.
Wieder müssen wir das weitläufige Flussbett des Shyok überqueren. Dann geht es in südlicher Richtung weiter. Die Straße ist in gewohnter Qualität. Das heißt also nicht breiter als vier Meter. Teilweise auch weniger. Immer wieder müssen wir oder der Gegenverkehr ausweichen. Sich Platz auf diesen engen Wegen zu verschaffen, das können alle Fahrer.
Kein Hupen - kein händisches Drohen!
Gehupt wird hier zwar ständig. Aber das ist auf diesen engen Gebirgsstraßen Pflicht. An jeder uneinsehbaren Kurve gibt es diesen Hinweis Horne Please auf die Felswand gemalt.

Shyok Valley,Shyok River,Nubra,Ladakh,Indien,born4travel.de
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Uns gefällt was wir sehen. Und wir sind froh, dass wir darauf gedrungen haben, einen anderen Pass fahren zu dürfen.
Dieses gigantisch weite Tal ist atemberaubend schön.

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Die Fahrt ist landschaftlich wunderschön.
Manchmal müssen wir Strecken passieren, an denen sich die Natur den Straßenbelag komplett gemopst hat. Es geht über große runde Geröllsteine, über vom Wasser flach überflutete Abschnitte. Entspanntes Sitzen ist anders. Aber selbst das ist es wert diese Strecke zu fahren. Und niemals ist es gefährlich. Jedenfalls heute nicht.

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Am Ausgangspunkt zum Wari La angekommen befinden sich rechts und links der Straße je ein Restaurant. Der Ort selbst hat keinen Namen. Motorradfahrer und Taxifahrer machen hier Pause.
Nazir sucht jemanden, der Auskunft über den Zustand des Passes geben kann. Aber es scheint nicht so einfach zu sein. Die meisten machen hier Stopp auf dem Weg zum Pangong Lake. Eine Viertelstunde später kommt er mit einer positiven Antwort zurück. Und dann geht's los.
Links geht es zum Pangong Lake beziehungsweise zum Chang La - rechts startet unser Pass.

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# Wari La

Höhe: 5.24868 Meter

Die Auffahrt zum Wari La startet bei 3.368 Metern Höhe und unterscheidet sich anfangs kaum vom anderen Pass. Der einzige Unterschied ist: Wir sind alleine unterwegs.
Der Anstieg ist sehr moderat.
Ohnehin haben wir beide beschlossen, öfter Pausen einzulegen, um den Höhenanstieg langsamer zu bewältigen und dem Körper mehr Zeit zu geben, um sich an die Höhe zu gewöhnen.

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
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Einmal begegnen wir einer Gruppe Frauen. Offensichtlich Straßenarbeiterinnen. Sie machen hier gerade Pause.
Seltsam. So weit von irgendeiner Zivilisation. Wo wohnen sie? Wo schlafen sie? Nazir zeigt auf ein paar kleine Zelte.
Jede deutsche Zelter-Familie hat ein komfortableres Zelt als das was man hier sieht!

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Die Straße ist gut asphaltiert. Das freut Nazir.
Ganz erleichtert sagt er erst jetzt, dass er den Wari La eigentlich nicht fahren mochte. Zum letzten Mal war er vor fünf Jahren hier unterwegs. Seit dem nicht mehr. Damals war die Strecke eine Schotterpiste mit vielen Unebenheiten, großen und kleinen Steinen.

Unterwegs treffen wir tatsächlich auf keine weiteren Fahrzeuge. Auch nicht aus der entgegenkommenden Richtung.
Einzigartig ist auch diese Landschaft. Die Vegetation gleicht der in der Tundra.
Es grasen viele Yaks auf den weiten Flächen. Auch wilde Yaks.
Murmeltiere flitzen beidseits der Straße durch die Gegend.
Ich komme mir vor wie am Ende der Welt. Nur wir Drei sind hier.

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Ab einer Höhe von 4.400 Metern bleiben wir immer mal stehen.
Zum Landschaft genießen und um zu akklimatisieren.
Um zu testen wie das Wohlbefinden ist.
Und? - Uns geht es gut. Sehr gut.
Keiner von uns beiden verspürt etwas von der Höhe.

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
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So tun wir das noch einige Male, bevor wir dann die Schneegrenze erreichen.
Auf dem letzten Stück ist der Pass dann auch unbefestigt. Aber gut präpariert.

Kurz vor 11 Uhr sind wir dann bei über 5.000 Metern Höhe und es geht uns immer noch gut!
Der Wari La ist nun zur rough road mutiert.
Und als wir die Schneegrenze erreichen, bekommt die Landschaft ein völlig neues Aussehen. Am besten gefällt natürlich die Fahrt in einer Art Schneetunnel (ohne Dach).

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
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Oben angekommen haben wir das schönste Wetter.
Den Wari La haben wir für uns ganz allein.
Ein Wahnsinnsgefühl!
Wo kann man das heutzutage noch erleben?
Nur der Pass und wir.

Und dann ein letztes Foto zu beiden Seiten:

Hier kommen wir her...

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

... und da wollen wir hin.

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Es gibt ein paar "Beweisfotos" und dann geht es weiter.
Ach ja. Und keiner von uns hat Nebenwirkungen. Obwohl wir bei 17.216 ft, also etwa 5.248 Metern sind.

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Hier war die Luft wohl sehr dünn, dass wir eins auf Hang Loose machen 🤣

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Nazir made a good Job 👍🏼

Auch der Weg in das Indus Valley ist bestens.
Auch auf dieser Seite des Passes ist die Straße anfangs unbefestigt.
Wieder sehen wir Murmeltiere und wilde Yaks. Auch hier haben wir den Pass für uns ganz allein.

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Etwa zehn Kilometer vor Sakti, dem ersten Ort auf der Strecke, begegnen wir den ersten Menschen. Straßenbauarbeiter. Man winkt uns ran und bittet um eine Mitfahrt. Eine Straßenbauarbeiterin hat wohl Fieber und muss zum Arzt. Selbstverständlich nehmen wir sie mit.
Nazir unterhält sich ein wenig mit ihr.
Und natürlich ist die Fahrt für sie nicht kostenlos. Der Preis: ein Foto 😉

Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

In Sakti machen wir unsere erste Pause.
Es gibt einen Tee. Denn obwohl wir die Passüberquerung sehr gut vertragen haben, hat wieder diese typische Müdigkeit zugeschlagen. Und da hilft der hiesige Black Tea hervorragend, um wieder fit und wach zu werden.

Sakti,Wari La, Pass between Nubra & Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Bis zu unserer heutigen ersten Klosterbesichtigung ist es nicht mehr weit. Eigentlich haben wir beide eine gewisse Klostersättigung schon erreicht. Tatsächlich sind wir hier nach Ladakh nicht wegen der Klöster gekommen. Sondern um diese einzigartige Landschaft sehen zu dürfen. Andererseits sind die Klöster jedes Mal ein Schönheitsfleck beim Anblick der gewaltigen Bergketten.
So auch das nächste Kloster: Die Takthok Gompa.

# Takthok Gompa

Höhe: 3.742 Meter

Die Takthok Gompa, auch Thak Thak oder Thag Thog geschrieben, ist ein buddhistisches Kloster.
Wortwörtlich übersetzt heißt Takthok Felsendach, weil sowohl die Wände als auch das Dach vollständig aus Fels bestehen. Es ist ein sogenanntes Höhlenkloster, denn es "klebt" an einem Felshang, rund um eine natürliche Höhle. Es ist Mitte des 16. Jahrhunderts gebaut und gegründet worden. Es wird angenommen, dass diese Höhle die gleiche ist, die im 8.Jahrhundert vom großen lotusgeborenen Meister und Tantriker Padmasambhava zur Meditation und Beschwichtigung von Dämonen genutzt wurde. Padmasambhava brachte als erster den Tantrischen Buddhismus aus Nordwest Indien über Kashmir nach Tibet.
Etwa 55 Mönche (Lamas) dieser Nyingmapa-Lehre leben im Kloster. Nach wie vor haben sie das schamanische Erbe beibehalten, deshalb werden sie von den reformierten Gelbmützen abgelehnt.

Takthok Gompa in Sakti, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Takthok Gompa in Sakti, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Mit den verschiedenen Formen und Zweigen des Buddhismus kenne ich mich nicht sonderlich aus.
Aber schon die unterschiedliche Historie eines jeden Klosters zu erfahren, finde ich sehr spannend. Denn ehrlich gesagt, ist jeder in einem dunkelroten Gewand für mich ein buddhistischer Mönch. Manche haben eine gelbe Mütze auf. Andere wiederum nicht. Dass so viele verschiedene Strömungen existieren, war mir nicht einmal nach unserem ersten Besuch in Tibet bewusst.

Nazir hat schon richtig erkannt und geschlussfolgert, dass unsere Klosterbesuche sich eher auf die Außenansicht und die Sicht vom Kloster auf die umliegende Landschaft reduziert hat.
Er setzt uns deshalb am höchstmöglichen zu erreichenden Platz und Zugang des Klosters ab. Ein wirklich cleverer Schachzug von ihm, der uns viel Kraxelei erspart. Er wird uns dann unten am Haupteingang treffen.

Takthok Gompa in Sakti, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Takthok Gompa in Sakti, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Tatsächlich ist - würde man nur einen Blick ins obere Teil werfen - der Zustand der verwinkelten Räume und Kleinstgebäude verwaist. Um nicht zu sagen vergammelt und verdreckt. Überall liegen Abfälle, loses Holz und andere Baumaterialien. Auch die Besucher haben keine Scheu ihre leeren Flaschen und andere Utensilien hier liegen zu lassen.

Takthok Gompa in Sakti, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Takthok Gompa in Sakti, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Einen Lageplan besitzen wir nicht. Also steigen wir Treppen ab, durchqueren Räume, erreichen wieder Außentreppen, und so weiter und so fort. Eigentlich wollen wir die Besichtigung schon aufgeben im Glauben, das Kloster ist schon längst unbewohnt.
Ein nächster dunkler Kellergang und die Neugier einen abzweigenden Gang zu testen, bringt uns zum offenen Hauptplatz.

Auf der Treppe zur Haupthalle nehmen wir Platz. Wir sind eh alleine hier. Rainer liest aus dem Reiseführer alles Wissenswerte. So bekommen wir wenigstens eine kleine Inspiration von dem, was man hier besuchen kann.

Der Bereich, in dem sich der Haupttempel befindet ist sehr dunkel und düster. All der Ruß, der bei Benutzung der offenen Butter-Lampen entsteht, hat sich natürlich an Decke und Wänden abgesetzt. Das von der Decke tropfende "Schwitz"-Wasser wird von Gläubigen als Nektar betrachtet. Zum Zeichen ihrer Verehrung werden Geldscheine und sogar Geldmünzen an die Decke geklebt.

Takthok Gompa in Sakti, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
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Nach einer knappen Stunde sind wir unten am eigentlichen Haupteingang angelangt, wo Nazir schon auf uns wartet.
Jetzt geht es weiter zum nächsten Kloster.

# Chimre Gompa

Höhe: 3.679 Meter

Gegründet 1664, gilt die Chimre Gompa (oder auch Chimrey geschrieben) als Tochterkloster der wohlhabenden Hemis Gompa. Sie gehört der Drukpa-Kargyüpa Schule an, also der Rotmützen-Schule.
Es leben etwa 110 Mönche hier.
Die Hauptattraktion dieses Klosters ist die Statue des Padmasambhava. Es gibt eine nette Legende zur Statue:
Gefertigt im Indus Valley im Auftrag der Hemis Monastery war sie nach Fertigstellung nicht vom Platz zu bewegen und damit nicht transportierbar. Erst als der Vorschlag kam, die Statue lieber in der Chimre Monastery unterzubringen, wurde sie schwerelos und konnte so ohne Mühe in dieses Kloster gebracht werden. Und da steht sie eben noch heute.

Für mich ist die Hauptattraktion schon der Anblick des Baus von unten gesehen. Von der Straße. Wie so viele Klöster im Indus Tal, thront es nicht am Berg sondern hoch oben auf einem sich aus der flachen Landschaft erhebenden Berg. Einfach monumental.

Chimre Gompa in Chimre, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Wir fahren die sich um den Berg gewundene Straße bis kurz vor das Eingangstor zum Kloster. Wie so oft sind wir die einzigen Besucher.
Etwas ziellos irren wir über den Innenhof, entdecken die lange Reihe an Gebetsmühlen, schauen in die Räume aber die Statue können wir nicht finden.
Hm. Dann eben nicht!

Chimre Gompa in Chimre, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
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Chimre Gompa in Chimre, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
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Beim Rausgehen begegnen wir einem freundlich guckenden Mönch. Wir sprechen ihn auf die Statue an. Und er zögert nicht lange sondern deutet an, ihm zu folgen.
Viele Treppen später (wir hätten es niemals gefunden!) stehen wir im entsprechenden Raum.
Leider, und das ist nicht nur hier so, sind an den Säulen und Decken überall grell blendende Lampen angebracht, die die meist hinter dem Glas befindlichen Statuen beleuchten sollen. Das macht nicht nur das Flair kaputt, sondern stört vor allem auch beim Fotografieren. Und da wir die einzigen Besucher sind, bitten wir den Mönch das Licht doch einfach abzuschalten. Schließlich befinden sich hier auch Fenster. Und er tut es tatsächlich für uns.

Chimre Gompa in Chimre, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Vom Dach der Gompa gibt es zum Abschluss einen Rundumblick im Seitenarm des Indus Valley.

Chimre Gompa in Chimre, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
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Chimre Gompa in Chimre, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Chimre Gompa in Chimre, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Anschließend geht es zu unserem letzten Tagesordnungspunkt. Zur unserer heutigen Übernachtung. Auf dem Weg vom Kloster nehmen wir wieder zwei Anhalterinnen mit. Es sind die zwei Köchinnen des Klosters. Wieder unterhält sich Nazir mit ihnen und wieder müssen sie für die Fahrt bei mir zahlen: "one photo please" :

Chimre Gompa in Chimre, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Es geht zur Thikse Monastery. Hier werden wir heute übernachten.
Aber so ganz mag uns das Nazir noch nicht glauben, denn er bleibt vorsichtshalber am Chambre-Hotel stehen und fragt dort nach. Es ist wohl ein zum Kloster gehörendes Hotel, das Klosterbesucher hier unterbringt. Ich bin zuerst ganz enttäuscht, denn ich wollte oben im Kloster übernachten.
Ein Angestellter des Hotels, ein Mönch, kommt uns entgegen und fragt ob wir die Gäste "Sylwia" sind 😂.
Und natürlich übernachten wir hoch oben im Guesthouse der Thikse Gompa.

Nazir setzt uns vor dem Guesthouse ab und wir verabreden uns für morgen um Neun.

# Thiksey Gompa Guesthouse

Das Guesthouse arbeitet eigentlich nach dem Prinzip: First come - first serve.
Doch offensichtlich gibt es auch die Möglichkeit des Reservierens. So jedenfalls hat es Nico für uns getan. Für 2.000 INR das sind 25 Euro (Stand Juli 2019) gibt es eine Übernachtung, ein Frühstück und ein Dinner für uns beide!
Für diese Summe erwarten wir nicht viel Leistung. Trotzdem hat es Nico nicht sein lassen können, mich mehrfach mit der Bemerkung:
"It's very basic. Very, very basic!"
auf das Niveau hinzuweisen.

Unser Zimmer befindet sich im ersten Kellergeschoss. Hier gibt es auch noch ein zweites Kellergeschoss. Das heißt aber nicht, dass wir im Keller wohnen müssen. Denn der Bau "klebt" wieder einmal am Felsen und so hat jeder - egal welches Geschoss - Front View auf die Umgebung.

Das uns zugewiesene Zimmer Nr. 9 ist recht spartanisch eingerichtet. Ein Doppelbett befindet sich im Raum. Und ein Tisch. Vielleicht auch ein Stuhl. Keine Ahnung. Auf dem Tisch liegt ein Berg voller Decken. Für kalte Nächte sozusagen.
Der Raum ist geruchsneutral.
Auch die Bettwäsche und die Handtücher. Für jeden gibt es nämlich ein großes helles Badehandtuch.

Thiksey Gompa Guesthouse in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Thiksey Gompa Guesthouse in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Von links nach rechts: Treppenaufgang - Flur - Außentoiletten

Thiksey Gompa Guesthouse in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Ausblick aus dem Fenster

Die Toiletten sind Gemeinschaftstoiletten.
Auf unserer Etage gibt es vier Toilettenräume.
Eine davon ist abgeschlossen - weil defekt. Bleiben also nur noch drei.
Eine ist so ekelig verschmutzt - bleiben nur noch zwei.
Eine wäre akzeptabel. Doch hier funktioniert das Licht nicht - bleibt nur noch eine.
Der akzeptabelste Waschraum hat zwar keinen Toilettensitz und auch der flexible Traps am Waschbecken hängt frei und ohne Verbindung nach unten, aber das geht schon. Man muss beim Händewaschen eben nur so weit wie möglich vom Waschbecken zurücktreten, da werden die Füße nur ein wenig nass 🤣 . Eine Dusche gibt es auch. Doch ich denke, ich müsste schon tierisch verschwitzt sein, um bei diesem eiskalten Wasser das Gefühl zu haben, mich duschen zu müssen.
Noch Fragen?...
Ja! Wo ist das Toilettenpapier? Gibt es nicht 😶
Ok. Wir betrachten die Übernachtung hier als eine Erfahrung. Wir sind ja nur eine Nacht hier.

Doch als Erstes brauchen wir wie immer nach einer Passüberquerung etwas Mittagsschlaf. Die Matratzen sind hart. Sie haben die Härte vom lang gepressten Heu. Doch das soll gar nicht das Schlechte sein. Denn als ich nach einer Stunde aufwache, bin ich -obwohl ich es befürchtet habe - schmerzfrei.
Inzwischen hat sich das herrliche Wetter verabschiedet. Wolken und Sonne wechseln sich ab. Tendenz: starke Bewölkung.
Wir machen uns fertig und schauen uns eins der bekanntesten Klöster eines jeden Ladakh-Reisenden an: die Thiksey Gompa.

# Thikse & Thikse Gompa

Höhe: 3.324 Meter

Der gleichnamige Ort befindet sich etwa 19 Kilometer südöstlich von Leh. Er gehört zu den größeren Orten im Indus Valley.
Trotz des bedeutenden buddhistischen Klosters im Ort gehört der Ort mit einem Bevölkerungsanteil von 35% an Moslems zum islamischen Zentrum Ladakhs. Ihre Vorfahren wanderten im 16.Jahrhundert in diese Gegend, als der damalige König, Namgyal, eine Prinzessin aus Baltistan heiratete.
Bis jetzt leben so Moslems und Buddhisten friedlich nebeneinander.

Thiksey Gompa in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Thikse Gompa oder Thiksey Gompa - wer weiß das schon?
Um die 110 Mönche der Gelbmützen-Schule wohnen hier im Kloster. Beliebt oder bekannt ist es bei Besuchern wegen der morgendlichen öffentlich zelebrierten Puja. Diese findet jeden Morgen, tagein und tagaus statt.
Deshalb sind auch wir hier, um morgen gleich früh dabei sein zu können.

Das Kloster ist groß, modern. Alles ist sauber. Und selbst jetzt, kurz vor 18 Uhr noch sehr gut besucht.
Die Mönche wirken alle ziemlich geschäftig. Andernorts haben wir die Mönche ganz anders erlebt. Trotz der Sprachbarriere sah man ihnen an, dass sie jeder Zeit für Fragen offen sind. Das ist hier anders.
Und im Großen und Ganzen wirkt es aus unserer Sicht ziemlich kommerzialisiert.
Überall gibt es Schilder mit Hinweisen zur Orientierung sowie Aufschriften wie :"Drinking Water", "Do not pick flowers" um nur einige zu nennen.

Auf halber Höhe zum Aufstieg steht eine vielleicht zwei Meter hohe Gebetsmühle.
Einige Treppen später erreichen wir den Innenhof. Hier zieht man seine Schuhe aus.

Thiksey Gompa in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Thiksey Gompa in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Thiksey Gompa in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Wir schauen uns verschiedene Räume an.
Den Versammlungsraum, den rußgeschwärzten und nur spärlich beleuchteten Gonkhang, einen Vorraum mit gut erhaltenen Wandmalereien mit den typischen Themen des Buddhismus.

Thiksey Gompa in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Dann entdecken wir einen Aufgang auf das Dach. Besser gesagt auf eins der Dächer.
Von hier oben gibt es den unverstellten Blick ins Tal.
Mittlerweile können wir uns schon sehr gut im Tal orientieren. Wir lieben einfach View Points!
Hier oben sitzt auch ein junger Mönch, der wohl zu ganz irdischen Dingen verpflichtet wurde. Nicht ohne die ganz modernen Möglichkeiten der Unterhaltung.

Das Wetter macht auch schlapp. Leider.
Aber wir können uns nicht wirklich beschweren. Bisher hatten wir Top-Wetter!
Nur morgen früh soll die Sonne wieder da sein!

Maitreya Buddha - Thiksey Gompa in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
Thiksey Gompa in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de
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Zuletzt schauen wir uns die moderne "Maitreya Statue" im neuen Tempel an. Der Maitreya Buddha ist der Buddha der Zukunft und sitzt, wie immer, auf einer Lotusblüte. Die Statue ist riesig und reicht über zwei Etagen.
Die Bemalung sieht auffällig schön aus.
Nur an die Fotografen wurde hier nicht gedacht. Wie soll man diese Statue aufnehmen?

Maitreya Buddha - Thiksey Gompa in Thikse, Indus Valley,Ladakh,Indien,born4travel.de

Bevor dieser Tag zu Ende geht, nehmen wir noch unser Abendbrot auf der Terrasse des Guesthouses ein. Die Auswahl ist frei aus dem Menü wählbar. Getränke und das Essen sind im Übernachtungspreis inbegriffen. Einige der hier aufgeführten Masalas können nicht serviert werden. Wie schade. Butter Paneer Masala, vermutlich die Grundnahrung hier in Ladakh, geht immer. Und die, die wir bekommen ist wirklich lecker.
Am Nebentisch sitzen Deutsche. Aus Hainichen in Sachsen.
Ganz klar, dass wir ins Gespräch kommen. Auch sie sind heute erst angereist. Nur... Unsere Challenge "Übernachtung im Kloster" wird nur eine Nacht andauern. Sie werden eine Woche hier bleiben!
Na dann: Gute Nacht

The Indus River Camp

Guesthouse Thiksey Monastery

Lage:
- Guesthouse direkt im Kloster

Zimmer: 9
- Großes Bett mit sehr einfachen Matratzen
- Je Gast gibt es ein großes Handtuch
- Außentoiletten 3 bis 4 je Etage
- Toiletten nur teilweise in Funktion

Sonstiges:
- Frühstück & Dinner werden im Restaurant angeboten
- Ab 22 Uhr kein Strom vorhanden
- Es gibt nur kaltes Wasser (Stand Juli 2019)