• Bouddhanath
    Tag 2
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Highlights des Tages

Swayambhunath Temples

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Eine Stupa die sowohl von Newarbuddhisten als auch Hindus verehrt wird ...

kumari

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Kleine Mädchen werden zu lebenden Göttinnen auf Zeit ...

Bouddhanath Stupa

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Die größte Stupa Nepals und eine der größten der Welt ...

Unterwegs in Kathmandu

Das Gurren der Tauben auf dem Fensterbrett macht uns wach. Ich registriere erst jetzt, daß unsere Fensterbretter mit Balkonpflanzen geschmückt sind.
Im Hotelpreis ist Frühstück inklusive.
Ich bin echt gespannt und zugegeben ein wenig voreingenommen.
Im Garten des Hotels ist ein Frühstücksbüffet aufgebaut.
Eigentlich gibt es alles, was man so kennt. Man kann sich Eier oder Omeletts braten lassen, es gibt Toast, Marmelade, diverse Currys, frisches Obst, Salate.
Wir bestellen uns Tee und Mango Saft und essen Omelett. Ich muß natürlich noch einige Currys ausprobieren. Denn ich liebe Currys!
Das Essen ist lecker!
Vom frischen Obstsalat trauen wir uns nichts zu nehmen.
Wir sprechen mit ein paar Deutschen, die eine Trekkingtour in die Berge Nepals machen werden und mir flirren doch gleich neue Ideen für neue Urlaube durch den Kopf.
Nach dem Frühstück geht’s gleich auf die "Piste".

Mit einem primitiven Stadtplan finden wir den Weg in Richtung Swayambhunath, einer der ältesten buddhistischen Tempelanlagen der Welt.
Wir streifen ein Wohngebiet, wo sich ganz offensichtlich sehr selten Touristen verirren. So können wir einen kleinen Einblick in das Leben der Einheimischen nehmen.
Da werden die Kinder in einer riesigen Wanne vor dem Haus gebadet, gewaschen.
Und überhaupt findet das Leben eben mal draußen statt.
Die Menschen sind freundlich zu uns und winken auch mal zu.
Wir sind echt angetan.

In Kathmandu herrschen heute Vormittag angenehme 25°C.

Am Ende des Wohngebietes eröffnet sich eine Freifläche.
Um auf die andere Seite zu kommen muß man den Bisnumati River überqueren.
Eine Brücke gibt es nicht. Zumindest nicht das was wir als Brücke bezeichnen würden.
Dieses Mal ist auch Wasser im Fluß zu sehen, nicht nur Abfall.

Bishnumati River

Auf der anderen Seite angekommen eröffnet sich uns dieses Bild vom Leben.
Auf dem Markt werden verschiedene Sachen angeboten.
Manche der angebotenen Waren können wir gar nicht identifizieren. Macht aber auch nichts.
Die bunten Farben sind für uns faszinierender.

Bishnumati River
kathmandu

Weiter geht’s...

Lastwagen, kathmandu

Reifen die sich an die Schlaglöcher anpassen... oder umgekehrt

Lastwagen, kathmandu

Die Schneiderei ist praktischerweise gleich am Straßenrand

Zwischen den Häusern, Hecken und Mauern gibt es immer wieder den Blick auf das Kathmandu Tal.

Haus im Kathmandu Tal

Vor lauter Gucken haben wir gar nicht mal gemerkt wie lang der Weg war.

# Swayambhunath Temples

Den Tempelkomplex von Swayambhunath erreicht man über eine ganz lange Treppe.
Das ist umso schwieriger, da Kathmandu bei etwa 1.350 Meter Höhe liegt.
Da bleibt einem schon echt der Atem weg.
Wie wir allerdings später auf unserer Reise feststellen werden, ist dieser Luftmangel noch gar nichts!

Das ist der Anblick der einen erwartet, wenn man die gefühlt tausend Stufen nach oben überwunden hat.
Wieder einmal sind wir sprachlos!
Es begrüßt uns der Anblick der allessehenden Augen Buddhas von Swayambhunath.

Swayambhunath, Kathmandu

TIPP: wer jetzt noch das Feeling auf einer nepalesischen Tempelanlage noch besser nacherleben will, dem empfehle ich, sich im Hintergrund diese Musik abzuspielen.
Diese Musik hört man in der gesamten Anlage.

Swayambhunath, Kathmandu

Der wichtigste Teil der Anlage ist die große Stupa (buddhistisch), die von mehreren Tempeln, Türmen (teilweise hinduistisch), Klöstern und Häusern umringt ist.
Für uns ist alles völliges Neuland und so können wir diese Erkenntnisse nur erlesen, erkennen können wir das nicht.
Noch nicht.
Wieder einmal sind einfach nur überwältigt.

Swayambhunath, Kathmandu

Ja und weil wir uns hier in Kathmandu total gut fühlen, scheuen wir in keinsterweise den Weg durch irgendwelche Aufgänge privater Häuser.
Gleich neben dem Andenkenladen nämlich geht es rein, um nach Aufstieg der steilen, engen Treppen im dunklen Treppenhaus, diesen wundervollen Rundumblick zu bekommen.

Swayambhunath, Kathmandu
Swayambhunath, Kathmandu
Swayambhunath, Kathmandu
Swayambhunath, Kathmandu
Swayambhunath, Kathmandu

Benebelt von der Musik und vom Flair im Tempelkomplex steigen wir die Treppen wortlos hininter.
Unten am Vorplatz ist die Hölle los.
Es ist rappelvoll.
Menschen über Menschen und zwischendrin schwarze Kühe.
Erst beobachten wir das Spektakel aus sicherer Entfernung und resümieren: es kann sich hier nur um eine Kuh-Auktion handeln.
Die Kühe scheinen also nicht so gefährlich zu sein.
Trotzdem fühle mich etwas unwohl in dieser Menge. Vor allem in der Menge von so vielen Kühen. Ich bin eben ein verpimpelter Stadtmensch.

Kuhhandel, Kathmandu
Kuhhandel, Kathmandu
Kuhhandel, Kathmandu
Kuhhandel, Kathmandu

Genug gesehen.
Wir rufen ein Taxi und "nehmen" uns noch einmal den Durbar Square vor.
Unterwegs versuche ich noch einige Eindrücke vom Leben abseits des touristischen Thamels einzufangen.

street impression, Kathmandu
Taxifahrer, Kathmandu

Am Zielort angekommen, konnte ich es mir nicht verkneifen, den netten Taxifahrer, der auch ein paar Brocken englisch sprach, hier in meinem Bericht zu verewigen.

Kaum angekommen, werden wir von Polizeibeamten genötigt einen Betrag von 200 nepalesischen Rupien (nicht einmal 2 Euro) zu zahlen. Angeblich eine Gebühr für das Besuchen des Durbar Square.
Verwundert sind wir allerdings nur, daß es weder einen Hinweis auf diesen Eintritt noch eine entsprechnde Absperrung o.ä. gibt.
Wir erfahren, daß dieser Betrag nur von Touristen gezahlt werden muß.
Und das ist ok so.

Taxifahrer, Kathmandu

Wir erfahren, daß diese schmucken Musikanten zur königliche Musikkapelle gehören.
Da haben wir uns schon gefreut, daß es hier irgendein Konzert geben würde.
Doch vergeblich. Wir warten und warten.
Schlußendlichgehen wir weiter denn kein Tourist hat so viel Zeit
Es warten unendlich viele andere Attraktionen auf uns.
Letztendlich sind sie auch wieder abgefahren - ohne "Hörprobe".

Hier auf dem "Hanuman-Dhoka Durbar Square" (so der vollständige Name) findet man Tempel, Shrine, Statuen wieder aus beiden Religionen, dem Buddhismus und Hinduismus.
Die Gebäude wurden zwischen dem 12. und 18.Jh. errichtet und mit Geldern des Weltkulturerbefonds in einem guten Zustand gehalten.

Interessantes gibt es hier nachzulesen.

# Kumari

Das interessanteste Gebäude allerdings, dessen Eingang nebst Hof nicht wirklich einladend sind, ist völlig unauffällig in einem Hinterhof zu finden:

Hier wohnt eine Kumari.
Seit dem 16.Jahrhundert gilt sie als Inkarnation der populärsten hinduistischen Göttin Durga.

street impression, Kathmandu

Eine Kumari ist ein Mädchen, das im Kleinstkindalter ausgewählt wird und bis zur ihrer ersten Menstruation in diesem Gebäude lebt, fern ihrer Familie und ihrer Eltern.
Sie wird vergöttert und selbst ihre Eltern müssen um eine Audienz bitten.
Sie lebt fern der Realität und relativ einsam, auf alle Fälle ohne normale Kindheit.

Im Anschluß an unsere Reise habe ich die einzige Biographie einer echten Kumari gelesen, die es momentan (Stand 2007) auf dem Markt gibt: Gerhard Haase-Hindenberg's: "Amitas Kindheit als Kumari in Kathmandu, Göttin auf Zeit".

Nun ist endlich Zeit für ein Mittag, aber wo? Und vor allem was ißt man in Nepal?
In unserem dünnen "Marco Polo - Reiseführer Nepal" über ganz Nepal gibt es zwar einige Restaurantstipps, aber wie sollen man das finden?
Eins ist auf alle Fälle klar:
wir wollen in ein sogenanntes Rooftop Restaurant, damit wir alles sehen können.
Und das ist überhaupt nicht schwer von hier unten eins auszumachen.
Aufgrund unserer Unkenntnis dieser „Häkelschrift“ ist es nicht ganz so einfach, den Eingang zu finden. Oft befindet sich so ein Eingang in einem Privathaus.

So auch das Rooftop-Restaurant das wir ausgesucht haben.
Oben angekommen und einmal in die Speisekarte reingeschaut, ist uns sofort klar: hier können nur Ausländer dinieren, denn die Preise kann ein „normaler“ Nepalese nicht bezahlen.

Für uns sind die Preise wahrlich "Peanuts" denn für wenig Geld gönnen wir uns hier tollen Tee, Bier und "Momos", eine Art Fleischklößchen in Teighülle
Sicherheitshalber bestellen wir erst eine Portion. Man weiß ja nie, was das ist.
Aber wieder müssen wir uns wegen unserer Skepsis fast schämen!
Denn die schmecken verdammt lecker und so folgen noch die anderen Varianten. Auch das Bier ist lecker!

Rooftop Restaurant, Kathmandu
Rooftop Restaurant, Kathmandu
Rooftop Restaurant, Kathmandu
Rooftop Restaurant, Kathmandu
Rooftop Restaurant, Kathmandu

Hier oben kann man es gut aushalten:
Auf der einen Seite der Blick auf die königlichen Gemäuer
Auf der anderen: Wohnhäuser.
Und beim genaueren Blick auf die Dachkonstruktionen kann man erkennen, daß fast jedes Haus einen Dachgarten besitzt. Von denen werden am Nachmittag viele Papierdrachen gestartet.
Es ist ein wundervoller Platz zum Entspannen.
Und auch das tibetische Bier ist lecker, ein feines "Frauenbier".

Taxi, Kathmandu

Gut gestärkt, werden wir ganz mutig und schnappen uns ein Taxi, um uns in den nahgelegenen Ort Boudha (auch Boudnath, Nepali: बौद्धनाथ ) bringen zu lassen.

Die Fahrt dorthin ist ein echtes Erlebnis.
Das Auto, noch nie gehörter Marke, quält sich durch die vollgestopften Straßen.
Es ist Festivalwochenende.
Das heißt, die Familien besuchen sich und offensichtlich wohnt ganz Nepal in Kathmandu.
Anders können wir uns diesen Wahnsinn einfach nicht erklären!

Rooftop Restaurant, Kathmandu
Rooftop Restaurant, Kathmandu
Rooftop Restaurant, Kathmandu

# Bouddhanath Stupa

In Boudha ist die Bouddhanath Stupa, die größte Stupa Nepals, die seit 1979 zum Weltkulturerbe gehört. Sie gehört zu den bedeutendsten Zielen buddhistischer Pilger aus Nepal und Regionen des Himalaya.

Die Stupa ist nicht vom Weiten zu erkennen. Sie befindet sich in einer Art riesigem Hof, eingeschlossen von ganz gewöhnlichen Wohnhäusern.
War doch noch einige Meter zuvor Hupen und reges Treiben dominant, eröffnet sich durch den relativ schmalen Zugang eine ganz andere Welt mit einer mystischen Stimmung.
Wieder hören wir die herrliche Musik mit dem "om mani padme hom".
Man fühlt sich einfach wie in eine andere Welt versetzt.

Bouddhanath Stupa, Boudnath
Bouddhanath Stupa, Boudnath
Bouddhanath Stupa, Boudnath
Bouddhanath Stupa, Boudnath

Logisch und unnötig zu erklären, daß wir diesen genialen Ausblick auf die gesamte Stupa aus einem Rooftop Restaurant haben.

Die Stupa ist ein buddhistisches Bauwerk, ein Symbol für den Geist eines Buddhas. Stupas sind keine Tempel oder gewöhnliche Gebäude, es sind Symbolträger und sollen zur Meditation verhelfen.

Jede Stupa die wir besuchen, ist davon überzeugt, daß im Inneren einige Originalknochen Buddhas begraben sind.

Schön ist jedenfalls, daß es überall Aufgänge gibt, über die man auf die Stupa gelangen kann und sich oben auf dem Dach frei bewegen kann.

Verzaubert oder von Buddha geküßt...
Auf alle Fälle benebelt vom Flair dieser anderen Welt, bestreiten wir den Rückweg wieder mit dem Taxi.
Ein Verhandeln über den Preis lassen wir nicht zu und auch irgendwelche Ausreden von wegen: nach Kathmandu ist es teurer als umgekehrt.

Nicht mit uns !

Letztendlich läuft der Taxifahrer Gefahr diese Fahrt gar nicht als Auftrag zu bekommen.
Und wir?
Wir haben gar keine Bedenken und fühlen uns schon wie zu Hause!

Auf dem Durbar Square lassen wir uns absetzen, und beobachten wieder das nachmittägliche Treiben.
Bänke sind hier nicht zu sehen und so setzen wir uns auf die Bordsteinkante und Rainer liest mir etwas aus dem Reisführer vor.
Nach kürzester Zeit werden wir umringt von vielen Kindern, die unserer Sprache zuhören.
Ein Mädchen hat Mut genug und spricht uns an.
Wie schön. Sie erzählt uns, daß sie gerade die englische Sprache erlernt, erzählt von sich und wir staunen nicht schlecht, wie gut sie das kann!

Der Gang durch die Straßen ist niemals langweilig:
Was gibt’s heute zum Abendbrot???
Für uns Mitteleuropäer ist diese Darreichungsform etwas ungewöhnlich, aber es sah sauber aus und roch keineswegs.

Markt, Kathmandu
Markt, Kathmandu

Das mußte ich noch einmal aufnehmen, damit man sehen kann wie jeder qcm auch sinnvoll ausgenutzt wird. Und alle sind ganz entspannt dabei.

Markt, Kathmandu

Dagegen ist ja ein deutscher Supersale langweilig.
Und niemand sollte sich angesichts dieser Bilder über unseren vollen Geschäfte zum Wochenende beschweren.
Denn wie man sieht, es geht eindeutig noch schlimmer!!!

Am Abend suchen wir uns ein Restaurant in der Nähe unseres Hotels, denn die Luft ist feucht geschwängert und es sieht aus, als wenn der Regen nicht lange auf sich warten ließe.

Im Hotel treffen wir anschließend unseren Betreuer und endlich bekommen wir unsere Unterlagen: Visa für Tibet und die Tickets für den Flug nach Lhasa.
Gegen 21.00 Uhr liegen wir schon völlig geschafft im Bett.
Es gewittert die halbe Nacht und ich habe schon jetzt die ersten Atemprobleme. Die einzige Erklärung für mich ist die staubige Luft in Kathmandu.

Angesichts der wunderbaren und unverhofft beeindruckenden Erlebnisse hier in Kathmandu, habe ich jedoch Zweifel, ob Tibet mich überhaupt noch beeindrucken kann.