• Fuji - san 
    Tag 4

Highlights des Tages

Erdbeben

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Ein Erdbeben in der 58. Etage ist erst einmal nicht lustig ...

Ausblicke

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Hotelzimmer im Landmark Tower bieten einen unvergesslichen Ausblick ...

Enoshima

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Nette, kleine Halbinsel in der Sagami Bay zum Baden und Erholen mit einem Shrine ...

Hakone

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Der Lake Ashi ist ein Kratersee und liegt malerisch umgeben vom Fuji-Hakone-Izu Nationalpark ...

Ashinoko Skyline Express

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Eine empfehlenswerte Toll Road mit Ausblicken auf den Lake Ashi, den Pazifik und den Fuji-san...

Melody Road

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Die Melody Road ist ursprünglich eine Erziehungsmaßnahme für Autofahrer ...

Schreck in der Morgenstunde: Erdbeben

#Erdbeben in der 58. Etage

Nein ich träume nicht.
Es wackelt wirklich. Es wackelt und wackelt in einer ziemlich schnellen Frequenz.
Aus dem Schlaf gerissen und zu Sinnen kommend wird mir bewußt, dass wir uns momentan in der 58. Etage des Landmark Towers, dem zweithöchsten Gebäudes Japans befinden.
Blitzartig greife ich zum Smartphone. Ich lese 6 Uhr.
Das Wackeln dauert an.
Nun kommt das Knirschen und tiefe Grollen der Hausstruktur dazu.
Ich springe auf und will wackelnde Hochhäuser aufnehmen. Doch es ist noch ziemlich dunkel draußen.
Außerdem stehen hier in der Umgebung keine höheren Hochhäuser. Und von oben kann man nichts sehen.
Hm. Schade.
Nach gefühlt fünf oder mehr Minuten hört es auf zu wackeln und die Bewegung geht in ein Schwanken über. Das Knarren ist jedoch immer noch nicht vorbei. Rainer testet ob sich die Zimmertür öffnen lässt - ja das tut sie.

Yokohama Landmark Tower
Um die Kraft der Erdbeben aufnehmen zu können besitzen erdbebensichere Gebäude ein flexible Struktur. Diese Struktur ist theoretisch die gleiche wie die der Holz-Pagoden, die während der Beben nie zusammengebrochen sind.
Beispiel:
Tōdai-ji in Nara - Die Halle ist mit knapp 50 Metern Höhe das größte Holzgebäude der Welt.
Pagode des Hōryū-ji in Ikaruga - fünfstöckige Pagode mit etwa 33 Meter Höhe.
So ist auch der Landmark Tower flexibel und auf beweglichen Fundamenten gebaut.

Erdbeben haben wir beide schon während unseres längeren Aufenthaltes in Tokyo viele erlebt.
Lange, wellenartige aber auch plötzliche Stöße.
Letztere finde ich wesentlich unangenehmer. Sie beginnen mit einem festen Stoß und der Boden schwankt und pendelt lange aus.
Eine andere Art Beben die wir erlebt haben, sind die, die nur schwanken. Der Boden fängt leicht an zu wackeln, es wird immer stärker und stärker bis es wieder aufhört.
Beiden ist eins gemein: wenn das "eigentliche" Beben beendet ist, dauert das Schwanken des Hauses, das Knacken und Knirschen weiterhin an.
Und ja, wir haben schon einige Beben erlebt, meist in der Wohnung oder im Büro.
Die Schäden waren meist materiell. Da sind die Scheiben in Naritas Airport zerborsten, da sind unbefestigte Blumentöpfe runtergefallen. Bei uns in der Wohnung ist einmal ein kleines Radio vom Regal gefallen oder die Schrankwand hat sich verdächtig weit nach vorn bewegt.
Aber japanweit gab es nie Tote.
Und im Laufe der Zeit hat man sich an Beben gewöhnt.
Das Vertrauen zu Japans erdbebensicheren Bauen hat uns beeindruckt.
Angst? Nein. Eher Respekt.
Wir haben gelernt, wie man sich im Notfall verhalten muß:
Neben dem Platz unter einem Tisch (um sich vor herunterfallenden Teilen zu schützen) sind die Türrahmen einer jeden Wohnung eine ganz sichere Stelle.
Und das Wichtigste dabei: Nie aus dem Haus rennen. Herabfallende Teile können tödlich sein. So waren unsere Erfahrungen.
Nie werden wir herausfinden, wie groß der Schaden 2011 geworden wäre, hätte es diesen verheerenden Tsunami nicht gegeben.

erthquake 22.11.2016,sylwiabuch.de

Damals wie heute ist einer meiner ersten Handlungen: Fernseher einschalten um Informationen zu erhalten.
Seit die Welt "on-line" ist, holt man sich natürlich die Infos auch im Netz. NHK, der japanische Nachrichtensender berichtet, das das Epizentrum in Namie, in der Präfektur Fukushima war. Dass es ein Beben der Stärke 7.3 und somit das Stärkste seit 2011 war. Es gibt auch eine Tsunamiwarnung und die Bevölkerung an der Pazifikküste wird aufgefordert sich in Sicherheit zu bringen.
Über den Messenger und Whatsapp bekomme ich die ersten Anfragen nach unserem Befinden. Das tut gut.

Irgendwann ist der Spuk vorbei.
Ich schaue aus dem Fenster und sehe wabernde Wolken um die tieferen Hochhäuser.
Hm. Mit Aussicht wird das wohl heute nichts!

In der 70. Etage wird das Frühstück serviert.
Hier deutet nichts auf ein gerade erlebtes Beben hin. Offensichtlich ist hier nichts runtergefallen oder kleinere Schäden sind schon längst beseitigt worden. Von den Japanern wird mit keiner Silbe das Erdbeben erwähnt. Man geht danach sofort zur Tagesordnung über. So als könnte man das Beben mit Totschweigen beziehungsweise Ignorieren ungeschehen machen.
Das Buffet ist gemischt japanisch und westlich.
Letztendlich bei diesem Standard des Hotels eher ernüchternd.
Es gibt nur Kaffee aus der Kanne wie in einem amerikanischen Schnellrestaurant. Cappuccino, heiße Schokolade oder Latte gibt es nur gegen Aufpreis. Frisches Obst beschränkt sich auf Ananas und Orangen. Der Rest kommt aus der Dose.

breakfast Landmark Tower, Yokohama,sylwiabuch.de

#Ausblicke aus dem Yokohama Royal Park Hotel

view from Landmark Tower, Yokohama,sylwiabuch.de

Wir sitzen am Fenster und beobachten, wie Wolken die Marina in ein dramatisches Licht setzen.

Kurz nach 10 Uhr sind wir auch bereit zum Auschecken.
Die Wolken haben sich nach ihrem dramatischen Schauspiel verzogen und geben die volle Sicht frei. Bevor allerdings die Dunstwolke das Ballungsgebiet Tokyo-Yokohama verdeckt, fange ich den Blick auf den 33 km entfernten Tokyo Sky Tree ein.

view from Landmark Tower, Yokohama,sylwiabuch.de
view from Landmark Tower, Yokohama,sylwiabuch.de

Bis zum Tokyo Skytree sind es von hier etwa 33 Kilometer Luftlinie und man sieht, wie die Spitze über den Dunst ragt.

view from Landmark Tower, Yokohama,sylwiabuch.de

Yokohama Bay Bridge

Wir verlassen das Zimmer. In den gegenüberliegenden Zimmern ist der Housekeeping Service schon im vollen Gange.
Wir luken rein um zu sehen, ob die Sicht zu anderen Seite gut ist. Denn in diese Richtung müsste es doch den Blick gen Fuji-san geben.
Und ja. Man kann ihn erkennen.
Wir fragen - ganz aufgeregt vor Freude - die Angestellten, die natürlich kein Englisch sprechen und deuten gestikulierend auf den Fuji, dass wir gern Fotos und Videoaufnahmen machen möchten.
Kein Problem.
Der Ausblick ist genial!

view from Landmark Tower, Yokohama,sylwiabuch.de
view from Landmark Tower, Yokohama,sylwiabuch.de

Dann folgen noch ein paar Aufnahmen vom Hotel und der Marina.
Denn ob wir jemals hierher noch einmal wieder kommen, ist fraglich.

view,Yokohama,sylwiabuch.de
view,Yokohama,sylwiabuch.de
view,Yokohama,sylwiabuch.de
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Über die Schnellstrasse direkt an unserem Hotel geht es auf die erste Insel. Eine künstlich geschaffene, rechteckig gestaltete Insel.
Vorbei an großen Lagerhallen und einem Militärgelände versuchen wir von hier den ultimativen Gesamtblick auf die Skyline inklusive Landmark Tower zu bekommen.
Das Ergebnis ist ernüchternd. Aber was soll's.
Unser geplantes Tagesprogramm ist zu umfangreich, um noch mehr Zeit für einen perfekten View zu investieren.

view,Yokohama,sylwiabuch.de
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Wir verlassen die Stadt in Richtung Süden.
Das nächste Ziel ist die Halbinsel Enoshima.

#Enoshima

Enoshima liegt in der Sagami Bay direkt an der Mündung des Katase. Die Insel ist über einen 600 Meter langen Damm mit dem Festland verbunden.
Enoshima ist nun kein Must-see, wenn man nur für eine kurze Weile Japan besucht.
Für uns ist es eher wieder so eine Nostalgie Sache. Hierher sind wir gefahren, wenn wir am Wochenende im Meer baden wollten. Die Station heißt: Katase-Enoshima.
Der Sand ist hier vulkanischen Ursprungs und dunkelgrau. Das Wasser dementsprechend nicht karibisch Blau. Ein riesiger Parkplatz befindet sich gleich linker Hand, wenn man über die Brücke die Insel erreicht. Das Wetter könnte perfekter nicht sein.
Die Hauptstraße zum Enoshima Jinja ist voller Touristen. Ein Andenkenladen reiht sich an den Nächsten. Wir versuchen über eine Seitenstraße den Blick zum Fuji einzufangen.

Enoshima, Japan,sylwiabuch.de
Enoshima, Japan,sylwiabuch.de

Bevor wir die Insel verlassen, schauen wir noch am Shrine vorbei.

Dann gibt es noch ein Eis. Wir schauen den Stand-up Paddlern in der Bucht zu. Von Tsunami oder einer solchen Warnung ist hier 250 Kilometer südlich vom Epizentrum nichts zu spüren.

Bis Hakone benötigen wir etwas mehr als eine Stunde.
Die Strecke ist sehr schön und führt durch die malerische Landschaft. Hier ist die Blattfärbung im vollen Gange.
Von Weitem gesehen ist die "bunte" Landschaft - jedenfalls für mich - nicht so spektakulär. So ähnlich sieht es in Deutschland an einem schönen Herbsttag auch aus.
Viel schöner finde ich das Betrachten der Bäume aus der Nähe. Wenn die sternenartigen Ahornblätter in's Bild ragen.

#Hakone

Hakone, Japan,sylwiabuch.de

In Motohakone herrscht Postkartenwetter.
Am 28.November vor 28 Jahren waren wir zum letzten Mal hier. Auch damals war das Wetter so gut, dass wir den Fuji sehen konnten.

Die letzten um den Fuji-san tänzelnden Wölkchen sind gerade im Begriff sich aufzulösen. Wir beobachten, wie eine Fähre, die einem Piratenschiff nachgebaut ist, gerade die Anlegestelle verlässt. Eigentlich wollen wir zum Shrine, dessen Torii so malerisch im Lake Ashi steht.
Doch ein kleiner Weg linker Hand lenkt uns ab. Ja jetzt zeigt sich der Fuji-san ganz ohne Wolken. Kitschiger kann ein Bild nicht sein: der blaue Lake Ashi mit goldenem Piratenschiff, einem roten Torii umrundet von herbstlichen Wäldern und am Horizont der 3776 Meter hohe Fuji.
Und das Ganze im schönsten Nachmittagslicht.

Hakone, Japan,sylwiabuch.de
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#Ashinoko Skyline Expressway

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Das heutige Ziel ist ein Ort, der ganz dicht am bekanntesten Berg der Welt liegt: Kawaguchiko.
Von Hakone aus kann man die östlich vom Lake gelegene kostenlose Straße nach Kawaguchiko fahren oder man nimmt den westlich um den See führenden Ashinoko Skyline Expressway.
Die Toll Station erreicht man kurz nachdem man den Ort verläßt.

Nach einer relativ kurzen Zeit bekommt man die ersten Fernblicke in Richtung Pazifik.
Die bald untergehende Sonne spiegelt sich im Wasser. Ein traumhafter Anblick.

Hakone, Japan,sylwiabuch.de

An der einzigen Raststätte legen wir eine weitere Pause ein.
Ein kleiner aber steiler Weg führt auf eine Anhöhe, von der sich ein Rundumblick bietet.
Den Lake Ashi sehen wir hier so, wie wir ihn noch nie gesehen haben.

Der Aussichtspunkt hier oben ist einfach genial.
Auch den Fuji-san kann man von hier oben sehen

Hakone, Japan,sylwiabuch.de
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#Melody Road

Unsere nächste Attraktion: Melody Road.
Vor etwa zwei Wochen rief uns unsere Schwägerin an. Sie hat gerade eine Sendung über Straßen in Japan gesehen die Musik machen, wenn man darüber fährt.
Das zur Kurzversion.
Im Netz findet man allerlei Infos zu diesen Melody Roads. Über den Erfinder, Videos mit Aufnahmen verschiedener Melodien, die beim Darüberfahren zu hören sind, Infos zu Ländern in denen es solche Straßen gibt und zum Teil auch wo es sie gibt.
Doch zu den genauen Orten, wo sich diese Art Straßen in Japan befinden, finde ich so gut wie nichts! Vielleicht gibt es da mehr Infos in Japanisch.
Es dauert lange, bis ich herausfinde, wo sich eine gefräste Strasse in der von uns besuchten Region befindet.
Sie ist auf dem Ashinoko Skyline Expressway.

An dieser Stelle beginnen die Rillen, die nur dann entstehen, wenn man bei 40 km/h drüber fährt.
Ach übrigens: dies ist eigentlich als Erziehungsmaßnahme gedacht, für Fahrer, die immer etwas zu schnelle unterwegs sind!

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Der dementsprechend gefräste Straßenabschnitt wird mit einem deutlich erkennbaren Schild angesagt.
Rainer packt seine Videokamera aus und ich bringe mich mit meinem Smartphone in Stellung.
Los geht's.
Und während wir darüber fahren, filmt Rainer und ich? Ich halte das Smartphone in Position und bin so verblüfft, dass ich ganz vergesse den Auslöser zu betätigen!
Oh nö!
Also kehren wir nochmals um und starten noch einmal.
Leider sind wir nicht mit dem leisesten Auto unterwegs und so sind die Aufnahmen nicht so gut, wie wir es real gehört haben.

Auf dem weiteren Weg gibt es immer wieder Lookouts, an denen es wert ist stehen zu bleiben. Und jedes Mal freuen wir uns über dieses fantastische Licht!

Ashinoko, Fuji, Japan,sylwiabuch.de
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Bis Kawaguchiko dauert es noch mehr als zwei Stunden.
Es ist schon dunkel als wir Kawaguchiko erreichen.
Im gebuchten Fuji View Hotel spricht man sehr gut englisch.
Uns wird ein Zimmer in der 5., also der obersten Etage zugewiesen.
Das Zimmer ist riesig. Neben den Betten befinden sich noch eine Sitzcouch und ein Sessel im Zimmer. Vom kleinen Balkon könnte man den Fuji sehen.
Den sehen wir aber nicht.
Denn als wir den Expressway verlassen haben, haben wir an Höhenmetern verloren und sind dabei auf ein Höhenniveau gelangt das unter der Wolkendecke liegt.
Wir trinken einen Kaffee und während Rainer dann Erholung im Onsen findet, benötige ich ganz trivial nur ein Nickerchen im Bett, um wieder neue Kräfte zu sammeln.

Kurz vor 21 Uhr starten wir stadtfein auf der Suche nach einem Restaurant. Im Hotel hat man uns eine Auflistung mitgegeben.
Aber die Auswahl ist nicht so riesig. Manche Restaurants sind schon geschlossen. In ein reines "Fischlokal" können wir auch nicht gehen, da ich absolut kein Seafood esse.
Zuletzt finden wir im Foodcourt eines am Rande der Stadt gelegenen Shoppingcenters ein Restaurant, das uns sehr gut gefällt. Endlich bietet man hier Udon (also die dicken Nudeln) an.
Dazu kaufen wir uns allerlei Köstlichkeiten im Tempurateig.

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Gesättigt gehts wieder zurück.
Wieder ein gelungener Tag voller traumhafter Eindrücke neigt sich dem Ende!