Ab nach Johannesburg

Das gestrige Wetter hatte uns ein Strich durch die Planung gemacht. Eigentlich sollte der Tag dem Blyde Canyon gewidmet werden. Ich gebe aber gern zu, dass mir die kurze Stippvisite im Kruger National Park viel besser gefallen hat.

Heute ist das Wetter perfekt. Perfekter kann es nicht sein. Die Luft ist klar - der Himmel stahlblau. Heute Abend startet in Johannesburg unser Flieger nach Deutschland. Bis dahin sind es noch 12 Stunden. Also bietet es sich auf dem Weg dahin an, ein wenig von der Panoramaroute anzusehen.

Graskop,Laguna lodge,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Graskop,Laguna lodge,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

Das Auschecken ist ein Klacks. Wir verabschieden uns bei "Chrda" und fahren ins Zentrum von Graskop. Bei Henry - einer der wenigen Restaurants, die schon um 9 Uhr ├Âffnen, wollen wir fr├╝hst├╝cken. Wir sind die ersten Kunden. Das Personal hat sich viel zu erz├Ąhlen. Die Kellnerin bringt uns dann irgendwann eine Speisekarte, wurde ab dann nicht wieder gesichtet. Nach weiteren mehr als f├╝nfzehn Minuten verlassen wir das Lokal - ohne zu fr├╝hst├╝cken! Wir beschlie├čen unterwegs etwas zu essen.

Graskop,Glashouse,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

Das Glashouse am Tag

Die R532 ist Teil der Panoramaroute am Blyde River Canyon. Absolute Highlights sind diverse Wasserf├Ąlle, die markanten Three Rondavels, die Aussicht am God's Window, die Bourke's Luck Potholes.
Aufgrund der Tatsache, dass wir heute unbedingt noch zum Airport JNB m├╝ssen, haben wir nicht gen├╝gend Zeit, um all die Wasserf├Ąlle zu besuchen. Die Auswahl f├Ąllt uns nicht schwer. Als Berliner besuchen wir nat├╝rlich nur die Berlin Falls.

# Berlin Falls

Tipps f├╝r Fotografen: dies ist eindeutig eine Nachmittagslocation!
Schon das Fotografieren - oder den Versuch es zu tun - ist schwierig. Also nichts mit kurze Aufnahme w├Ąhrend der Autofahrt!

Bevor wir den Parkplatz erreichen, kommt ein Typ aus einem H├Ąuschen raus. Er holt aus seiner Hosentasche eine Rolle raus, trennt zwei briefmarkengro├če Schnipsel ab und verlangt daf├╝r 10 Rand pro Person (Stand M├Ąrz 2018)
Ich bin nicht wirklich ├╝berzeugt, ob dies ein privater "Stra├čenr├Ąuber" war. Sein Aussehen wirkt auf mich eher unseri├Âs.
Aber Rainer will das Ganze nicht ├╝berbewerten. Schlie├člich handelt es sich hier um nur 10 Rand!

Der Parkplatz ist schon gut gef├╝llt.
Nein nicht mit Touristen! Wir sind die Einzigen hier.
Stra├čenh├Ąndler bieten typische Andenken S├╝dafrikas an: T├╝cher, Kopfkissen, Schalen, Holzfiguren...

Bis zu den Berlin Falls f├╝hrt eine kurze aber steile Treppe bergab.
Verfehlen geht nicht.
Ein Gel├Ąnder sch├╝tzt uns vor dem Absturz.
Der Wasserfall ist toll. Aber nur weil er den Namen Berlin tr├Ągt. Sonst ist es ein Wasserfall, wie man ihn ├╝berall sehen kann. Kein besonderes Highlight.

Berlin Falls,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Berlin Falls,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Berlin Falls,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

Wir machen ein paar Aufnahmen und weiter geht's!

# Bourke's Luck Potholes

Die Einfahrt zu den Bourke's Luck Potholes-Areal wirkt schon professionell. Vier Leute sind mit dem Einlass besch├Ąftigt: Zwei sind f├╝r den Ticketverkauf zust├Ąndig und nur wenige Meter weiter, stehen noch zwei Personen. Eine davon unterschreibt das Ticket
Eintrittspreis: 55 Rand pro Person (Stand M├Ąrz 2018)

Der Parkplatz ist ziemlich gro├č. Doch f├╝r den gro├čen Ansturm sind wir wohl noch zu fr├╝h.
Ein kurzer Weg f├╝hrt zu den Pothols.
Der erste Anblick von weitem ist nicht so prickelnd. Denn nur eine zerkl├╝ftete Landschaft mit abfallendem und kaskadenf├Ârmigem Wasserfall ist das, was man sieht. Ern├╝chternd.
Die absolute Attraktion, die Potholes, sind in voller Pracht erst zu sehen, wenn man auf einer von drei Verbindungsbr├╝cken steht.
Der Treur River trifft hier auf den Blyde River. Zusammen haben sie diese ganz besondere Formation entstehen lassen.
Durch den sich verstrudelnden Wasserlauf sind kleine und gro├če, runde Badewannen entstanden.

Beeindruckend.
Eine echte Sensation!

Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

Die beste Zeit zum Fotografieren ist sicher, wenn die Sonne am h├Âchsten steht. Sonst - und das ist bei uns der Fall - ist immer ein Teil im Schatten und der andere total ├╝berbelichtet.

Doch dann entsteht ein Regenbogen direkt auf den feinen Wassertropfen, die ├╝ber dem verwirbelten Flusszusammenlauf entsteht.
Einfach wundersch├Ân anzusehen.

Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Potholes,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

Bis zur n├Ąchsten Attraktion, den Three Rondavels sind es etwa 16 Kilometer.
Begleitet von einer sch├Ânen Landschaft geht es gen Norden.
Es sind 19┬░C und die klare Sonne strahlt hier auf 1350 Metern H├Âhe so stark, dass die gef├╝hlte Temperatur weitaus h├Âher ist.

Linkerhand tangieren wir zwei D├Ârfer.
Auch K├╝he, die lieber auf der Stra├če laufen als durchs unwegsame Gel├Ąnde.

Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

# Three Rondavels

Die drei Rondavels sind eine weitere Attraktion auf der Panoramaroute.
Den Abzweig kann man nicht verpassen. Die Ausschilderung ist sehr gut.
Von der R532 sind es noch knapp drei Kilometer bis zum Parkplatz.
Wir zahlen 25 Rand pro Peron Eintritt (Stand M├Ąrz 2018).

Ganz im Gegensatz zu den anderen Parkpl├Ątzen ist dieser hier recht voll. Und es kommt ein Bus nach dem anderen.
Wir finden gerade noch so ein Pl├Ątzchen f├╝r unser Auto und verschwenden nicht viel Zeit, sondern laufen den vorgeschriebenen Trail.

Am ersten Aussichtspunkt angekommen, versperren Selfie-verliebte Teenies den besten Aussichtspunkt. Doch es folgen neue Aussichtspunkte. Aber allein ist man hier nirgendwo. ├ťberall Geschnatter. Deutschland scheint nicht weit von hier zu sein...
Es gibt zwar einen mit einem Gel├Ąnder abgesicherten View Point, doch den J├╝ngeren ist dieser wohl zu dr├Âge. F├╝r ein Selfie beziehungsweise ein Foto mit dem eigenen Konterfei vor dem Objekt der Begierde, ist vielen auch die riskanteste Stelle nicht gef├Ąhrlich genug.
Ein doch ganz auff├Ąlliges Schild warnt zwar vor der Absturzgefahr, aber wen interessiert das schon!

Three Rondavels View Point,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Three Rondavels View Point,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Three Rondavels View Point,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Three Rondavels View Point,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
Rondavels,Panorama Route,Blyde Canyon,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

Es ist kurz vor 11 Uhr und wir hatten bisher noch keine Gelegenheit zu Fr├╝hst├╝cken. Ein geeignetes Restaurant ist uns bisher auch nicht begegnet.
Deshalb kehren wir in das Blyde Canyon River Resort ein. Hier fragen wir nach einem Restaurant. In einem Resort muss es doch eins geben.
Wir d├╝rfen den beschrankten Eingang nach der Einholung einer Genehmigung passieren.
Die Ausschilderung ist bescheiden. Und wir finden das Restaurant nicht gleich. Doch als wir es endlich finden, stehen wir vor geschlossenen T├╝ren!
Das h├Ątte man uns doch am Eingang sagen k├Ânnen

Die Besichtigung der Panoramaroute ist hiermit f├╝r uns zu Ende.
Sch├Ân war sie - mehr aber auch nicht.
Obwohl wir nicht alle Highlights der Panoramaroute gesehen haben, h├Ąlt sich die Begeisterung in Grenzen.
Einzig die Bourke's Luck Potholes waren au├čergew├Âhnlich und eine Formation, die wir so noch nie gesehen haben.

Unser n├Ąchstes Ziel ist der Flughafen von Johannesburg.
Bis dahin sind es laut Google knapp 400 Kilometer, die wir in vier Stunden locker schaffen sollten.

Wir verlassen alsbald die R532 und fahren weiter auf der R36.
Die Strecke f├╝hrt durch eine wirklich sch├Âne Landschaft.
├ťberhaupt sieht es hier sehr westlich aus.
Farmen mit deutschen Namen laden zur Verkostung von Weinen, Wurstwaren und anderen Leckereien ein. Ein Caf├ę beziehungsweise ein Bistro ist trotzdem nicht in Sicht.

Lydenburg,Mashishing,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

In Mashishing, dem n├Ąchstgr├Â├čeren Ort der bis 2006 Lydenburg hie├č, finden wir, was wir suchen.
Tripadvisor lobt hier ganz besonders das Salt+Pepper Bistro. Das Bistro ist dank Maps.me schnell gefunden.

Das kleine Bistro ist zweietagig. Wir nehmen in der ersten Etage Platz.
Das Personal ist supernett und das Essen ├╝ppig!
Es hat sich also gelohnt, das Fr├╝hst├╝ck und das Mittagessen zusammenzulegen.

salt+pepper_bistro,Lydenburg,Mashishing,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
salt+pepper_bistro,Lydenburg,Mashishing,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

13 Uhr verlassen wir das Bistro.
Keine drei Kilometer weiter ist auch die Ortsgrenze erreicht. Nun bietet es sich an, ├╝ber die R540 oder aber weiterhin die R36 zu fahren, um auf die N4 zu sto├čen. Wir entscheiden uns auf der R36 zu bleiben. Es dauert nicht mehr lange, bis wir diese Entscheidung hinterfragen. Denn die so wenig befahrene R36 - eine bisher sehr gute Stra├če- wird zur Katastrophe!
Potholes Verkehrszeichen haben wir ja schon zur Gen├╝ge in diesem Urlaub gesehen. Aber diese Potholes, schr├Ąnken die Fahrt total ein. Man schafft es nicht einmal, einen Kilometer lang zu fahren, ohne dabei mehrfach gezwungen zu sein, die Stra├čenseite wechseln zu m├╝ssen.
Noch denken wir, dass es nur eine vor├╝bergehende Einschr├Ąnkung ist. Deshalb kehren wir auch nicht um.
Doch als wir etwa auf der H├Ąlfte des Weges, den Kwena Dam passieren, ist die folgenschwere Fehlentscheidung ganz offensichtlich.
Nicht nur entgegen kommende Baufahrzeuge umh├╝llen uns mit feinem Staub. Zu sehen ist bei Gegenverkehr erst einmal nichts.

,,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

Der Kwena Damm

Jeder Laster ein Desaster!

,,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de
,Mpumalanga,S├╝dafrika,born4travel.de

Als wir die N4 erreichen, haben wir eine 26 min├╝tige Verz├Âgerung eingefahren.
Doch ab hier ist nun die Stra├če frei.

Halb F├╝nf erreichen wir das Gel├Ąnde des O.R. Tambo in Johannesburg.
Besser vorbereitet, h├Ątten wir vielleicht gleich die Engen Tankstelle gefunden. So m├╝ssen wir noch eine Runde drehen, denn die Tankstelle befindet sich genau ├╝ber der Autovermietung.
Dreiviertel F├╝nf geben wir unseren Flitzer ab.

Gefahrene Strecke: 479 km

Bis zur Check-in Halle bringt uns unaufgefordert ein Typ in einer "offiziellen" Warnweste.
Na mein Ding ist das jetzt nicht. Ich bin skeptisch, als wir durch irgendwelche verlassenen G├Ąnge gef├╝hrt werden. Aber Rainer ist total gutgl├Ąubig und zuversichtlich, dass wir ihm vertrauen k├Ânnen.
Als wir die Haupthalle erreichen, f├Ąllt mir ein Stein vom Herzen!

Im Duty Free Shop kaufen wir wei├čen Nougat mit Macadamia N├╝ssen und zwei Flaschen Portwein. So sind wir auch den letzten Rand losgeworden.

Der Flug nach Frankfurt ist ein Nachtflug und ist ausgebucht. Jedenfalls was man so sieht.
Ein aufregender Tag geht so zu Ende und nach dem Essen fallen wir beide in den siebten Kartoffelhimmel.
├ťber Kongo gibt es dann schwere Unwetter, so dass wir einen betr├Ąchtlichen "Schlenker" fliegen m├╝ssen. Trotzdem rappelt es ganz ordentlich.
Nat├╝rlich verschl├Ąft Rainer fast die gesamte Zeit.

Nach etwas mehr als zehn Stunden erreichen wir Frankfurt.

S├╝dafrika,born4travel.de
S├╝dafrika,born4travel.de

Bis Berlin ist es nur ein Hopser von einer dreiviertel Stunde.
Wie fast immer, werden wir abgeholt und nach Hause chauffiert.

Zu Hause erwartet mich ein Blumenstrau├č als nachtr├Ąglichen Gru├č zum Geburtstag und f├╝r uns beide steht eine Packung Roibusch Tee bereit.
Welch eine liebevolle Geste!

Ach ja: und der K├╝hlschrank ist auch aufgef├╝llt.
Haben wir es nicht gut?

S├╝dafrika,born4travel.de

# Fazit

KwaZulu Natal - Drakensberge - Panoramaroute
3390 Kilometer in 17 Tagen
Voller fantastischer Landschaft und einmaliger Erlebnisse

Eine gelungene Tour an der es nichts zu meckern gab.
Genauso w├╝rden wir es wieder machen!

Und eins ist auch klar:

Wir kommen wieder...