zurück nach Kathmandu

Noch etwas benommen starten wir den Tag.
Um, wie mit Tashi verabredet, sehr früh das Hotel zu verlassen, müssen wir erst einmal das in der Lobby schlafende Personal wecken.
Die Eingangstüren sind nicht nur verschlossen. Es sind Gitter davor.

Wir frühstücken in einem westlichen Hotel.
Hier wimmelt es nur so von Treckern und Touristen, die entweder die Tibetreise hier beginnen oder wie wir, diese gerade beenden.
Bei einem „Full American Breakfast“ lassen wir das Erlebte von gestern Revue passieren.

Das war’s also.
Tibet war ein voller Erfolg!

Zhangmuzhen
Höhe: 2.300m NN
Sauerstoffgehalt: 73%,

Das Atmen fühlt sich heute wieder so leicht an.
Das ist sehr angenehm und wirkt befreiend.
Nach den Tagen der völligen Trockenheit ist die Luft hier am Rande der Schlucht wesentlich feuchter. Es ist angenehm warm. Es herrscht ein subtropisches Klima.
Wir empfinden gefühlte 150% Luftfeuchtigkeit.

Nach dem entspannten Frühstück treffen wir den Fahrer und Tashi, unsere Guide.
Etwa 500 Meter vor der eigentlichen Grenze bleiben wir stehen.
Tashi erklärt uns, daß hier der Ort ist, wo wir das Auto verlassen müssen.
Nun ist es Zeit sich zu verabschieden.
Ein Foto von unseren Betreuern...

Zanghmu,tibet

Der Ort Zanghmu

Tashi, unser Guide und unser genialer Fahrer.

Und dann geht alles ganz schnell.
Im nachhinein werden wir sagen: es war wie bei einem Agentenaustausch auf der "Glienicker Brücke".

Zwei junge Männer, mit Kapuzenshirts bekleidet, kommen auf uns zu.
Sie nehmen wortlos unsere Koffer und zeigen uns, in Körpersprache: nichts sagen! ok!
In schnellem Schritt eilen wir hinterher. Wir gehen über eine lange Holzbrücke.
Das ist die Grenze zwischen Tibet und Nepal.
Wir verlassen Zanghmu und laufen nach Kodari.
Die Brücke ist noch hoch über der Schlucht.
Ein letzter Blick gilt der in den Fels gerammten, gefährlichen Straße, die von hier aus nicht weniger bedrohlich aussieht. Gut, daß wir diese Strecke, nicht wie geplant am Tag, sondern in der Nacht gefahren sind.

An der Grenzpostenanlage verabschieden sich die Zwei ganz wortlos und „stellen“ uns praktisch hier ab.
Unsere Pässe, je ein Paßfoto und 10USD geben wir im Inneren des Hauses ab und warten auf die Stempel.
Als das erledigt ist, werden unsere Koffer wiederum von anderen Helfern in ein schon vor dem Haus wartendes Kastenauto gehievt. Darin sitzt schon ein Fahrer.
Kaum daß wir drinnen sitzen geht’s los!
Alles wirkt irgendwie wie auf der Flucht.

Es geht den gleichen Flußlauf entlang wie gestern - nur auf der anderen Seite. Denn wir sind in Nepal, auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht Richtung Kathmandu.

Der Fahrer sagt praktisch gar nichts. Wir vermuten, er kann kein Englisch.

Im Ortskern fährt er direkt an einen Kiosk heran und kauft gleich, am Steuer sitzend, Bananen und Gebäck für uns ein.

Kodari bis Kathmandu, Nepal

Alles aus dem fahrenden Auto aufgenommen.
Ja unser aufmerkasame Fahrer fehlt mir jetzt schon.
Er hätte es wortlos registriert, daß ich Aufnahmen machen will.
Also haben wir zum Andenken nur diese verwackelten Fotos

Kodari bis Kathmandu, Nepal
Kodari bis Kathmandu, Nepal
Kodari bis Kathmandu, Nepal

Unterwegs sehen wir "Altbekanntes".
Hier, nur einige Kilometer vom Dach der Welt ist es warm, feucht und voller Menschen.

Kodari bis Kathmandu, Nepal

Die Fahrt bis nach Kathmandu dauert etwa fünf Stunden.
Unterwegs haben wir noch einml die Möglichkeit etwas von der Landschaft zwischen Kodari und Kathmandu zu sehen.

Viel zu schnell sind wir wieder in Kathmandu.
Die "Zivilisation" hat uns wieder.
Adé Einsamkeit!

Kodari bis Kathmandu, Nepal
Kodari bis Kathmandu, Nepal
Kodari bis Kathmandu, Nepal

In Kathmandu übernachten wir wieder in "Marshiyangdi Hotel".
Wir bekommen dieses Mal ein viel größeres und schöner eingerichtetes Zimmer zugewiesen mit Blick auf den kleinen Garten.
Nach den letzten zwei Nächten in Tibet, empfinden wir das hier wie in einem Luxushotel.
Wir duschen uns und machen uns "stadtfein".
Ich schaue in den Spiegel und sehe erst jetzt, daß ich durch die starke Sonneneinstrahlung gestern, trotz mehrfachem Eincremen mit SF50, aussehe, wie ein Skilehrer am Ende der Saison.
Ja man sieht in meinem Gesicht die Form meiner Sonnenbrille. Naja.

Wir spazieren etwas im hektischen und vollen Thamel und sind ganz traurig wieder hier zu sein.
Verrückt, oder?

Kathmandu, das uns noch vor einer Woche so begeistert hat, hat nach so viel Hochebene, nach so viel Aufregung und neu Erlebten den Reiz verloren.
Unser Körper ist hier - die Sinne sind noch in Tibet.

So lange haben wir uns auf Tibet gefreut und so schnell ist das Abenteuer Tibet wieder vorbei.